Weltverbesserer vs. meine Einstellung zu mir

Ich versuche der perfekte Mensch zu sein. Das beginnt bei meiner Ernährung und hört bei meinem Konsumverhalten auf. Ich töte keine Spinnen, nicht mal Mücken kann ich erschlagen. Kurz um: Ich versuche meiner Umwelt möglichst wenig mit meiner Existenz zur Last zu fallen.

Das klingt jetzt so als würde ich mich selbst extrem klein machen. Und da kann ich nur sagen: Bingo! Genau das ist es. Ich denke ich würde alles tun, damit es anderen besser geht, mich selbst vergesse ich dabei leider häufig.

Wobei vergessen eigentlich nicht das richtige Wort ist. Ich bin eher ein Meister darin meine Bedürfnisse und Wünsche zu ignorieren. Warum sollte ich mich denn auch um mich kümmern, wenn ich mich selber gar nicht mag? So ein hässlicher, fetter, ängstlicher und unsicherer Mensch hat es doch nicht verdient ein schönes Leben zu führen.

So extrem habe ich zumindest lange Zeit gedacht. Mittlerweile würde ich sagen, dass ich auf der Extremheitsskala ein wenig nach unten gerutscht bin. Ich mag mein Äußeres noch immer nicht, meistens jedenfalls. Doch meine Persönlichkeit kann ja gar nicht so scheiße sein, wenn es immer wieder Leute um mich herum gibt, die (gerne?) Zeit mit mir verbringen.

Außerdem weiß ich zumindest theoretisch, dass ich es nicht verdient habe mich so schlecht zu behandeln wie ich niemanden sonst behandeln würde. Ich weiß auch, dass Eigenliebe ein Teil des Zufriedenheitspuzzles des Lebens ist.

Aber in der Praxis klappt das oft nicht so gut. Ich sehe oft einfach keinen Sinn dahinter mir jetzt Zeit für mich zu nehmen und auf mich zu achten. Besonders weil die Ergebnisse auf sich warten lassen. Ja, ja, das nicht enden wollende Thema Ungeduld lässt grüßen! Weiterlesen „Weltverbesserer vs. meine Einstellung zu mir“

Motivation am Montag – #17…heute mit: HUNDEN <3

Hunde 1

Noch mehr Motivation in Form von Tierbabys gefällig?

Ich wünsche euch einen guten Start in die neue Woche und wer etwas Musik braucht, um in Schwung zu kommen kann gerne mal bei meinem letzten Video vorbeischauen! 🙂

Alles Liebe, Julia ❤

Essen auf dem Klo!

Stellt euch vor, ab sofort dürfte euch niemand mehr jemals dabei sehen wie ihr euch Essen in den Mund schiebt! Jegliche Nahrungsaufnahme müsste geheim gehalten werden. Essen im stillen Kämmerlein sozusagen! Klingt anstrengend? Ist es auch! Willkommen in meiner Realität im Januar 2014!

Ich habe es eigentlich während meiner Schulzeit im Gymnasium immer vermieden vor oder mit anderen zu essen. Mit „anderen“ sind meine Mitschüler und Gleichaltrige gemeint. Mit Menschen aus meinem engen Umkreis ging es mit der Zeit ganz gut. Wäre auch etwas schwierig gewesen sich am Essenstisch mit der Familie seinen Teller Nudeln zu schnappen und damit in sein Zimmer zu verduften.

Den Höhenpunkt dieses „Ich-vermeide-um-jeden-Preis-vor-anderen-zu-Essen“ fand dann bei meiner erneuten Magersuchtssphase statt. Falls ihr euch genauer für meinen Krankheitsverlauf interessiert, könnt ihr euch hier gerne meine Geschichte durchlesen.

Spätestens als ich einen Essensplan verschrieben bekam, um den Weg bis zum Abitur lebend zu überstehen, wurde das Ganze echt kompliziert. Ich hab mich noch mehr von meinen Mitschülern abgeschottet als ohnehin schon. Nur um unbeaufsichtigt mein trockenes Brötchen Stückchen für Stückchen zu inhalieren. Und das ist keine Untertreibung. Das Verspeisen eines Brötchens konnte ruhig mal 45 Minuten dauern. Ihr könnt euch vorstellen wie schwierig es ist in einer Schule für so lange Zeit eine menschenleere Stelle zu finden.

Hier wird es jetzt vermutlich für den ein oder anderen etwas eklig. Sorry, dafür. Aber ein Ort, wo man bekanntlich meist doch allein ist, ist die Toilette. Richtige Schlussfolgerung: Auf dem Klo kann ich in Ruhe alleine essen. Weiterlesen „Essen auf dem Klo!“

Ich singe für euch! – Was Musik für mich macht (+ Video)

Mit 6 habe ich ein Jahr Blockflöte gespielt. Mit 12 hatte ich Gesangsunterricht. Mit 13 habe ich ein Jahr Gitarre gespielt und wieder alles verlernt. Unter der Dusche singe ich regelmäßig. Das sind alle meine musikalischen Fähigkeiten, die ich vorzuweisen habe. Bis vor ca. einem halben Jahr.

