Essensplan – Fluch oder Segen?

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Ich habe auf dem Weg aus meiner Essstörung schon alle möglichen Essensarten ausprobiert. Ich habe mindestens schon genauso viele „Essensplanumstellungen“ hinter mir, wie ein anderer Diäten.

Während meiner Magersucht war ich im Kalorien zählen ganz groß. Jeder kleinste Bissen wurde eingerechnet und ich hab meist 50 – 100 Kalorien draufgeschlagen, weil sicher ist sicher. Denn den bösen Lebensmittelkonzernen ist ja nicht zu vertrauen. Die machen ihre Produkte doch immer „leichter“ als sie sind. So zumindest damals meine Annahme. In diesem Artikel hab ich genauer beschrieben wie krass mein Essverhalten während meiner Magersucht tatsächlich war.

Während meines stationären Klinikaufenthalts wurde, suprise suprise, nach streng vorgegebenem Essensplan  gegessen. Also wurde mir praktisch meine Entscheidung wie viel ich esse abgenommen. Was erstmal wie eine Erleichterung klingt, war für mich aber ziemlich stressig. Abgesehen von den Mengen, die ich dort in nur 30 Minuten essen musste, war ich extrem damit beschäftigt nicht noch stärker an Gewicht zu verlieren. Und dass obwohl ich alles, was mir vorgesetzt wurde brav in mich hineingeschaufelt habe. Die Mengen waren, obwohl für mich gigantisch, für meinen ausgemergelten Körper anscheinend zu wenig und die Ärzte der Klinik haben das leider nur schwer verstanden und meine Zunahmeprobleme damit erklärt, dass ich ja eine manipulative Magersüchtige sei und garantiert nicht alles esse, was ich sollte.

Nach meiner Entlassung habe ich versucht nach dem in der Klinik erlernten Schema weiter zu essen, was mehr oder weniger gut geklappt hat.

Als meine extreme Binge Eating Phase begann, habe ich alle Regeln über Bord geworfen, die meines Kopfes genauso wie auch die meines Körpers. Dass das kein optimales Essverhalten war, brauche ich wohl kaum zu erwähnen.

Im Laufe des nächsten Jahres stieß ich auf Veganismus, genauer gesagt auf High Carb Low Fat Veganismus. Mein Bestreben möglichst vegan zu essen ist bis heute vorhanden, dass High Carb Prinzip Gott sei Dank nicht.

Seit einiger Zeit bin ich nun am Schwanken, ob es für mich besser wäre nach einem Essensplan zu essen, indem zwar nicht steht was ich esse, sondern wann ich esse, regelmäßige Mahlzeiten sozusagen oder ob ich lernen sollte in meinen Körper hineinzuhören und intuitiv zu essen. Ich finde ich wäre meinem Körper nach all den Jahren Qual doch mal schuldig ihn selbst entscheiden zu lassen, was er möchte. Für mich ist diese Form des Essens die Erstrebenswerteste und auch wenn es mir jetzt nur bedingt gelingt, ist es mein Ziel irgendwann vollkommen intuitiv zu essen.

Bis dahin halte ich regelmäßige Essenszeiten für sinnvoll, da mein Hungergefühl manchmal so zuverlässig ist wie die Aussagen mancher Politiker. Dabei versuche ich vermehrt auf meinen Körper zu hören, indem ich in mich hineinspüre, wie viel Hunger ich habe und wie sich mein Sättigungsgefühl während dem Essen verändert. In Babyschritten bewege ich mich so hoffentlich Richtung Ziel: ein völlig intuitives Essverhalten, frei von Regeln, die in meinem Kopf irgendwann mal entstanden sind.


Habt ihr schon mal Erfahrungen mit Essensplänen gemacht und wie seid ihr damit zurecht gekommen? Oder seid ihr intuitive Esser oder wollt es werden? Eure Gedanken dazu interessieren mich sehr!

2 Gedanken zu “Essensplan – Fluch oder Segen?

  1. Oftmals muss man erstmal wieder lernen, auf seinen Körper zu hören, sodass ein intuitives Essverhalten von Anfang an nicht unbedingt die beste Wahl ist. Die Frage ist ja: Was ist für dich und dein Leben der beste Weg? Was willst du erreichen? Und was wünschst du dir in Bezug auf dein Essverhalten?

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