„Du bist so langweilig!“ – Wie mich mein Umfeld zwingt mitzumachen

„Du bist so langweilig!“ „Jeden Abend hängst du nur zu Hause rum!“ „Du bist immer so schlecht drauf!“

Drei Sätze, die mir meine Schwester in letzter Zeit an den Kopf geknallt hat. Drei Sätze, die wahrscheinlich gar nicht so gemeint waren, aber drei Sätze, die bei mir direkt ins Schwarze getroffen haben.

Seit meiner Teenagerzeit bin ich immer die gewesen, die einen gemütlichen Filmeabend jedem sozialen Event vorgezogen hat. Ich war weder daran interessiert mich mit Alkohol abzuschießen, noch mir die Seele aus dem Leib zu tanzen. Ich habe die Menschen nie dafür verurteilt wegzugehen (für das Alkohol-Drinken vielleicht schon etwas). Jeder soll das machen, was er oder sie möchte. Aber, dann sollen sie auch mich so machen lassen, wie ich möchte.

Ich muss dazu sagen, dass ich selten direkt dafür verurteilt wurde „zu Hause zu hocken“, aber ich habe oft diesen Druck gespürt. Bestimmt war es auch viel Druck, den ich mir selber gemacht habe, weil ich nicht anders sein wollte.

Mittlerweile weiß ich, dass mir solche Veranstaltungen nicht gut tun. Ich weiß, dass ich mit einer solchen Masse an Menschen überfordert bin und ich eine solche Lautstärke nicht ertrage. Ich brauche „Sprechlautstärke“. Wenn ich mit anderen Menschen wohin gehe und mich gar nicht mit ihnen unterhalten kann, ergibt das für mich keinen Sinn. Ich will nichts Trinken und auch nicht bis in die Morgenstunden unterwegs sein. Ich will mit anderen nett Essen gehen oder in ein Café. Ich liebe Spieleabende. Ich gehe gerne ins Theater oder einfach nur mit jemandem spazieren. Ich höre anderen Menschen gerne zu bzw. diskutiere über tiefgehende Themen. Ich unternehme gerne etwas mit Menschen, die ich mag und gut kenne, nur eben auf meine Art.

Trotzdem treffen mich solche Sätze, weil ich weiß, dass ich vielleicht auch andere Menschen enttäusche, wenn ich wieder nicht mitgehe. Vielleicht denken sie auch ich mag sie nicht. Ich will auch keine Last sein. Ich frage mich auch, ob ich denn nicht wirklich etwas verpasse. Manchmal gehe ich dann mit nur um zu erkennen, dass das Ganze nur ein Pflichttermin war, um andere nicht zu enttäuschen.

Ich habe meiner Mutter erzählt, dass mich solche Sätze treffen und sie meinte, dass sie mittlerweile gelernt habe, damit umzugehen (sie ist da ähnlich „langweilig“ gestrickt wie ich). Ich kann mittlerweile auch besser damit umgehen, aber Restzweifel bleiben.

Ich wünsche mir, dass hier mehr Akzeptanz herrscht. Ich bin introvertiert, habe meiner Heimat den Rücken gekehrt, habe keinen Wunsch in der Welt herumzureisen, hasse Partys, hatte noch nie eine Beziehung, will aus heutiger Sicht später keine Kinder und schreibe im Internet offen über sehr persönliche Themen. Das alles sind mögliche Angriffspunkte (wo mir auch schon Vorwürfe gemacht wurden). Aber solange ich niemandem damit schade darf ich doch leben wie ich möchte.


Kennt ihr solchen Druck bzw. wie seid ihr gestrickt? Seid ihr gerne unterwegs oder doch lieber der „Stubenhocker“? 😉


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41 Gedanken zu “„Du bist so langweilig!“ – Wie mich mein Umfeld zwingt mitzumachen

