Bedürfnisse verwechseln – Dialog im Kopf #3

Hier geht´s zu Dialog #1 und Dialog #2.

Ich komme nach einem langen Tag müde nach Hause.

KOPF: Jetzt brauchst du erst mal etwas zu essen, zum Entspannen, zum Runterkommen! Lass mal nachsehen, was noch alles so an Essen da ist!

ICH: Aber ich hab doch gar keinen Hunger. Ich bin einfach nur total erschöpft und müde.

KOPF: Aber du brauchst auch Entspannung. Und aus Erfahrung weißt du, dass dich nichts so sehr beruhigt wie Essen.

ICH: Ja, aber das funktioniert doch nur kurzfristig. Wenn ich zu viel gegessen habe geht es mir nachher schlecht, körperlich und psychisch.

KOPF: Aber wir machen das schon seit Jahren so: Wir kommen nach Hause und das erste, was wir machen ist etwas zu essen.

ICH: Aber ich habe doch das Bedürfnis mich hinzulegen. Essen wird das Bedürfnis nicht stillen.

KOPF: Tja, wenn du meinst. Versuch es! Leg dich hin und währ´ dich gegen meine Gedanken!

Ich lege mich aufs Bett, kuschle mich unter die Decke und versuche mich auf meinen Atem zu konzentrieren. Doch ständig stören mich Gedanken:

KOPF: Jetzt liegst du da. Entspannt es dich? Ich weiß, dass du trotzdem gerne essen würdest. Komm schon! Jetzt hast du etwas anderes probiert, hast dich hingelegt, und siehst, dass es nichts bringt. Steh auf und iss!

ICH: Nein, ich bin stärker als du! Du willst mir nur schaden.

KOPF: Steh auf und iss! Steh auf und iss! Steh auf und iss!

Die Gedanken werden übermächtig. Ich kann mich nicht mehr währen. Langsam stehe ich auf und gehe in Richtung Küche…

Autor: Lebenswelt

Herzlich willkommen in meiner Lebenswelt! Ich bin Julia (21) und in meinem Leben habe ich schon die Diagnosen Magersucht, Binge Eating, Depression und soziale Phobie bekommen. Momentan lebe ich nur noch mit „Restsymptomen“ dieser Krankheiten und beginne das Leben wieder zu genießen. Auf meinem Blog schreibe ich über meine Erfahrungen mit psychischen Krankheiten, versuche mit Vorurteilen aufzuräumen, Wege zu einem gesünderen Leben zu finden und ich berichte über alles, was sich in meiner Lebenswelt so abspielt. Werdet inspiriert und motiviert ebenfalls euren Weg zu finden und euch selbst zu akzeptieren! Denn eure Lebenswelt ist lebenswert!

1 Kommentar zu „Bedürfnisse verwechseln – Dialog im Kopf #3“

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