6 Fragen und Antworten über SOZIALE PHOBIE (Gastbeitrag)

Vor Kurzem hat mich der liebe Ben von halbsowildkurs.de angeschrieben und schlug vor für meinen Blog einen Beitrag zu Sozialer Phobie zu verfassen. Das hat mich sehr gefreut und somit lasse ich jetzt Ben zu Wort kommen:


Die folgenden 6 Fragen und Antworten sollen Dir einen kleinen Überblick darüber verschaffen, was die Soziale Phobie ist, ob Du betroffen bist und was Du dagegen tun kannst.

  1. Was genau ist die Soziale Phobie eigentlich?

Grob gesagt, handelt es sich hierbei um eine krankhafte Angst vor dem Kontakt mit anderen Menschen. Die Soziale Phobie wird auch als Mittelpunktangst oder Bewertungsangst bezeichnet. Das bedeutet, Betroffene haben große Angst davor, von anderen Menschen bewertet zu werden. Daraus resultiert wiederum die Angst davor, im Mittelpunkt zu stehen.

  1. Was ist der Unterschied zwischen Sozialer Phobie und soziale Angst?

Während es sich bei der Sozialen Phobie um eine krankhafte Angst handelt, dient die soziale Angst als Überbegriff. Eine leichte Aufregung unter Menschen, die jeder verspürt, zählt genauso zur sozialen Angst wie die Phobie.

Jeder Mensch kennt soziale Ängste. Diese erfüllen in unserem Alltag eine wichtige Funktion. Wir fürchten uns davor, von anderen Menschen abgewertet und ausgegrenzt zu werden. Das Resultat: wir versuchen, den Anderen nicht zu verletzen, ihn nicht gegen uns zu stimmen.

Soziale Angst macht uns theoretisch umgänglicher, doch wenn sie zu stark auftritt, ist das Gegenteil der Fall. Wir verhalten uns eigenartig, können schwer Sympathie zeigen, ziehen uns zurück – grenzen uns sozial aus. Wir erzielen genau das, was wir eigentlich nicht haben wollen.

Jeder Mensch nimmt die soziale Angst unterschiedlich stark wahr. Es ist nicht leicht zu sagen, wann ein Mensch einfach schüchtern ist und wann die Angst krankhaft ist.

  1. Wie erkennst Du, dass Du unter Sozialer Phobie leidest?

Deine sozialen Ängste können dann als krankhaft bezeichnet werden, wenn sie besonders heftig auftreten. Zudem, wenn sie dazu führen, dass Du soziale Kontakte häufig meidest und in Deiner Freiheit deutlich eingeschränkt bist. Um sicher zu wissen, ob Du unter Sozialer Phobie leidest, ist ein Gespräch mit einem Therapeuten notwendig.

  1. Welche Symptome löst die Soziale Phobie aus?

Wer unter starken sozialen Ängsten leidet, kann von unterschiedlichsten körperlichen Symptomen betroffen sein. Typisch für Stresssituationen allgemein ist das Schwitzen. Weitere Symptome können sein: Schwindel, Würgereiz, Starrheit, Zittern, Erröten und einige mehr.

Betroffene von Sozialer Phobie leiden unter ihren körperlichen Symptomen stark, da sie befürchten, dass sie sich blamieren, wenn diese anderen auffallen. Sie versuchen daher, ihre Symptome so gut wie möglich zu verstecken oder zu unterdrücken.

  1. Sind Sozialphobiker verrückt?

Sozialphobiker leiden gerade deshalb so sehr, da sie genau wissen, dass ihre Angst irrational ist. Sie leiden also nicht unter Wahnvorstellungen oder Paranoia. Dennoch besitzen sie gewisse Glaubenssätze, die ihre Angst füttern und eigentlich unrealistisch sind.

Früher wurde fälschlicherweise angenommen, dass Betroffene von Sozialer Phobie über wenig soziale Kompetenz verfügen. Dies ist jedoch nicht der Fall. Ein Mangel an sozialer Kompetenz kann zwar eine Soziale Phobie begünstigen, doch häufiger ist es so, dass Betroffene wegen ihrer Angst in sozialen Situationen schlichtweg nicht leistungsfähig sind. Ihre soziale Kompetenz kann nicht zum Einsatz kommen.

  1. Was kannst Du gegen die Soziale Phobie tun?

Wenn Du stark unter Deinen sozialen Ängsten leidest, gibt es eine ganze Menge, was Du dagegen tun kannst. Grundsätzlich hilft jede Aktivität, die Stress abbaut und Entspannung herbeiführt. Beispielsweise Yoga, Meditation, Sport. Außerdem hilft es, die eigenen Ängste zu verstehen, zum Beispiel durch das Lesen von Sachliteratur.