  1. C

    Ich kenne dein Problem gut. Ich bin auch nicht jemand der sonderlich gerne auf Partys geht und in großen Menschenmengen unterwegs ist. Aber irgendwie bin ich auch nie soweit gekommen das zu akzeptieren…ich versuche immer wieder, da doch hineinzupassen, sage mir dass die anderen es ja auch genießen – also warum nicht ich?
    Manchmal finde ich es schwer zu akzeptieren, mich unwohl zu fühlen bei etwas das so viele in unserem Alter so zu genießen scheinen. Da kommt dann doch immer das Gefühl auf, dass mir mir irgendetwas nicht stimmt und dass ich mich nur zusammenreißen muss und dann klappt es schon. Dass es mir vielleicht nur an Übung fehlt – aber wie kann man sich in etwas üben, wenn man sich währenddessen schon so unwohl fühlt dass man einfach nur verschwinden möchte?
    Auf der anderen Seite denke ich mir vielleicht sollte ich es einfach lassen…aber dann kommt wieder die Angst auf, dass man am Ende ganz alleine da steht, dass man sich selbst so isoliert von allen, dass man nicht mal die ruhigen Abende mit Leuten die man mag haben kann…weil man es einfach nicht schafft Leute zu finden, die so etwas auch genießen.
    Ich wünschte ich könnte dir sagen, wie ich damit umgehe oder was mit hilft aber soweit bin ich auch noch nicht. Aber ich verstehe dein Problem echt gut…

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    1. Es tut sehr gut mit seinen Problemen nicht allein zu sein! Danke! Es ist, wie du schreibst, ein ständiges Hin und Her zwischen „Es ist ok so wie ich bin“ und „Irgendwie läuft bei mir absolut etwas falsch“. Und diese Angst dann irgendwann vollkommen allein dazustehen macht mich fertig. Denn die „Ruhigen“ finden sich eben schwer, weil sie nicht auf solchen Events zu finden sind. Ich glaube, dass man leichter über dem Ganzen stehen kann, wenn man diese Angst niemanden zu haben nicht hat (wie es bei meiner Mutter ist). Dazu fehlt mir aber ein stabiles Umfeld, woran ich schon selbst auch Schuld bin. Ach was rede ich eigentlich: Ich bin hier das Problem, weil ich so gut wie nie die Initiative ergreife und zu viel Angst vor Ablehnung habe bzw. auf der anderen Seite zu viel Angst davor habe Leute „reinzulassen“. Daran muss ich arbeiten, aber ich weiß nicht genau wie. Denn jedes Mal, wenn ich mit den meisten Leuten etwas unternehme, fühle ich mich nicht so richtig wohl und mich dann immer zu zwingen zehrt auch zu sehr an meinen Kräften. Es ist eine schwierige SItuation.
      Liebe Grüße, Julia

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      1. C

        Ja es ist absolut schwierig! Aber hier muss ich mal meine Mutter zitieren die mir immer sagt „du bist nie alleine schuld.“ Das ist manchmal schwer zu glauben aber in den meisten Fällen – nein eigentlich in allen Fällen – stimmt es. Wenn dir das richtige Umfeld fehlt, liegt das vielleicht zum Teil an dir aber es liegt auch immer an den Umfeldern die du bis jetzt hattest! Ich denke wenn du die Leute findest, die die „richtigen“ für dich sind und das Umfeld dass zu dir passt, dann wird sich das zusammenfügen. Und wenn es nicht klappt, dann bist sicher nicht immer nur du Schuld. Das wäre ja auch krass wenn alles immer nur von einem selber abhängig wäre…
        Aber klar, die Selbstzweifel, dass es nicht so ist, kenne ich gut…aber manchmal ist es die Kraft wert, gegen sie anzukämpfen 😉
        Liebe Grüße und viel Kraft ❤

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      2. Das sind wirklich sehr weise Worte von deiner Mutter! Du weißt, dass ich mir schwer tue im Außen die „Fehler“ zu suchen, da mach ich mich lieber selbst zum Sündenbock, aber das schadet auf Dauer nur. Es ist immer nicht nur eine Person. Es ist multifaktoriell, wie der Psychologe so schön sagt. 😉 Ich werde versuchen daran zu denken, wenn ich das nächste Mal in eine solche Situation kommen sollte! Danke dir!

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  2. Hey Julia. Ich kann dich gut nachvollziehen. Ich war während der Schulzeit kaum auf einer Party, später eigentlich auch nicht so und ich brauche sehr viel Ruhe und Zeit für mich, um „bei mir bleiben zu können“. Ich kenne den „Schmerz“, wenn man das Gefühl hat, 99% aller anderen gehen aus, etc. und „man“ sei nicht normal. Jedenfalls für mich war oder ist das Schmerzhafte daran, dass ich dazugehören möchte und halt eben in diesem Bereich wohl anders bin. Das zu akzeptieren fällt mir recht schwer. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass das Leben sich auch ändern kann, man gute Freunde findet, mit denen man auch mal Spass hat, auszugehen, oder man Dinge zum Ausgehen findet, die einem vielleicht besser passen. Und dann muss man wirklich auch sagen, dass die Gesellschaft gewisse Dinge (wie eben Ausgehen, Alkohol trinken, feiern, etc.) als „normal“ definiert und das steht ihr ganz sicher nicht zu.

