Soziale Phobie – 5 schwierige Alltagssituationen

fear-of-heights-2040805_1280Mal kurz jemanden anrufen oder nach dem Weg fragen. Kleine Situationen, die mir eine riesige Angst einjagen. Die schlimmsten hier für euch aufgelistet:

  1. Telefonieren ist für mich die Hölle!

Besonders, wenn es um Fremde geht. Aber auch bei Bekannten, steigt mein Puls etwa um die Höhe eines Baumes. Hochhaushoher Puls erwartet mich bei einem Telefonat, wo es um Terminvereinbarung oder Nachfragen geht. Ein bis in den Himmel hoher Puls überfällt mich zum Beispiel bei einem Vorstellungsgespräch am Telefon. Unterm Strich: Telefonieren ist nichts für mich!

  1. Ob per Telefon oder in Geschäften, ich hasse es nachzufragen.

Finde ich zum Beispiel keine Handcreme im Drogerieladen ist es schon vorgekommen, dass ich anstatt zu fragen, aus dem Geschäft gegangen bin und sie in einer anderen Drogerie gekauft habe. Natürlich drehe ich davor mindestens fünf Runden im Geschäft und verurteile mich wie ich nur so dumm sein kann die Handcreme nicht zu finden.

  1. Rausgehen: Und zwar aus dem Haus.

Da bin ich sehr speziell. Ich bin der Meinung, dass die Augen der Nachbarn prinzipiell nur auf mir ruhen und permanent warten, dass ich mein Haus verlasse. Ne, war nur Spaß! Aber ich will einfach nicht gesehen werden, wenn ich meine Wohnung verlasse. Ich will nicht, dass sich jemand über mich Gedanken macht. Besonders schlimme Ausmaße bekommt das am Wochenende. Denn, wo alle Menschen rausgehen, habe ich die größte Angst dies selber zu tun. Nicht weil ich die Menschen an sich fürchte, sondern ihre Gedanken über das was ich tue. In dieser Hinsicht könnte mich getrost als narzisstisch bezeichnen.

  1. Ich hasse neue Orte.

Ich kenne mich gern aus. Das gibt mir Sicherheit. Der Weg zur Uni oder zum Supermarkt? Kein Problem. Alles im Kopf gespeichert. Muss ich mich aber an einem neuen Ort zurechtfinden, werde ich schnell nervös. Dies gilt jedoch nur, wenn ich allein unterwegs bin.

  1. Alle Aufmerksamkeit auf mich? – Nein, danke!

Ich hasse es im Mittelpunkt zu stehen. Wenn alle Augen auf mich gerichtet sind, funktioniert mein Gehirn nicht mehr richtig und der einfachste Satz wird zum Desaster. Also, wenn du mich als Person kennenlernen willst, dann treffen wir uns am besten zu zweit in einer stillen Ecke. Ansonsten kann es gut passieren, dass ich den Eindruck vermittle so sozial zu sein wie ein Einsiedlerkrebs.


Kennt ihr auch schwierige Alltagsituationen, denen ihr euch immer wieder stellen müsst? Wie geht ihr damit um?

Autor: Lebenswelt

Herzlich willkommen in meiner Lebenswelt! Ich bin Julia (21) und in meinem Leben habe ich schon die Diagnosen Magersucht, Binge Eating, Depression und soziale Phobie bekommen. Momentan lebe ich nur noch mit „Restsymptomen“ dieser Krankheiten und beginne das Leben wieder zu genießen. Auf meinem Blog schreibe ich über meine Erfahrungen mit psychischen Krankheiten, versuche mit Vorurteilen aufzuräumen, Wege zu einem gesünderen Leben zu finden und ich berichte über alles, was sich in meiner Lebenswelt so abspielt. Werdet inspiriert und motiviert ebenfalls euren Weg zu finden und euch selbst zu akzeptieren! Denn eure Lebenswelt ist lebenswert!

8 Kommentare zu „Soziale Phobie – 5 schwierige Alltagssituationen“

  1. Hallo Julia,
    das alles kenne ich nur zu gut!
    Telefonieren vermeide ich gerade vollkommen. Das wissen alle, die mich irgendwie erreichen müssen und schicken SMS oder E-Mails.
    In Stresssituationen habe ich eine totale Sprachblockade. Das ist inzwischen schon besser, eine Zeit lang habe ich keine ganzen Sätze und nur abgehackt sprechen können. Da kam ich mir wirklich vor wie ein „Psycho“ (jedenfalls war ich mir sicher, dass das alle anderen auch glaubten).
    Ich bin mir nicht ganz sicher, wie groß der Anteil Angst ist, der dem zugrunde liegt (und der definitiv vorhanden ist) und wie großen Anteil „einfach nur“ die Depression ausmacht (je stärker die Depression, um so stärker die soziale Angst), und ob mit der Depression nicht sogar die Angst (Phobie) zur Abneigung (…pathie) wird und ich schlicht und einfach auch andere Menschen um mich absolut nicht ertragen kann – insbesondere wenn sie gute Laune haben. Ein fröhliches „Guten Morgen“ zu hören, kann mich zur innerlichen Explosion bringen.

    Ich habe mich entschieden, zunächst weiter mit einer Psychoanalyse am Kern meiner Probleme zu arbeiten, um mich dann, wenn ich stabiler bin, wieder vermehrt sozialen Situationen aussehen zu können.

    Gefällt 1 Person

  2. Hallo Julia! Ich bin neu hier und versuche mich gerade hier zurecht zu finden- da bin ich auf deinen blog gestoßen. Ich leide an einer sozialen Phobie und werde in Zukunft meinen Blog auch darüber gestalten. Ich würde mich mega freuen wenn du in zukunft mal bei mir vorbeischaust. Ganz Liebe grüße! 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. Hey! 🙂 Herzlich willkommen bei mir und in der Bloggerwelt ;). Wenn du irgendwelche Fragen bezüglich bloggen oder sonstwas hast, schreib mir ruhig. Obwohl ich mich wahrscheinlich selber gar nicht so gut auskenne ;). Haha. Ich freu mich schon sehr auf deinem Blog und von dir zu lesen. Ich kann dir nur aus eigener Erfahrung sagen, dass die Blogger und die Leser sehr freundliche Menschen sind. Das heißt da brauchst keine Angst zu haben hier deine Gedanken zu äußern. Vielleicht hilft dir das irgendwie, weil wenn ich an mich zurückdenke war ich am Anfang sooo nervös was zu schreiben.
      Alles Liebe und viel Spaß beim Bloggen!
      Julia ❤

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s