Im Frühjahr 2017 habe ich im Rahmen meines Psychologiestudiums ein Praktikum in einer psychosomatischen Klinik gemacht. Der ehemalige Patient (ich) hat sozusagen mal seine Rolle getauscht und hat andere Patienten behandelt.

Neben vielen fachlichen Erfahrungen, habe ich dort aber auch den Zauber der Musik erfahren dürfen. Alle Praktikanten waren in einem gemeinsamen Gebäude untergebracht. Kein Wunder also, dass wir häufig am Abend beisammen gesessen sind und über Gott und die Welt geredet haben. (Wirklich, ich hatte noch nie so tiefsinnige Gespräche!)

Und da gab es auch einige, die ihre Gitarren dabeihatten und ihre selbstgeschriebenen (!) Lieder vorgespielt haben. Das war so eine schöne Atmosphäre, mir wird jetzt noch ganz warm, wenn ich daran denke. Weiterlesen „Ich singe für euch! – Was Musik für mich macht (+ Video)“

Motivation am Montag – #16…Handlettering

Heute gibt´s mal eine selbstgemachte Montagsmotivation! Was sagt ihr dazu?

Falls ihr noch mehr meiner Bilder sehen wollt, könnt ihr gerne auch mal bein Instagram vorbeischauen oder mein letztes Motivation am Montag mit süßen Tierbabys anschauen.


 

„Free like a butterfly“ Dieser Spruch drückt aus wie wichtig Freiheit für mich ist und ist auch eine Erinnerung daran, dass wie uns viel zu oft selber Ketten anlegen, obwohl wir doch eigentlich frei sein könnten!

Ich wünsche euch eine wunderschöne Septemberwoche! ❤

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Handlettering by Julia Lebenswelt

Nenn mich Fräulein Murmeltier!

Wenn mir Leute erzählen, dass sie mit sechs Stunden Schlaf auskommen, kann ich nur mit einem herzhaften Gähnen reagieren. Denn allein schon der Gedanke an so wenig Schlaf, löst bei mir akute Müdigkeit aus.

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by pixabay

Ich hab schon immer viel geschlafen. Als Kind hab ich sowieso meine 10 – 12 Stunden Schlaf gebraucht und auch als ich in der Oberstufe war, habe ich penibel darauf geachtet ja nicht unausgeschlafen in die Schule zu kommen. Zugegeben, diese Disziplin grenzte schon ans Zwanghafte.

Heute ist es so, dass ich ein Minimum von neun Stunden schlafe, um den Tag meistern zu können. Das ist doch ganz normal, denkst du jetzt vielleicht. Ja, das mag schon sein, aber die Sache ist, dass ich diese neun Stunden Schlaf in der Nacht brauche.

Dazu kommt aber noch eine Menge Schlaf über den Tag verteilt. Und das ganze läuft nach folgendem Prinzip ab: gute Laune = weniger Schlaf, schlechte Laune = mehr Schlaf. Das bedeutet, dass ich während meiner depressiven Phase wesentlich mehr schlafe, als wenn ich gerade in einem relativ stabilen Zustand bin. So weit, so normal. Denn wenn man sich den Symptomkatalog einer Depression anschaut, steht da, dass Betroffene entweder zu wenig oder zu viel schlafen. Weiterlesen „Nenn mich Fräulein Murmeltier!“

F*ck dich, Ana! – Liebes Tagebuch #1

Eine liebliche Überschrift oder? Ich habe mir gedacht, dass ich euch solche und mehr poetische Ergüsse aus meinen Tagebüchern nicht vorenthalten sollte. Und genau deshalb kommen in der Reihe „Liebes Tagebuch“ ab sofort immer wieder Beiträge, die aus meinen Tagebüchern entnommen sind, die ich während meiner schlimmsten Krankheitsphasen geführt habe, möglichst ungefiltert. Heute gehen wir mal ganz weit ins Jahr 2014 zurück und lauschen einer Kampfansage gegenüber meiner Anorexie:

Montag, 27.10.2014

Mir reicht es mit dir Ana! Du bist nicht mehr meine Freundin! Es kann doch nicht sein, dass ich von einem Apfel einen Heulkrampf bekomme. Alle wollen mir helfen, aber ich verschmähe die Hilfe. Falls es niemals besser wird, habe ich noch immer die Möglichkeit mich umzubringen. Klingt hart, aber nur mit dem Gedanken kann ich noch einmal versuchen zu kämpfen. Weiterlesen „F*ck dich, Ana! – Liebes Tagebuch #1“