Hunde als Ersatz

Partnerersatz. Kinderersatz. Liebesersatz. Auf so manchen Hundeschultern lastet so einiges. Wir sind uns als Besitzer aber oft gar nicht bewusst, dass es für Hunde oft mit Stress verbunden ist diese Rolle einzunehmen.

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Mein Hund ist wie eine kleine Schwester für mich. Ich suche ihre Nähe und weiß sie wird mir gewährt. Wenn es mir schlecht geht, kuschelt sie sich an mich. Bin ich mit ihr draußen unterwegs, gibt sie mir Sicherheit.

Sie ist ein Ventil, muss sich alles, was ich sage immer wieder anhören. Hat schon häufig meine Essanfälle miterlebt. Bekommt meine Stimmung über die Leine zu spüren. Hat mich schwach und traurig erlebt. Musste mitansehen wie ich mit meiner Mutter lauthals gestritten habe. Sieht mich kommen und gehen. Musste sich darauf einstellen, dass Papa plötzlich weg war. Fragt sich, warum ich sie ständig allein lasse und sie nur so selten besuchen komme.

Ich will keine Kinder, ich will Hunde. Meine Küsse kennt nur sie. Sie redet nicht, gibt keine Ratschläge und wertet nicht. Sie ist wie ein Mensch für mich, ein sehr wichtiger Mensch.

Dabei hat auch ein Hund Bedürfnisse. Bedürfnisse, die oft stark von den unseren abweichen. Die Begegnung mit einem fremden Hund, freut die meisten Hunde nicht auf den ersten Blick, sondern stresst sie. Aber mein Hund braucht doch soziale Kontakte! Ja, aber nicht so viele. Er ist kein Mensch und versuche nicht deine Bedürfnisse zu befriedigen, indem du sie auf den Hund überträgst.

Ein Hund ist wie ein Schwamm, der all unsere Gefühle, Gedanken und Handlungen in sich aufnimmt. Er kann mit niemanden darüber sprechen, frisst sie sozusagen in sich hinein und muss damit fertig werden.

Eine, wenn nicht sogar die einzige, Coping-Strategie die dem Hund zur Verfügung steht ist das Spiegeln. Seinem Herrchen oder Frauchen zu zeigen, dass die angebliche Aggression des Hundes eigentlich vom Menschen selber stammt.

Hier besteht jedoch auch ein großes Problem: So gut der Hund auch Menschenkommunikation zu beherrschen scheint, so schlecht sind wir oft darin unseren Vierbeiner richtig zu verstehen.

Autor: Lebenswelt

Herzlich willkommen in meiner Lebenswelt! Ich bin Julia (21) und in meinem Leben habe ich schon die Diagnosen Magersucht, Binge Eating, Depression und soziale Phobie bekommen. Momentan lebe ich nur noch mit „Restsymptomen“ dieser Krankheiten und beginne das Leben wieder zu genießen. Auf meinem Blog schreibe ich über meine Erfahrungen mit psychischen Krankheiten, versuche mit Vorurteilen aufzuräumen, Wege zu einem gesünderen Leben zu finden und ich berichte über alles, was sich in meiner Lebenswelt so abspielt. Werdet inspiriert und motiviert ebenfalls euren Weg zu finden und euch selbst zu akzeptieren! Denn eure Lebenswelt ist lebenswert!

2 Kommentare zu „Hunde als Ersatz“

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