Die Soziale Phobie gilt als gut therapierbar. Gerade die Kognitive Verhaltenstherapie konnte einige Erfolge nachweisen. Du solltest also nicht zögern, das Gespräch mit einem Psychotherapeuten zu suchen.

Hole Dir auch weitere Infos ins unserem kostenlosen Ebook „Endlich angstfrei unter Menschen – 3 effektive Schritte zu Selbsthilfe“.

Autor: Ben von HalbSoWild


Vielen Dank für diesen sehr interessanten Beitrag, Ben! Schaut gerne bei ihm auf der Webseite vorbei oder bei seinem YouTube-Kanal.

Wenn ihr auch gerne einen Gastbeitrag für meinen Blog verfassen möchtet, schreibt mir einfach eine E-Mail (julialebenswelt@gmail.com)! Ich freue mich immer sehr auf neue Inspirationen und Kooperationen! 💜

17 Gedanken zu “6 Fragen und Antworten über SOZIALE PHOBIE (Gastbeitrag)

  1. Interessante Idee von Julia!
    Dieser Artikel gibt Antworten darauf, was eine soziale Phobie ist. Ich würde diese Erscheinungsform aber nicht unbedingt als krankhaft bezeichnen.
    Und ich stimme zu, dass sie (nur) durch `Verhaltenstherapie´ überwunden werden kann. Aber wie geht das? Dazu fällt mir dieser Spruch ein:
    `Grau ist jede Theorie. Was zählt ist auf`m Platz´, wie der Fußballer so schön sagt.
    Was meinen die anderen Leser?
    Schönen Sonntag noch!!
    Jürgen aus Loy (PJP)

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    1. Danke dir, Jürgen! Soziale Phobie würde ich sagen, ist insofern krankhaft, dass man eine pathologische Diagnose stellen kann. Ob man das dann als krankhaft sehen möchte ist natürlich jedem selbst überlassen.
      Liebe grüße

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  2. Was für ein toller und interessanter Beitrag! Ich habe jetzt ein viel besseres Bild zum Thema soziale Phobie und war überrascht, dass ich mich zum Teil darin wiedergefunden habe…
    Danke für das Teilen dieses wichtigen Ehemanns an Ben und auch dir, Julia!:)

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    1. Vielen lieben Dank, Mia! 💕 Ich habe davon auch noch viel lernen können. Ich glaube, dass man sich in vielen psychischen Erkrankungen zum Teil wiederfindet. Das passiert mir auch im Studium öfter. Als Persönlichkeitsstörungen dranwaren, hätte ich mir fast drei davon diagnostizieren können. 😉 Das ist, finde ich, so ein bisschen das Problem von Diagnosen. Man kann sich viel zu schnell zuordnen. Angesichts dessen, dass ich mein Leben so meistere wie ich es tue, zweifle ich dann doch immer wieder daran ob ich tatsächlich unter sozialer Phobie leide, obwohl ich die Kriterien erfülle.

      Liebe grüße 🖤

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  3. Kennst du das, wenn man etwas liest und doch nicht liest?

    Während ich deinen Beitrag las,dachte ich immer wieder,weder habe ich eine Phobie noch Angst. Ich hasse Menschen einfach. Die meisten gehen mir so dermaßen auf den Sack. Ich dachte mich so in Rage und weiß eigentlich nichts von dem, was da in deinem Beitrag steht. Muss ich wohl nochmal lesen.

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      1. Das kenne ich gut! Ich habe heute auch mal wieder so einen Tag, wo ich nur die Hälfte von dem mitkriege, was um mich herum passiert, weil ich mich in meinen Gedanken so verfange.
        Tut mir leid, dass der Artikel so viel in dir auslöst. Ich hoffe er hat dich nicht zu sehr aufgebracht!
        Alles Liebe 💕

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  4. Dennis

    Ich habe mir jahrelang eingeredet, an sozialer Phobie zu leiden und habe das auch meinem Umfeld vorgespielt. Musste sogar Medikamente dagegen nehmen.
    In Wirklichkeit stecken da ganz andere Sachen hinter wie z.B. dass ich nicht akzeptieren will, dass andere Menschen nicht so sind wie ich. Oder dass ich nicht immer alles bestimmen kann. Der letzte Punkt war sogar der Hauptgrund.
    Weil ich wusste, dass ich mit meinem Egoismus nicht durchkommen werden, habe ich auf „liebes, kleines, unschuldiges Kind“ gemacht​. Das hat auch funktioniert, aber meine Freunde wollten nichts mehr von mir wissen. Es war z.B. auch so, dass mich die Probleme meiner Freunde nicht interessierten, ich aber zu feige war, das zuzugeben und daher lieber den Schüchternen gespielt habe, um keinen Ärger zu bekommen.