    Liebe Grüsse!

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    1. Vielen Dank für deine Worte! Es ist schön zu wissen, dass es da draußen auch noch Menschen gibt, die da ähnlich ticken wie ich.

      Dazugehören zu wollen ist nun einmal ein Grundbedürfnis des Menschen und deshalb leiden wir darunter! Und ich glaube auch, dass sich vieles ändern kann und es dabei vor allem sehr stark auf die Menschen ankommt, mit denen man sich umgibt. Trotzdem sollte es ok sein nicht ausgehen zu wollen. Es ist leider auch schwierig die richtigen Menschen zu finden, wenn man nicht der Typ ist, der viel weggeht. Andererseits würde man dann dort vermutlich auch nicht auf die Menschen treffen, mit denen man sich gut versteht.

      Alles Liebe, Julia

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  3. Liebe Julia,
    ich kenne das Gefühl, welches du spürst, selbst sehr gut. Als Kind wurde mir regelmäßig von meinem Opa unter die Nase gerieben, wie langweilig ich doch sei. Er müsse sich eine Zeitung mitnehmen, wenn wir gemeinsam etwas unternehmen, damit er was zu tun habe. Bei meinen Cousinen/Cousins sei dies nicht nötig.
    Auch später fühlte ich mich schlecht, wenn ich mich Sa-Abend vor den TV packte, anstatt in die Disco zu gehen. Junge Menschen machen schliesslich Party. Tja, jung war ich, aber mir fehlte das Verlangen nach dem Vergnügen der anderen. Das setzte mich sehr unter Druck.
    Mittlerweile macht es mir nichts mehr aus. Als Mama ist das wohl normal, nicht feiern zu gehen. 😎 Davon abgesehen mag ich lieber Kultur und Kabarett und Kino oder einfach mal mit einem Buch auf dem Sofa zu lümmeln.
    Ich konnte mein introvertiertes Ich sehr lange nicht akzeptieren, weil mein Umfeld mein Ruhebedürfnis als Fehler ansah. Wir sind soziale Wesen, also nahm ich mir all ihre Äußerungen zu Herzen, bis es brach.
    Ich mag Menschen. Aber ich mag Menschen, die mir gut tun. Das verstehen die meisten nicht. Ich mag Gespräche, aber mir denen, die hören, was ich sage und mit denen ich kommunizieren kann.
    Leise und ruhige Menschen sind nicht falsch. Wir sind anders laut. Wir haben einen großen Vorteil. Wir sind nie wirklich einsam, weil wir uns haben. Also, auf die Einzelform bezogen.
    Ich finde es toll, dass du deinen Weg gehst. Es ist dein Leben und nur du kannst dies so gestalten, wie es für dich passt.
    Bleib dir treu, denn es gibt kein richtig oder falsch, wenn es um dich geht. 😊
    Alles Liebe und bitte weiter so.😍
    Viele Grüße
    Michaela

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    1. Vielen Dank, Michaela! Deine Worte tun mir gerade sehr gut!

      Ich finde es krass, dass dir dieses Gefühl nicht „aufregend“ genug zu sein schon von Kind an mitgegeben wurde. Bei mir hat das erst in der Pubertät angefangen.

      Würde die Gesellschaft nicht vorzeigen, dass extrovertiert gut ist, würde ich mein „langweiliges“ Ich sehr mögen. Ich bekomme viele Dinge hin für die andere gar keine Zeit haben, ich kann über viele Dinge nachdenken und mich mit dem beschäftigen, was mich persönlich weiterbringt. Das sind alles schöne Dinge und du hast recht: das ist gut so!

      Ich bin auch jemand, der davon überzeugt ist, dass jeder soziale Kontakte braucht. Es kommt eben sehr stark auf das Welche und das Wie an.

