Mein aktuelles Essverhalten

Mein Essverhalten hat sich in den letzten zwei Jahren drastisch verändert. Vom zählen jeder Kalorie, wurde ein Wie-viel-essen-kann-mein-Bauch-vertragen-ohne -sich-zu-übergeben-Denken.

Ich kann nicht sagen, welches Verhalten schlimmer ist. Schädlich sind beide, physisch sowie psychisch. Klar führt ein Abmagern des Körpers schneller zum biologischen Tod, als sich zu überessen. Und deshalb wird Magersucht von Ärzten viel ernster genommen als Binge Eating oder Bulimie. Schließlich haben sie Normal- oder sogar Übergewicht.

Meiner Meinung nach ist intuitives Essen die „richtige“ Art zu essen. Als Kinder hatten wir alle diese innere Weisheit, genau zu wissen, was und wie viel wir essen. Lebensmittel wurden nicht in „gut“ und „böse“ eingeteilt und wenn wir Hunger hatten, haben wir gegessen und wenn wir satt waren haben wir damit aufgehört. Es gibt mittlerweile viele Programme und Bücher, die sich mit dem Thema „intuitiven Essen“ und „achtsam Essen“ auseinandersetzen und auf ein Anti-Diät Programm fußen. Ich werde einiges davon auch noch auf meinem Blog vorstellen und das Thema hier häufiger aufgreifen.

Soweit die Theorie. In der Praxis ist es leider nicht so einfach von jetzt auf gleich zu einem intuitiven Esser zu mutieren. Glaubt mit, ich habe es versucht. Allein auf sein Hunger- und Sättigungsgefühl zu achten, stellt für einen essgestörten Menschen eine Mammutaufgabe da. Bei jedem Bissen denke ich: War das jetzt genug? Soll ich noch einen Bissen essen oder nicht? Bin ich jetzt genug satt oder darf ich mich noch „sätter“ fühlen?

Auf meinem Weg zum gesunden Essverhalten bin ich auch über Veganismus gestolpert. Genauer gesagt auf „Raw till 4“ und den ganzen Kult um Freelee dem Banana-Girl. Ich bin mir sicher, dass sie einige von euch kennen. Ich habe mich sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt, habe Low-Carb-Veganismus ausprobiert und dann wieder Reis und Kartoffeln zu meinen besten Freunden erklärt.

Unterm Strich finde ich Veganismus noch immer eine gute Sache, vor allem aus ethischen Gründen. Daher bezeichne ich mich als „Teilzeit-Veganer“ und „Vollzeit-Vegetarier“. Jetzt gibt es sicher gleich den Vorwurf, dass ich in „gute“ (pflanzliche) und „schlechte“ (tierische) Lebensmittel einteile und das widerspricht intuitivem Essen. Dem kann ich nur entgegnen, dass es zwei Lebensweisen sind, die zwar zu Beginn widersprüchlich scheinen, jedoch bei genauerer Betrachtung gut nebeneinander leben können. Dazu in einem anderen Blogpost mehr.

Fazit der Geschichte ist, dass ich momentan versuche regelmäßig zu essen (die Betonung liegt auf Versuchen). Ich bemühe mich dabei Hunger und Sättigung wahrzunehmen, jedoch noch nicht danach zu handeln. Das heißt, auch wenn ich Sättigung verspüre, kann ich trotzdem meine Portion aufessen. In diesem Schritt möchte ich erst mal sicher werden, um dann einen weiteren Schritt im intuitiven Essen zu gehen….

Was haltet ihr vom intuitiven Essen? Habt ihr Erfahrung damit?

Autor: Lebenswelt

Herzlich willkommen in meiner Lebenswelt! Ich bin Julia (21) und in meinem Leben habe ich schon die Diagnosen Magersucht, Binge Eating, Depression und soziale Phobie bekommen. Momentan lebe ich nur noch mit „Restsymptomen“ dieser Krankheiten und beginne das Leben wieder zu genießen. Auf meinem Blog schreibe ich über meine Erfahrungen mit psychischen Krankheiten, versuche mit Vorurteilen aufzuräumen, Wege zu einem gesünderen Leben zu finden und ich berichte über alles, was sich in meiner Lebenswelt so abspielt. Werdet inspiriert und motiviert ebenfalls euren Weg zu finden und euch selbst zu akzeptieren! Denn eure Lebenswelt ist lebenswert!

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