Depression – was mir hilft

Heute mal 5 Punkte, die mir, abgesehen von Therapie, in meinen depressiven Phasen helfen bzw. geholfen haben:

  1. Pflichttermine

Und wenn das Nicht-Erscheinen für mich wichtige Konsequenzen hätte. So konnte das bisschen Restmotivation noch zusammengekratzt werden, um es tatsächlich aus dem Haus zu schaffen.

  1. Guter Start in den Tag

Wenn der Morgen gut läuft, dann zieht sich das durch den ganzen restlichen Tag. Aber an dieser Morgenroutine arbeite ich noch. 😉

  1. Ein „Ja“ zu Medikamenten

Lange habe ich mich gegen jede Art der Medikation gewährt, mich dann aber doch irgendwann dazu entschieden. Genaueres könnt ihr hier lesen: Meine Erfahrung mit Antidepressiva.

  1. Akzeptanz der Erkrankung

Müsste ich eine Sache nennen, die alle meine Therapeuten gemeinsam hatten, war es das Gerede von Akzeptanz. Hilfreiches Gerede wohlgemerkt! Denn erst durch das Eingestehen der Depression kann man daran arbeiten.

  1. Erfahrung anderer

Immer wieder bin ich erstaunt wie bereichernd Gespräche mit Menschen sein können, von denen man dachte, dass sie das glücklichste Leben führen. Besonders Social Media kann hier auch sehr motivierend sein. Zu sehen, dass alle Menschen irgendwie zu kämpfen haben hilft mir wesentlich mehr als dies nur im Kopf zu wissen.


Habt ihr schon mein neues Video gesehen?

Kurz erklärt: SYMPTOME einer DEPRESSION


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14 Gedanken zu “Depression – was mir hilft

  1. Tatjana

    Pflichttermine – oder eben überhaupt ein Grund, um das Haus zu verlassen, irgendwo zu sein und Menschen zu sehen – waren für mich auch super wichtig und total hilfreich! Das hast du recht.
    Morgenroutine ist mir auch heilig. Da muss für mich frühes Aufstehen sein und ich hindere mich konsequent am Schlummern^^ Danach gleich raus an die frische Luft – die Vögel hören, Bewegung, Sonnenaufgang… Ich komme immer mit einer super Laune wieder nach Hause 🙂

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  2. „Immer wieder bin ich erstaunt wie bereichernd Gespräche mit Menschen sein können, von denen man dachte, dass sie das glücklichste Leben führen“.
    Das kann ich aus meinem Erfahrungsbereich bestätigen, denn über Depressionen `spricht man nicht´, wenn man sie hat. Und wenn du dich dazu bekennst und soz. aus der Rolle fällst, kommt irgendwann jemand – höchst vertraulich – auf dich zu und sagt: Ich glaub ich hab das auch und erzählt von seinen/ihren Problemen. Und das hat für beide einen ganz besonderen therapeutischen Effekt. So war das bei mir häufig. Aber heute wird schon offener darüber gesprochen, denk ich mal. Oder?
    Jürgen aus Loy (PJP)

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    1. Ich weiß nicht. Ich hab immer das Gefühl, dass man sich immer erst danach bekennt. Während der Erkrankung sind die wenigsten, meiner Meinung noch, dazu bereit sich zu öffnen. Ich denke, dass es da schon noch viel Stigmatisierung gibt.

      Liebe Grüße
      Julia

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      1. Die Stigmatisierung ist m.E. Schnee von gestern. Weil ja heute auch in den Medien und im Internet die Leute positiv auffallen, die sich offen bekennen. Ein typisches Beispiel sind ja die Politiker und Promis, die sich dazu bekennen, schwul zu sein.
        Nur die Leute, wie die AFDler etc., die machen noch Stimmung gegen alles was aus dem Rahmen fällt und insofern ist das eher eine politische Sache geworden (schnell formuliert)…aber ich denke du verstehst, wie ich das meine.
        Es kommt immer auf die individuelle Persönlichkeit an, auf die du triffst. Und da wirst du mit solchen Leuten ja wohl eher keinen Kontakt haben, oder?
        Außerdem müssen wir nochmal über den `Krankheitsbegriff´ sprechen. Es stellt sich nämlich die Frage, wer eigentlich die Kranken sind…
        Kann im Moment nicht mehr weiter, aber später!
        Oder mal per mail oder so.
        LG es wird wärmer!!
        Jürgen aus Loy (aus der Hüfte geschossen 🙂 )

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      2. Du hast bis zu einem gewissen Grad recht, aber warum ist es denn noch immer so, dass viele Menschen mit einer psychischen Erkrankung zögern sich Hilfe zu holen? Das passiert, meiner Meinung nach, noch immer aufgrund einer vorhandenen Stigmatisierung. Vielleicht lebt diese nur noch in den Köpfen der Menschen, aber die Angst Betroffener schräg angeschaut zu werden ist nach wie vor ein Problem.