      Alles Liebe
      Julia

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  4. Ach ja. Ich kenne das. Ich finde, dass die als introvertierte Person ein normales Verhalten. Umgekehrt zwingen sich Extros ja auch nicht zur Ruhe, wenn sie lieber in die Disco wollen. Sind wir in der Unterzahl oder warum glaubt die Welt extrovertiert sein, wäre die einzig wahre Weltansicht?
    LG Alice

    Gefällt 4 Personen

    1. Da hast du vollkommen recht. Ich denke, dass von vielen angenommen wird, dass Menschen, die erfolgreich sind und Anerkennung bekommen extrovertiert sind, was natürlich absolut nicht stimmt. Auch gilt es irgendwie als ein Muss aus seinem Leben das Maximum rauszuholen und darunter verstehen viele soviel wie möglich unternommen und gesehen zu haben. Auch denke ich messen viele ihren Wert darin wieviele angebliche Freunde sie haben und deshalb meinen sie von einer Party zur nächsten rennen zu müssen sei der Schlüssel. Und dann gibt es die Extros, die tatsächlich einfach nur Spaß daran haben mit Leuten zu interagieren und es lieben, wenn viel los ist.
      Liebe Grüße
      Julia

      Gefällt 1 Person

  5. „Oft sind es körperliche Sensibilitäten, die eben aufgrund der natürlichen Variationen bei manchen stärker/besonders stark oder schwächer/besonders schwach ausgeprägt sind“ (Zitat aus dem Beitrag davor, das ich gut fand).
    „Bestimmt war es auch viel Druck, den ich mir selber gemacht habe, weil ich nicht anders sein wollte“…
    Da stellt sich für mich die Frage, warum ausgerechnet DU dir diesen Druck machst oder gemacht hast? Außerdem sind deine Bedürfnisse, die du jetzt beschreibst, eigentlich doch ganz normal..?..
    Jürgen aus Loy

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    1. Es ist bei mir immer eine Gradwanderung zwischen „Ich will so sein wie alle!“ (was auch immer das genau bedeutet) und „Ich will anders sein!“ Es geht in meinem Kopf immer hin und her. Das ist nur ein Beispiel für viele Themen, wo ich zwischen dem einen und dem anderen schwanke.

      Die Bedürfnisse sind normal, weil es meine Bedürfnisse sind und dagegen niemand etwas sagen sollte. Aber so ist die Gesellschaft leider nicht. Sie gibt zu vielen Dingen ihren Senf dazu. Auch wenn es sie eigentlich nichts angeht!

      Liebe Grüße
      Julia

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  6. Hallo Julia, ich kenne dieses Gefühl auch. Partys finde ich meistens befremdlich und/oder nach zwei Stunden langweilig. Während meiner Schulzeit dachte ich oft, ich müsse da hin gehen weil es ja eine Jahrgangsfete war etc und mein Umfeld das genauso wie du es beschreibst auch irgendwie erwartet hat. Geändert hat sich das schlagartig, als ich dann zur Uni kam – meine Mitstudenten sind viel offener und toleranter (in jeglicher Hinsicht) als es meine Mitschüler waren. Ich hatte nicht mehr das Gefühl was verpasst zu haben wenn ich nicht auf der Party war, es hat keine Freundschaften beeinträchtigt. Auf der Uni gab es nur noch sehr wenige, die mich wegen meiner Abneigung gegen Alkohol/Partys schief angeguckt haben. Das war zugegebenermaßen einfach Glück.

    Aber was ich immer wieder festgestellt habe: Die Leute in meinem Umfeld haben meine Abneigung gegen zB Alkohol immer dann am besten akzeptiert (=ohne langes rumdiskutieren), wenn ich sie klar und deutlich formuliert habe. Also eher ein „Ich möchte keinen Alkohol trinken!“ als ein „Nee, ich habe heute keine Lust auf Alkohol…“. Letzteres wird eher als Aufforderung verstanden, es nochmal extra zu versuchen und nachzubohren.

    Das wichtigste ist, dass du dich mit deiner Abendbeschäftigung wohl fühlst (es ist ja schließlich dein Abend!).

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    1. Es ist schön das zu hören! Vielen Dank!

      Und wo ich sofort hängengeblieben bin ist, dass du schreibst klare Aussagen werden mehr akzeptiert. Da hast du absolut recht und mir wird gerade bewusst wie unsicher ich mich hier oft ausdrücke, weil ich schon so Angst vor der Reaktion von den anderen habe.

      Ich finde es total schön, dass du an der Uni nun mehr Toleranz erfährst. Ich muss auch sagen, dass mir hier auch noch nie so richtig vorgeworfen wurde, dass ich dies und jenes nicht machen. Das kommt viel mehr aus meinem familiären Umfeld oder von älteren Menschen, die meinen sie wüssten es besser.