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  5. Dennis

    Ich habe eigentlich keine soziale Phobie, aber habe diese vorgetäuscht, weil ich meine Freunde nicht verlieren wollte. Ich hatte kein Interesse an ihren Problemen, aber das traute ich mich nicht offen zu sagen. Also spielte ich Angst vor, um keinen Ärger zu bekommen.

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    1. Bist du denn jetzt in einem besseren Umfeld bzw. was machst du jetzt, wenn du mal wieder in so eine Situation gerätst? Sorry, dass ich so viel frage. Ich finde deine Schilderungen einfach wahnsinnig interessant und würde gerne mehr davon hören. Fühl dich aber bitte zu nichts gedrängt! Sag nur das, womit du dich wohlfühlst. Ich bin dir schon jetzt sehr dankbar für das Teilen deiner Erfahrungen! 💜

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      1. Dennis

        Ich habe heute keine Freunde mehr, weil ich immer noch uneinfühlsam bin, was bestimmte Probleme wie zum Beispiel Liebeskummer, angeht. Um keinen zu verletzen, verzichte ich da freiwillig drauf.

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    2. Dennis

      Hallo Julia!

      Vielen Dank für dein Interesse.
      Mittlerweile habe ich freiwillig gar keine Freunde mehr. Ich habe nur noch lose Bekanntschaften. Das Problem besteht immer noch, aber ich kann da einfach nicht über meinen Schatten springen.
      Ich kann mich zwar normal und freundlich verhalten, aber sobald es mehr als das ist bzw. mehr ist, als es unbedingt für das Zusammenleben nötig ist, fühlt es sich an, als würde ich der Person etwas vorheucheln. Zum Beispiel wenn mir jemand erzählt, wie sehr er unter Liebeskummer leidet, kann ich das nicht nachvollziehen und tröste ihn dann, obwohl es mir nicht leid tut, weil ich es nicht nachempfinden kann, dass man wegen einer solchen (aus meiner Sicht) Kleinigkeit traurig ist.
      Um dieses Vorheucheln auf ein Minimum zu beschränken, habe ich kaum private Kontakte.

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      1. Danke für deine Offenheit! Du hast mit diesem Kommentar meine beiden Fragen zur Freundschaft aus einem anderen Kommentar von bereits beantwortet. Brauchst darauf also nicht mehr antworten, wenn du nicht willst.

        Irgendwie kann ich dein Verhalten etwas nachvollziehen, wenn ich an das Verhältnis zu meiner Schwester denke. Auch da unterstelle ich ihr insgeheim oft sie soll sich wegen Kleinigkeiten nicht so aufregen. Gleichzeitig weiß ich aber, dass solche Gedanken ungerecht sind. Denn jeder empfindet Situation unterschiedlich schlimm.

        Liebe Grüße
        Julia

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  6. Ich finde es toll wie reflektiert du jetzt darüber sprechen kannst und kann dir nur danken, dass du deine Erfahrung hier teilst! Hast du all diese Dinge selbst über dich herausgefunden oder hattest du Hilfe zb von einem Therapeuten? Beste Grüße

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    1. Dennis

      Ich habe diese Dinge selbst herausgefunden. Den Therapeuten vertraue ich nicht mehr, weil sie mir oft Dinge unterstellt haben, die nicht der Wahrheit entsprechen, zum Beispiel, dass ich als Kind angeblich sexuell missbraucht worden sei. Ich konnte nie eine RICHTIGE Therapie machen, weil ich zum einen manipulativ war und zum anderen mir tatsächliche Gefühle und Vorkommnisse nicht geglaubt wurden.
      Heute bin ich einfach in bestimmten Diagnoseschubladen und komme da anscheinend nicht mehr heraus.

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      1. Dass tut mir sehr leid, dass du mit Therapeuten so schlechte Erfahrungen gemacht hast. Dieses Diagnosedenken ist leider noch viel zu oft zu großes Thema bei psychischen Erkrankungen. Gibt es auch Menschen, die den Erhalt einer Diagnose als Erleichterung empfinden, weil sie dann endlich wissen, was mit ihnen los ist, kann es auf der anderen Seite Schaden anrichten, wie bei dir.

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