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  3. Ich möchte das mit dem guten Start in den Tag unterstreichen. Für mich ist Bewegung gleich in der Früh ganz wichtig, um aus der Anspannung, in die mich mein tägliches Angstgefühl bringt, zumindest kurzzeitig herauszukommen. LG Wolfgang

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  4. Pingback: Essstörung – was mir hilft – Lebenswelt

  5. Zur Frage der Stigmatisierung: Als Babyboomer bin ich damit aufgewachsen, dass wenn man »einen Sprung in der Schüssel« hat, auf jeden Fall alles verliert, vor allem auch die eigene Freiheit, von einer Arbeit mal ganz abgesehen. Das wurde uns eingetrichtert. In meiner Generation leiden viel unter Depressionen. Kaum einer steht dazu oder lässt sich behandeln. Zu groß ist die Angst, den »Lebensberechtigungsschein« (dieses Wort war in meiner Jugend tatsächlich Gegenstand vieler Scherze) zu verlieren.
    In meinem realen leben habe ich mich geoutet und es kam wie es kommen musste: der finanzielle Absturz. Lasst es lieber. Wenn man das Kleingeld verdient, sich Trost woanders zu kaufen lebt es sich einfacher als mit der Hand gen Himmel und Taschen voller Luft.

    Es sind übrigens nicht bestimmte, demokratisch legitimierte Parteien, die gegen alles sind, was gegen die Norm ist. Das ist zutief in der links-grün-sozialistischen Ideologie verwurzelt. Fragt mal einen »Ossi«, der die SED noch wirklich kennen gelernt hat. Nach der Wende wurde dies von vielen Parteien übernommen, eine große wurde unterwandert und steht seither im Gefolge der Raute. Demnach haben Menschen als Bestandteil von Bevölkerung zu funktionieren und sich ansonsten schnell vom Acker zu machen.Das ist bei jeder Ideologie gleich, denn es geht nicht um das Individuum, sondern nur um die verfügbare masse an Bevölkerung.

    Ich rate jedem, sich nur im vertrauten Kreis zu outen. Und auch das kann schon mal ganz schön nach hinten losgehen, wenn man dann auf dem Familienfest als Aussätzige behandelt wird. Es ist mit der Depression wie mit jeder Intimität: die twittert man ja auch nicht in den Orbit, ohne zu wissen, wer dies liest.

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    1. Hallo Pia! Es tut mir leid, dass es sich für dich so negativ ausgewirkt hat zu deinen psychischen Erkrankungen zu stehen und ich stimme dir zu, dass diese Stigmatisierung nach wie vor ein riesengroßes Problem ist. Meiner Meinung hilft es aber nicht still zu sein und nichts dazu zu sagen. Was nicht heißt, dass man sich „outen“ muss, wie du es so schön nennst. Ich wünsche mir nur, dass jedem die Möglichkeit freigestellt wird ohne Scham und negativen Folgen zu sagen: „Ich habe Depression.“ Psychische Erkrankungen sollten genauso behandelt werden wie körperliche und um das zu erreichen müssen immer mehr Menschen darüber sprechen. Wie gesagt: Ich zwinge niemanden über irgendetwas zu sprechen. Jeder muss das für sich selbst entscheiden. Ich fühle mich jedoch gut damit darüber zu sprechen und in meinem Leben gab es dadurch bisher nur Vorteile. Aber das ist immer individuell zu entscheiden wie man mit seinen psychischen Erkrankungen umgeht. Ich finde daher nicht getrechtfertigt den Rat zu geben, dass man sich nur im vertrauten Kreis outen sollte. Das wäre in deinem Fall besser gewesen, in meinem nicht. Alle, immer, nie gibt es nicht! Ich wünsche dir alles Gute, Julia