      Liebe Grüße
      Julia

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  7. Klar ist es falsch jemanden für ein „Anti-soziales“ (sorry weiß nicht wie ich es anders formulieren soll!) Verhalten zu bewerten bzw. direkt abzuwerten.
    Leider können die meisten überhaupt nicht nachvollziehen, dass auch Worte einen treffen können. Oder das falsche Worte einfach was mit einem machen – sie verändern dich – weil du ZU VIEL darüber nachdenkst.
    Letztendlich aber musst du immer denken „Warum sind die Leute dann noch mit mir befreundet“ – da sie bei dir bleiben, muss ihnen ja etwas anderes an dir liegen – mal so gedacht?
    Oft lieben einen Menschen für etwas, was man selbst gar nicht sehen kann – z.b. das du Intelligent bist oder das man sich mit der auf sehr Philosophische Art und Weise unterhalten kann… all das sind viel wertvollere Eigenschaften an einem Menschen also „mit mir kann man gut Party machen“ – toll, das kann ich auch mit einem Ü50 Jährigen!
    Das ist nix besonderes – aber DU! du bist was besonderes! ❤
    ~Liebe Grüße Ceyes.

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    1. Ganz lieben Dank, Ceyes! Irgendwie haben mich deine Worte zum Schmunzeln gebracht (allein deshalb freut mich dein Kommentar schon sehr), aber sie sind auch so wahr!

      Es stimmt. Vieles, was andere Leute an einem schätzen können wir selbst oft nicht sehen. Ich möchte auch gar nicht dafür geschätzt werden, dass man mit mir so toll Party machen kann.

      Ich wünsche dir einen schönen Sonntag!
      Liebe Grüße
      Julia

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  8. Oh, I feel you😉 Ich bin da ziemlich ähnlich gestrickt … Partys habe ich während meiner Teenagerzeit und auch danach selten besucht und wenn dann meist nur, um meinen Freundinnen einen Gefallen zu tun, Alkohol trinke ich selten, ich habe noch nie geraucht und mir immer gewünscht, dass mein erster Partner auch mein späterer Ehemann werden würde (was dann nicht geklappt hat, aber das ist eine andere Geschichte und auch gut so😂🙈). Was ich mag, sind eher ruhigere Dinge: es mir zuhause mit einem Buch oder meinen Lieblingsserien gemütlich machen, Spiele- oder Kochabende mit Freunden, Cafébesuche und dabei über alles Mögliche quatschen, an meinen Texten schreiben oder Malen .. Für einige vielleicht langweilig, für mich sehr schön und mir gut tuend.

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  9. Solche Worte und Gefühle kenne ich nur zu gut! Ich weiß nicht, ob ich da zu sensibel reagiere… Aber ich finde es sogar ziemlich beleidigend, wenn jemand so etwas zu mir sagt. Einmal hat ein damaliger „Freund“ hinter meinem Rücken gesagt, ich sei langweilig. Das hat mich echt getroffen! Ich bin doch nicht langweilig, weil ich nicht gerne feiern gehe? Das ist totaler Quatsch. Das Leben ist viel zu kurz, um nach den Wünschen anderer zu leben. Ich finde man muss das tun, was man für richtig hält und was einen glücklich macht. Und wenn du eine Bar, ein Theater oder dein eigenes Zuhause einer großen Menschenmenge bevorzugst, dann ist das dein gutes Recht und ist halt so. 🙂 Ich glaube auch, dass man mit der Zeit besser damit umgehen kann. Man wird selbstbewusster und interessiert sich nicht mehr so dafür, was andere sagen. Das merke ich schon jetzt, obwohl ich erst Mitte 20 bin. 😀 Aber mit Anfang 20 war ich zum Beispiel noch nicht so weit. Vergiss einfach nicht, dass du nicht allein bist 🙂

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    1. Das ist so lieb von dir! Danke! ❤ Es ändert sich wirklich sehr stark wie man damit umgeht. Ich bin zwar noch immer nicht soweit, dass mich solche Kommentare gar nicht mehr jucken (sonst gäbe es wohl kaum diesesn Beitrag – haha), aber ich kann schon das Gute in meinen Eigenschaften sehen und weiß irgendwo in der letzten Ecke meines Kopfes, dass es absolut ok ist so "langweilig" zu sein. Mit 18 oder 19 wäre ich, glaube ich, einfach nur am Boden zerstört gewesen.
      Alles Liebe
      Julia

