Ich kann nicht vs. Ich will nicht

„Wenn man will kann man alles schaffen!“ So oder so ähnlich heißt es doch. Aber ist das tatsächlich so? Ich meine, wenn ich zum Beispiel unsichtbar werden will und mir nichts mehr auf der Welt wünsche, wird das vermutlich trotzdem nicht passieren. Ja, ja, ich weiß schon. Das ist nur ein Spruch, der einen motivieren soll, aber ich tu mir da manchmal echt schwer. Will ich einfach nur nicht? Heißt das, wenn ich mich endlich mal zusammenreiße, dann klappt es?

Dieser Weisheit alles schaffen zu können steht gegenüber, dass man sagt „Für eine Krankheit kannst du nichts!“ bzw. wird eine Krankheit oft als „Ausrede“ (?) dafür angeführt bestimmte Dinge nicht zu können. Da kann ich auch voll und ganz zustimmen. Einfaches Beispiel: Jemand, der im Rollstuhl sitzt, kann nie einen Marathon laufen, zumindest nicht auf konventionellem Wege.

Gehen wir aber zu psychischen Erkrankungen über, wird es da leider etwas komplizierter. Allgegenwärtig ist zum Beispiel das Vorurteil, dass die Menschen Depressiven an den Kopf werfen: „Reiß dich mal zusammen!“ oder „Das wird schon wieder!“ Bei Essstörungen ist das „Iss doch einfach mal normal!“ repräsentativ für dieses Problem des nicht Könnens bzw. nicht Wollens.

Sich „einfach“ normal zu verhalten, wenn man psychisch krank ist, ist absolut nicht von jetzt auf gleich möglich. ABER: Es spielt tatsächlich eine sehr große Rolle, ob man gesund werden will oder nicht. Ein Beispiel gefällig? Auch während meiner schlimmsten Magersuchtszeit konnte ich unter bestimmten Bedingungen relativ unauffällig essen, auch wenn ich todtraurig war, konnte ich in die Uni gehen und es mir nicht anmerken lassen. Ist das aber jetzt ein Beispiel für Willenskraft? Weiterlesen „Ich kann nicht vs. Ich will nicht“

Dein Leben – Deine Regeln!

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Handlettering by Julia Lebenswelt

Du bist der King oder die Queen in deinem Leben! Du bestimmst wohin dich dein Weg führt!

Bist du unzufrieden mit der Richtung, die du eingeschlagen hast? Dann ändere sie!

Das kann schwierig sein. Ich weiß das. Aber ich weiß auch, dass es sich lohnt. Immer.

Also: Nimm dein Leben in die Hand! Du hast mehr Macht als du denkst!


Ich wünsche euch Kings und Queens eine tolle selbstbestimmte Woche! ❤

Studieren mit Depression

Kurz nach Beginn meines Psychologiestudiums ging es mit meiner Stimmung relativ schnell nach unten. Ich war in eine neue Stadt gezogen und kannte dort niemanden. Noch dazu wohnte ich allein (was mir grundsätzlich sehr recht ist) und habe meine Therapie an meinem Heimatort beendet.

Ich glaube der größte Faktor dafür, dass ich eine Depression entwickelt habe, war, dass ich von meiner Familie getrennt war und eben auch ansonsten ganz alleine war. Klar, man spricht schon mit Kommilitonen und lernt diese auch nach und nach kennen. Aber, ich finde Leute kennen lernen sehr anstrengend, weil ich immer Angst habe, was falsch zu machen oder, am allerschlimmsten, Panik davor habe, dass sie mich nicht mögen könnten. Außerdem fällt es mir schwer Menschen sofort Vertrauen entgegen zu bringen. Somit waren das alles nur oberflächliche Bekanntschaften und das war für den sozialen Anteil in mir definitiv zu wenig.

Dazu kam, dass mein Essverhalten auch, ich sag mal, sehr speziell war (gestört trifft es wohl besser). Ich hatte viele Fressanfälle, wobei ich oft den ganzen Tag über nichts gegessen habe. Dann am Abend war es sozusagen meine Belohnung endlich den Tag überstanden zu haben und essen in mich reinzustopfen. Ich fühlte mich durch dieses Essverhalten sehr unwohl, sowohl körperlich als auch psychisch.