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  6. lost hope

    Ich (fast 15 Jahre) leide auch unter Depressionen und möchte mich auch zu dem Thema Stigmatisierung äußern und wie das so in meiner Familie darauf reagiert wurde…

    Mein Vater versteht generell nicht viel von Gefühlen und ist gefühlskalt und hat mir schon den ein oder anderen Brocken an den Kopf geworfen, der mich sehr verletzt hatte.
    Meine Mutter, mit der ich allerdings kaum Kontakt habe, kann auch nicht so gut damit umgehen und meinte nur zu mir, dass sie mich in die Psychiatrie einweisen lassen würde, wenn es ganz schlimm wäre. Die Therapie, die ich mit meiner Stiefmutter organisiert hatte, ist mittlerweile Gescheitert und ich bin am überlegen, ob es sich lohnt noch mal eine zu beginnen, weil ich dann wieder meine ganze Geschichte erzählen muss, die mich sehr belastet.
    Meine Großeltern von meinem Vater wollen generell nicht verstehen, dass es überhaupt psychische Krankheiten in ihrem Umfeld gibt, vor allem aber nicht, dass ich an Depressionen leide, da ich diese vor ihnen immer überspiele, also das zeige was sie sehen wollen.
    Die Großeltern von meiner Mutter haben, nachdem ich es ihnen gesagt habe, gefragte, ob ich auch immer brav zu den Terminen gehen würde und dabei hatte ich das Gefühl, als würden sie mich gleich als gestört abstempeln.
    Unter all den schlechten Erfahrungen gibt es allerdings auch gute, zum Beispiel die meiner besten Freundin: sie wusste schon länger das es mir psychisch schlecht geht und als sie davon erfuhr, hatte sie zu mir gesagt, dass weiterhin immer für mich da sei.
    Außerdem leidet meine große Stiefschwester ebenfalls an Depressionen, allerdings viel länger als ich, und mit ihr kann ich über sämtliche Probleme reden, da sie weiß wie es ist…

    Es reagiert also jeder anders und man sollte einfach auf sein Bauchgefühl hören, wem man davon erzählen kann…

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    1. Das tut mir wirklich im Herzen weh, dass dir so viel Unverständnis entgegengebracht wird! Wirklich! Es macht mich unendlich traurig und wütend zugleich!

      Und das Problem einer Depression ist nun einmal, dass man sie nicht offensichtlich sieht bzw. man es überspielen kann. Es nimmt dieser Erkrankung jedoch nicht die Schwere. Und aus seinem familiären Umfeld so wenig Verständnis zu bekommen ist echt schwierig. Dabei finde ich es richtig toll von dir, dass du offen damit umgehst und es nicht verheimlichst! Großen Respekt dafür! Denn das ist genau der richtige Weg! Denn nur durch solch mutige Leute wie dich kann die Stigmatisierung abnehmen. Denn ich kämpfe selbst immer wieder mit mir wem ich es erzähle und wem nicht. Und ich finde diese Frage sollte sich nicht stellen. Klar, sollte man immer selbst entscheiden, ob man davon erzählen möchte, aber ich wünsche mir, dass wenn sich eine Person öffnet ihr keine negativen Reaktion begegnen, sondern Respekt.

      Ich bin aber unendlich froh, dass es in deinem Leben zwei Menschen gibt mit denen du reden kannst und die für dich da sind. Das ist viel wert!

      Bezüglich neuer Therapie möchte ich dir sagen, dass ich schon zahlreiche Therapien gemacht habe und ich hab mir auch jedes Mal gedacht: Oh mann, jetzt muss ich alles wieder von vorne erzählen. Aber jede Therapie ist anders und hat einen anderen Fokus. Es kommt nie alles zur Sprache, deshalb musst du auch nie alles erzählen. Damit möchte ich dich auf keinen Fall zu einer Therapie drängen, denn jeder soll selbst entscheiden ob er Therapie machen möchte oder nicht!

      Danke für deine offenen Worte und falls du online jemanden zum Austausch brauchst, kannst du mir gerne öfter schreiben, auch gerne per E-Mail.

      Alles Gute,
      Julia 💜

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  7. Pingback: Soziale Phobie – was mir hilft – Lebenswelt

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