Weinen – Stärke oder Schwäche?

Ich habe schon fast ein Jahr nicht mehr geweint. Vor drei Jahren habe ich jeden Tag geweint. Ja, ich bin ein Mensch der zu Extremen neigt. Balance zu finden ist meine Lebensaufgabe ;).tree-738816_1920.jpg

Als ich viel geweint habe, wünschte ich mir nicht mehr zu weinen. Jetzt, wo ich selten weine, denke ich, ich sei emotionslos und kalt.

Weinen gilt als Schwäche. Zumindest in unserer Gesellschaft. „Ein Indianer kennt keinen Schmerz!“ oder „Männer weinen nicht!“ sind nur einige Ergebnisse dieses kranken Denkens. Wer Tränen vergisst, macht sich verwundbar, zeigt sich mit seinen Fehlern und ist offen für Angriffe.

Vor allem die Herren der Schöpfung haben mit diesem Stigma zu kämpfen. Ich habe meinen Vater niemals weinen sehen. Nicht einmal auf der Beerdigung seines Vaters. Ich würde meinen Vater nicht als emotionslos bezeichnen. Er wurde einfach nicht dazu erzogen, seine Gefühle zu zeigen. So blieben sie tief in ihm verborgen.

Jungs glauben noch immer, Mädchen mögen starke Männer. Das stimmt auch. Es kommt nur auf die Definition des Wortes Stärke an! Wenn Jungs darunter verstehen ihre Gefühle zu verstecken, das Alpha-Tier zu spielen und mit ihren Muskeln zu diskutieren, dann ist „Stärke“ unattraktiv. Wenn ein Junge dir zuhört, mit Worten kommuniziert, nahbar und sensitiv ist, dann wünsche ich mir mehr starke Männer auf dieser Welt!

Sollte diesen Beitrag ein Junge oder Mann lesen: Mädchen und Frauen wünschen sich einen Partner, der Emotionen zeigen kann. Dass darf Ärger sein, dass dürfen Tränen sein! Zeigt was ihr empfinden und wer ihr wirklich seid! Versteckt euch nicht hinter einer Maske und versucht nicht euren Kumpels zu gefallen, indem ihr einen auf Hart macht! Unterdrückung von Emotionen geht erfahrungsgemäß langfristig nicht gut und kann im schlimmsten Fall psychisch krank machen.

Emotionen sind erwünscht, kann man sie mal nicht zulassen, ist das nur menschlich und ebenfalls ok!

 

 

 

 

Autor: Lebenswelt

Herzlich willkommen in meiner Lebenswelt! Ich bin Julia (21) und in meinem Leben habe ich schon die Diagnosen Magersucht, Binge Eating, Depression und soziale Phobie bekommen. Momentan lebe ich nur noch mit „Restsymptomen“ dieser Krankheiten und beginne das Leben wieder zu genießen. Auf meinem Blog schreibe ich über meine Erfahrungen mit psychischen Krankheiten, versuche mit Vorurteilen aufzuräumen, Wege zu einem gesünderen Leben zu finden und ich berichte über alles, was sich in meiner Lebenswelt so abspielt. Werdet inspiriert und motiviert ebenfalls euren Weg zu finden und euch selbst zu akzeptieren! Denn eure Lebenswelt ist lebenswert!

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