Ich habe das Gefühl, dass man in unserer Gesellschaft Leid immer aufwiegen muss. Wer leidet mehr? Und denk doch mal an die armen Kinder in Afrika! – Ich denke viele von uns haben einen solchen Satz schon einmal gehört.
Da stellt sich für mich die Frage: Ist es mir als „wohlhabende“ Westeuropäerin nicht erlaubt zu leiden?
Wenn ich mich vergleiche geht es mir hinterher noch schlechter. Ich weiß, dass es, rational gesehen, viele Menschen gibt, die ärmer dran sind als ich. Aber geht es ihnen besser, wenn ich aufhöre zu leiden? Wohl kaum. Ich denke mir dann noch zusätzlich: „Eigentlich darf es mir nicht schlecht gehen, weil es anderen schlechter geht als mir. Ich bin ein schlechter Mensch!“ Sehr viel „schlecht“ hier vorhanden und bekanntlich macht schlecht nicht wirklich glücklich.
Ich gebe dir und auch mir hiermit die Erlaubnis: DU DARFST DICH SCHLECHT FÜHLEN!
Wenn man sowas wie eine Art Vergleich durchziehen will, dann kann man versuchen sich in Dankbarkeit zu üben. Sei dankbar für das, was du hast, ohne den Faden zu anderen weiterzuspinnen.
Es mag Menschen geben, denen solche Vergleiche helfen. Sie fühlen sich dadurch besser. Dann halte ich sie nicht davon ab zu vergleichen. Mir tun solche Vergleiche nicht gut und deswegen lasse ich sie zukünftig sein!
Hier noch ein schöner Text zum Thema vom Poetry-Slammer Kaleb Erdmann, der meine Gedanken noch etwas besser zusammenfasst:
► !NEUES VIDEO!: ALLEIN aus der ESSSTÖRUNG?
Diesen Satz mit den Kindern aus Afrika kenne ich auch. Welch Unfug.
Es sind ganz andere Lebensverhältnisse und auch die Kinder in Syrien leben in ganz anderen Umständen als hier und es kann vielleicht helfen sich klar zu machen was man alles hat so wie die Grundbedürfnisse wie Sicherheit, Essen, Trinken, Ein Dach über dem Kopf und dennoch denke ich, dass selbst ein Mensch der sehr privilegiert aufgewachsen ist dafür vielleicht emotional total verhungert ist und jetzt eben… leidet. Schmerz und Leid sind subjektiv und können von jedem Menschen egal welcher Herkunft oder Lebensumständen empfunden werden.
Gutes Thema um mal darüber nachzudenken, ich halte hierbei ebenso wenig von Vergleichen! 🙂
Liebe Grüße
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Vielen Dank! 😊 Ich kann auch alles ,was du sagst zu 100% unterschreiben.
Liebe Grüße, Julia 💜
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Hammer!!
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Hallo Julia,
mir geht es nicht besser, wenn ich mitbekomme, was andere erleben müssen. Ganz im Gegenteil, es macht mich eher`wütend´, um es mal so auszudrücken.
Nur bin ich dadurch wesentlich bescheidener und achtsamer geworden.
Ich will jetzt keinen überfrachten, hab aber soeben einen schwierigen Artikle veröffentlicht, der mir schon lange auf der Seele lag. Aber vielleicht kannst du ja was damit anfangen, weil es im weitesten Sinne irgendwie dein Thema berührt:
https://4alle.wordpress.com/2018/03/28/empathie-mit-achtsamkeit-pt-1/
Jetzt aber Feierabend (hab das schlechte Wetter aber gut genutzt).
Jürgen aus Loy (PJP)
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Les ich mir gerne durch! Schönen Abend Jürgen 🙂
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Wie immer, toll und wahrheitsgetreu geschrieben. 😍 Ich für meinen Teil sehe es nicht anders.
Wobei ich mir durch so manchen Vergleich vor Augen führe, wie glücklich und zufrieden ich bin. Uns mangelt es im Grunde an nichts Materielles und doch ist das Gejammer in mancherlei Hinsicht gross. Das Glück trägt jeder in sich. Ob sich die andere des Vergleichs wirklich unwohl fühlt, ist und bleibt unbekannt. Wir sehen oftmals nur das, was wir sehen wollen oder sehen müssen.
Viele Grüße 🌻
Michaela
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Die andere Seite des Vergleichs… Wort verschluckt. 🙈
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Vielen Dank, Michaela! 💜 Ich muss dir zustimmen, dass viele Menschen zu viel Jammern. Vielleicht würde ihnen so ein Vergleich helfen. Ich weiß es nicht.
Liebe Grüße
Julia 🙂
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Ein guter Gedanke und auch das Video gefällt mir! Leider lebt unsere Welt in einem Wertesystem, das sich vergleicht…
Frohe Ostern und alles Liebe, Nessy
http://www.salutarystyle.com
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Ja, da hast du leider recht. Danke! 💜 Dir auch frohe Ostern! 🐣
Liebe Grüße, Julia
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Früher ging’s mir wie dir. Ich dachte ich hätte nicht das Recht zu leiden, und hab mich mit „Gewalt“ dazu gezwungen ..naja…“nicht zu leiden.“
Mittlerweile hab ich einigermaßen gelernt mir „erlauben“ zu leiden.
Noch dazu bin ich extrem Dankbarer Mensch.
Das beides hält das Gleichgewicht.
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Das freut mich sehr zu hören, dass du ein Gleichgewicht gefunden hast. 🙂 Es ist so wichtig und bestimmt das beste hier nicht in einem Extrem zu leben. Weiterhin alles Gute! 💜
Liebe Grüße
Julia
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