Ich habe den Sinn nicht mehr gesehen, in den Dingen die ich getan habe. Wofür studiere ich, wenn ich nie glücklich sein werde? Wenn das Leben immer nur anstrengend ist, will ich nicht mehr Leben! Ja, ich hatte passive Suizidgedanken. Niemals hätte ich mich getraut mir tatsächlich etwas anzutun. Viel zu viel Angst hatte ich vor den Schmerzen zu sterben. Weiterlesen „Studieren mit Depression“

11 wichtige Fakten über Magersucht

  1. Von allen erkrankten wird ungefähr 1/3 gesund, 1/3 leidet unter Restsymptomen und bei dem letzten Drittel nimmt die Magersucht einen chronischen Verlauf.
  2. Magersucht ist die psychische Krankheit mit der höchsten Mortalität. Zwischen 10-15% sterben an der Krankheit.
  3. Magersucht wird oft von anderen psychischen Krankheiten wie Depression, Zwängen, Angststörungen und Suchtverhalten begleitet.
  4. Magersüchtige sind oft sehr intelligente Menschen mit hohem Selbstanspruch (soll kein Eigenlob sein).
  5. Magersucht wird laut Diagnosekriterien nur bei starkem Untergewicht (BMI < 17,5) diagnostiziert.
  6. Die typischen Gedankenmuster einer Magersucht können aber bei jedem Gewicht auftreten. Dann wird eine atypische Essstörung diagnostiziert.
  7. Wichtig: Nicht jeder schlanke Mensch ist magersüchtig! Also bezeichnet nie jemanden als magersüchtig. Ob betroffen oder nicht, das ist auf jeden Fall sehr verletzend.
  8. Mit einem BMI unter 12 hat man nur eine 50%-ige Chance zu überleben.
  9. Magersüchtige lügen häufig, sind aber KEINE schlechten Menschen. Das gehört zum Krankheitsbild.
  10. Ziehe nie voreilige Schlüsse. Eine Konfrontation mit dem Betroffenen über sein Verhalten, führt in der Regel zu negativen Folgen!
  11. Der Wunsch möglichst dünn zu sein ist nur das Symptom, die Ursache liegt ganz woanders.

Schon mein letztes Video gesehen? Es geht darum wie Depressionen auf YouTube behandelt werden: Warum plötzlich alle YouTuber DEPRESSION haben / Julia Lebenswelt

Einzigartig, oder?

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Handlettering by Julia Lebenswelt

Wir alle sind einzigartig, special, was besonderes!

Das hat jeder von uns schon oft gehört. Vielleicht nicht persönlich, aber die sozialen Medien sind voll davon! Aber das hat auch einen Grund:

Man kann es nicht oft genug sagen! Mir passiert es oft, dass ich mir in dem Gewusel an Menschen, das in der Stadt oft herrscht, wie eine kleine unwichtige Kreatur vorkomme! Würde es das Universum interessieren, wenn ich plötzlich weg wäre?

Vermutlich nicht! Aber das muss es auch gar nicht! Vermutlich wird niemand von uns in die Geschichte eingehen und mit seinem Namen unsterblich werden. Wir denken immer im viel zu großen Rahmen!

Du bist einzigartig und du bist auch wichtig! Klar, nicht für alle Menschen. Aber für einige dafür umso mehr! Du machst das Leben anderer lebenswerter, spannender oder lustiger!

Jeder von uns hat seinen Platz im Universum! Auf die Größe kommt es dabei nicht an!

Ich wünsche euch eine wunderbare Januarwoche mit vielen lieben Menschen! ❤

Meine Essstörung – Früher vs. Heute

Seit der Zeit, in der ich sehr mit meiner Essstörung zu kämpfen hatte, hat sich vieles getan. Ein kleiner Vergleich:

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Das waren jetzt mal einige Punkte, die sich bei mir so in den letzten Jahren verändert haben. Wenn euch irgendein Thema genauer interessiert oder ihr wissen wollt wie mir diese Veränderung gelungen ist, schreibt mir das gerne in die Kommentare. Dann schreibe ich gerne noch ausführlicher darüber! 🙂

2018, wer bist du?

Ich hoffe ihr seid alle gut ins neue Jahr gestartet! Ein allerletztes Mal nerve ich euch heute nochmal mit meinem Jahresrückblick-Jahresvorschau-Gelaber.

Dieses Mal stürze ich mich gleich auf das noch so unschuldige Jahr und mach ihm mal klar, was ich mir 2018 von ihm erwarte! Da ich von Vorsätzen nichts halte (siehe vorheriger Beitrag), habe ich ein paar Wünsche formuliert (für viele muss ich aber selbst aktiv werden und werden mir leider nicht einfach so zufallen):

  • Gesundheit

Klingt so klassisch, ist aber so wichtig!

  • Mehr Zeit und Liebe für meine „Internetaktivitäten“

Mein Blog soll mindestens so konstant weiterlaufen wie jetzt und auf YouTube will ich endlich eine Richtung einschlagen mit der ich mich und meine Zuschauer sich wohlfühlen und Spaß haben. Außerdem liegt mein Instagram-Account schon einige Zeit im Winterschlaf. Da wird es Zeit ihn mal wieder aufzuwecken!

  • Mich selbst lieben

Weiterlesen „2018, wer bist du?“