Angst in der U-Bahn – Dialog im Kopf #2

Hier geht’s zum 1. Dialog im Kopf, wo ich auch genauer beschreibe um was es hier geht.

Neulich in der U-Bahn:

KOPF: Hey, guck dir doch mal die Leute um dich herum an! Die sind in ihr Leben vertieft. Siehst du den Kerl da drüben? Der schreibt bestimmt grade seine Freundin! Oder die Oma hinten in der Ecke? Die denkt vielleicht gerade an ihre Enkelkinder und wie froh sie ist eine so wundervolle Familie zu haben!

Und jetzt schau dich an: Du sitzt ganz allein da. Du vermeidest um jeden Preis Augenkontakt mit den anderen Menschen. Du hast Angst sie könnten sehen wie allein du in Wirklichkeit bist.

ICH: Ich weiß, dass das nicht wahr ist! Jeder hat Probleme in seinem Leben, auch wenn es oft nicht so offensichtlich scheint.

KOPF: Ah ja! Und warum nehmen diese Menschen keine Antidepressiva, fressen sich nicht voll, bis ihnen schlecht ist und verkriechen sich nicht jeden Abend in ihren vier Wänden?

ICH: Du weißt doch nichts über diese Menschen. Vielleicht sind sie schwer krank, haben Probleme in der Arbeit oder mit ihrer Beziehung?

KOPF: Zumindest arbeiten sie und haben eine Beziehung!

ICH: Sicher nicht alle!

KOPF: Ok, wenn du also denkst du bist genau wie sie, warum schaust du sie dann nicht an? Wovor hast du denn Angst?

ICH: Auch sie schauen mich ja nicht an. Jeder lebt in seiner Blase, in seiner eigenen Welt und die U-Bahn ist nun mal kein Café, wo man über Gott und die Welt redet.

KOPF: Du weißt nicht, ob sie dich nicht beobachten, wenn du sie nicht ansiehst! Los schau ihnen in die Augen und beweise mir, dass du es nicht kannst!

Ich hebe den Kopf und blicke mein Gegenüber an. Als er den Kopf dreht und unsere Augen sich treffen, bleibt seine Miene unverändert. Ich halte diesem Druck keine zwei Sekunden stand. Zu schnell wende ich den Blick wieder ab und schaue aus dem Fenster, obwohl es da nichts zu sehen gibt.

KOPF: Ich wusste, dass du es nicht kannst!

Autor: Lebenswelt

Herzlich willkommen in meiner Lebenswelt! Ich bin Julia (21) und in meinem Leben habe ich schon die Diagnosen Magersucht, Binge Eating, Depression und soziale Phobie bekommen. Momentan lebe ich nur noch mit „Restsymptomen“ dieser Krankheiten und beginne das Leben wieder zu genießen. Auf meinem Blog schreibe ich über meine Erfahrungen mit psychischen Krankheiten, versuche mit Vorurteilen aufzuräumen, Wege zu einem gesünderen Leben zu finden und ich berichte über alles, was sich in meiner Lebenswelt so abspielt. Werdet inspiriert und motiviert ebenfalls euren Weg zu finden und euch selbst zu akzeptieren! Denn eure Lebenswelt ist lebenswert!

3 Kommentare zu „Angst in der U-Bahn – Dialog im Kopf #2“

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