Vegan & Essstörung – Meine Erfahrung

Die liebe Cordula vom Blog Wir essen Pflanzen, hat ihre erste Blogparade ins Leben gerufen: Veggies – Eure Erfahrungsberichte. Wie der Titel schon erahnen lässt, geht es dabei um die persönliche Erfahrung mit dem Thema Vegetarismus bzw. Veganismus.

Ich habe mich bisher mit dem Thema was und wie ich esse auf diesem Blog ziemlich zurückgehalten. Lediglich im Beitrag Mein aktuelles Essverhalten ist schon etwas durchgeklungen, was ich so in mein kleines Mündchen stecke.

Der Grund für meine Zurückhaltung ist großteils Unsicherheit. Als Essgestörte steht natürlich für viele Menschen (besonders Nicht-Betroffene) das Essverhalten einer solchen Person im Vordergrund und führt schnell zu einer Menge Bewertung. Trotzdem habe ich mich dazu entschlossen dieses Buchkapitel heute für euch mal ein bisschen zu öffnen, denn die pflanzliche Ernährung spielt hier für mich eine wesentliche Rolle. So, und jetzt genug der Einleitung!


Ich liebe Tiere! Über alles! Schon immer! Häufig mehr als Menschen. Bis zu meinem Teenageralter habe ich mehrmals pro Woche Fleisch gegessen. Das ist eine Kombi, die, denke ich, bei vielen Menschen nicht selten ist. Die Liebe zu Tieren im Zusammenhang mit einem saftigen Steak zu Mittag, war für mich ganz normal. Ok, ich übertreibe. Viel Fleisch habe ich tatsächlich nie gegessen, aber der Satz schreibt sich so schön. 😉

Mit ungefähr 16 habe ich den Wunsch verspürt auf Fleisch zu verzichten. Inspiriert durch meine bereits langjährig vegetarischen Großcousinen, wollte ich nichts mehr auf meinem Teller, das einst niedliche Kulleraugen hatte. Das Problem: Mein Selbstbewusstsein.

Bei den Gleichaltrigen hatte Vegetarismus einen eher schlechten Ruf und es wurde sich darüber lustig gemacht. Grund genug für jemanden wie mich, der in der Masse untergehen wollte, wie alle anderen weiter zu essen. Wir wollen schließlich nicht auffallen!

Nach meiner zweiten Magersucht (genaueres zu meiner Geschichte könnt ihr hier lesen) war ich endlich Vollzeitvegetarierin. Auch deshalb, weil vegetarisch sein nicht mehr besonders war, sondern „massentauglich“.

Kurze Zeit darauf habe ich mich mit Veganismus beschäftigt. Das war zu Beginn meiner Binge Eating Zeit. Völlig außer Kontrolle mit meinem Essverhalten suchte ich nach einer Lösung und stieß dabei auf die vegane High Carb Low Fat Community. Deren Leitsatz? „Iss so viel du willst!“ ABER: nur pflanzliche fettarme Lebensmittel.

Wie ihr euch schon denken könnt: Es klappte nicht. Ich war weiter regelmäßig in Fressanfällen gefangen.

Jedoch habe ich durch die Beschäftigung mit dieser Diät auch mehr über den ethischen Aspekt des Veganismus erfahren. Zum Beispiel, dass auch die Milchindustrie nicht das Gelbe vom Ei ist (haha, Wortwitz). Nach und nach habe ich immer mehr vegane Produkte in meinen Speiseplan aufgenommen, aber dieses Mal auch Süßigkeiten, Erdnussbutter und Co. Im Grunde alles, was eben vegan war.

Long story short: Ich sage immer, ich bin Vollzeit-Vegetarierin und Teilzeit-Veganerin. Wobei das nicht ganz hinkommt. Eigentlich sind mindestens zwei Drittel  meiner Ernährung vegan. Meine Schwester und meine Mutter haben mittlerweile auch schon mitgezogen und sind vegetarisch unterwegs.

Noch ein Abschlusssatz zu Essstörungen und Veganismus: Hier wird ja gerne behauptet, dass vegane Ernährung nur eine andere Form der Essstörung sei. Das kann sein, muss es aber nicht. Meiner Meinung ist es einfach so, dass sich viele Menschen mit Essstörung eben stärker mit dem Thema Ernährung beschäftigen als andere. Da trifft man dann fast zwangsläufig auch irgendwann auf Veganismus.

Und ich will hier jetzt nicht den Moralapostel spielen, aber ich finde Veganismus eine gute Sache. Trotzdem kann jeder selbst entscheiden, was er isst. Solange er sich selbst damit wohlfühlt, körperlich als auch psychisch.


Und hier noch eine kleine Premiere auf meinem Blog: Mein erstes Rezept.

Als Teil der Blogparade sollte man sein veganes Lieblingsrezept teilen. Und da ich eine kleine Naschkatze bin, hier das Rezept für die besten Ausstechkekse zu jedem Anlass:

Für euch heute mit kleinem Ostergruß 😉

IMG_2190 (2).JPG
by Julia Lebenswelt

Zutaten

500 g Mehl
1 Pck. Backpulver
125 g Zucker
1 Zitrone
1 Pck. Vanillezucker
1 Prise Salz
1 Einheit Ei-Ersatz
250 g Margarine

Zubereitung

Das Mehl mit dem Backpulver mischen. Zucker, Vanillezucker, Salz und gerieben Zitronenschale mit dem Handmixer gleichmäßig in die weiche Margarine einarbeiten. Ei-Ersatz und Mehl hinzugeben und zu einem Teig verkneten. Den Teig 30 Minuten kühl stellen.

Den Teig ca. 0,5 cm dick auf Mehl ausrollen und Kekse ausstechen. Backblech mit Backpapier belegen oder einfetten. Kekse darauf verteilen. Bei 200°C im vorgeheizten Ofen auf der mittleren Schiene 8-12 Minuten goldgelb backen.

Nach dem Backen beliebig verzieren.

Tipp: Ei-Ersatz gibt es im Reformhaus. Alternativ kann man 1 EL Sojamehl mit 2 EL Wasser geschmeidig rühren und verwenden.

(Quelle: Chefkoch.de)


 

► Mein YouTube Kanal: JULIA LEBENSWELT

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4 Gedanken zu “Vegan & Essstörung – Meine Erfahrung

  1. Meine Liebe, du sprichst (schreibst) mir aus der Seele. Ich bezeichne mich auch oft als Teilzeit-Veganerin. Finde aber immer mehr gefallen an dem Thema. Ich wünsche dir schöne Ostertage! Danke für das Rezept 🙂 Alles Liebe. E.

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  2. Pingback: [Blogparade] – Eure Erfahrungsberichte. Was hat sich verändert, seit du Veggie wurdest? – Wir essen Pflanzen

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