Ein Kampf mit Binge Eating – Meine Geschichte (2)

Dies ist der zweite Teil meiner Essstörungsgeschichte. Im ersten Teil habe ich über meine Jugend mit Magersucht geschrieben. Heute geht es um meine Binge Eating Disorder.

Kurz vorweg: Binge Eating zeichnet sich aus, dass Menschen innerhalb kürzester Zeit Unmengen an Essen zu sich nehmen und, anders wie bei Bulimie, nicht danach erbrechen oder den „Kalorienüberschuss“ durch Sport oder andere Mittel loszuwerden.

Im vorherigen Post habe ich euch erzählt, dass ich mit dem Jahresvorsatz wieder zu essen zu beginnen meiner Magersucht den Kampf ansagen wollte. Schon zuvor habe ich gemerkt, dass es mir immer schwerer gefallen ist, die geringe Menge an Essen, die ich meinem Körper zuführe zu kontrollieren. Dementsprechend konnte ich mich nicht mehr zurückhalten als mein Kopf endlich grünes Licht gab.

Kein Essen war vor mir sicher. Ich habe gegessen bis mir schlecht war. Alles was im Haus zu finden war, habe ich nur so in mich hineingestopft. Zu Beginn dachte ich, dass dieses Verhalten vollkommen normal war. Ich hatte bereits von diesen extremen Hunger nach Phasen der Essensrestriktion gehört. Also ging dieses wahnsinnige Essverhalten weiter.

Natürlich nahm ich relativ schnell zu und kam auch wieder zu Kräften. Doch ich konnte nicht aufhören. Es gab so gut wie keine Tage an denen ich nicht die Kontrolle über das Essen verloren habe. Dieses Verhalten habe ich bis zum Ende des Jahres fortgeführt. Ich habe zwar in der Zwischenzeit zu studieren begonnen, aber mein Essverhalten bekam ich trotzdem nicht in den Griff. Immer wieder versuchte ich erneut abzunehmen und sogar mich zu übergeben. Ich hasste meinen Körper und ich war psychisch am Ende.

Ein paar Monate später habe ich mir selbst das Leben gerettet, indem ich zu einem Psychiater gegangen bin und mit Medikation meine Depression in den Griff zu bekommen. Außerdem habe ich eine Psychotherapie begonnen. Meine Stimmung wurde in den nächsten Monaten besser und ich begann mich zu erholen. Mein Essverhalten war noch immer gestört und ich hatte mehr schlechte Tage als gute, aber über den Sommer gab es sogar mal vier Wochen, wo ich es ohne einen Fressanfall geschafft habe.

Momentan geht es mir psychisch besser, als wie die letzten drei Jahre. Trotzdem bin ich weit entfernt gesund zu sein. Ich habe noch immer wenig Kontrolle über mein Essverhalten, bin mit meinem Körper unzufrieden und habe Angst vor dem Leben.

Trotzdem kämpfe ich weiterhin und bin davon überzeugt, dass ich gesund werden kann und ich weiß auch, dass mir dieser Blog helfen wird.

Autor: Lebenswelt

Herzlich willkommen in meiner Lebenswelt! Ich bin Julia (21) und in meinem Leben habe ich schon die Diagnosen Magersucht, Binge Eating, Depression und soziale Phobie bekommen. Momentan lebe ich nur noch mit „Restsymptomen“ dieser Krankheiten und beginne das Leben wieder zu genießen. Auf meinem Blog schreibe ich über meine Erfahrungen mit psychischen Krankheiten, versuche mit Vorurteilen aufzuräumen, Wege zu einem gesünderen Leben zu finden und ich berichte über alles, was sich in meiner Lebenswelt so abspielt. Werdet inspiriert und motiviert ebenfalls euren Weg zu finden und euch selbst zu akzeptieren! Denn eure Lebenswelt ist lebenswert!

1 Kommentar zu „Ein Kampf mit Binge Eating – Meine Geschichte (2)“

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