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      1. Das kann ich mir gut vorstellen! Man entwickelt sich stets etwas weiter. 🙂 Zumindest kenn ich niemanden, der das nicht getan hat. Und meistens hoffentlich in die „richtige“ Richtung. Was auch immer „richtig“ für einen selbst bedeutet. Und es wird einen vielleicht auch nie GAR nicht jucken, aber irgendwann halt weniger. 😀

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  10. Ach, es tut so gut zu lesen, dass hier so viele ganz ähnlich denken. Ich habe mich früher nämlich immer sogar selbst dabei ertappt, wie ich dachte „Du bist so langweilig. Du bist jung, warum willst du nicht jedes Wochenende raus und feiern gehen und Spaß haben?“ Mittlerweile weiß ich es besser, man muss nicht mit der Masse schwimmen und „langweilig“ ist für jeden eben etwas anderes. Ich finde es zB viel schlimmer, wenn Menschen nicht mit sich alleine sein können. Aber jeder, wie er möchte 🙂 #TeamStubenhocker

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    1. Ich finde es auch so unglaublich toll, dasss es scheinbar viele Menschen gibt, die ähnlich ticken! Und ich finde es auch super, dass Menschen verschieden sind. Leute können rausgehen soviel sie möchten. Das ist ok, solange ich auch drinnen hocken darf solange ich will. #TeamStubenhocker 😉
      Liebe Grüße!

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  11. Das kommt mir alles sehr bekannt vor. Lange Partys und Disco-Nächte waren noch nie mein Fall. Auf Partys ging es meist nur darum, möglichst viel Alkohol zu trinken, was ich aber ablehne, weil ich gerne die Kontrolle über mein Bewusstsein behalte und ich mich in Gesellschaft vieler Betrunkener sehr unwohl fühle. Discos und ähnliches toppen das Ganze nur noch – da kommen zum Alkohol noch enorme Lautstärke, Enge, stickige Luft und alles mögliche zusammen, womit ich gar nicht zurecht komme. Gegen einen Spieleabend oder einen Abend in einer Bar, in der Gespräche möglich sind, habe ich auch nichts einzuwenden. „Stubenhocker“ sind wir also gar nicht – wir lehnen nur die Extremaktivitäten ab. Und das kann doch gar nicht so verkehrt sein, oder? Aber es stimmt schon, leichte Zweifel schwirren dennoch immer durch den Kopf, wenn ich wieder eine Absage erteile oder ich eineGeburtstagsparty schon nach 2,5 Stunden wieder verlasse…

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    1. Extremaktivitäten…Das was du schreibst, klingt sehr interessant! Ich bin nämlich grundsätzlich jemand, der sich schwer tut die Mitte bzw. eine für mich gesunde Balance in vielen Dingen zu finden. Aber vielleicht habe ich sie hier ja schon irgendwie gefunden. Vielen Dank für diese Idee!
      Liebe Grüße, Julia

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  12. Hallo Julia,

    ich kann das sehr gut nachvollziehen, was du in deinem so treffenden Beitrag geschrieben hast. Ich kenne es sehr gut, sich erklären und rechtfertigen zu müssen, wenn man eben nicht mit auf Disco will und lieber ein Buch ließt. Lange Zeit bin ich auch mitgegangen, aber Spaß war selten dabei. Irgendwann habe ich gelernt für mich einzustehen und habe für jedes extrovertierte Argument einen passendes Gegenpunkt gefunden, warum ich nicht mitgehen möchte. Aber das braucht Zeit und Selbstakzeptanz.

    Danke für deine lieben Worte,
    Lina

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  13. Ich erkenne mich in deinen Gedankenmuster so gut wieder! Im Alter von 14-17 Jahren in etwa habe ich mich diesem „Druck“ gebeugt, habe nachgegeben. Laute Musik gehört, ab und an Alkohol konsumiert, war laut, bin auf Partys gewesen oder an Orten an dem man sich selber nicht mehr hören kann. Seit ein paar Jahren weiß ich, dass ich einfach nicht dieser Typ von Mensch bin. Klar ich bin mit 22 Jahren eigentlich im besten Alter für Partys, hab noch das notwendige Aussehen 😀 bevor es vielleicht peinlich wird mit der Zeit. Aber es spricht mich einfach nicht an. Café – Besuche mit einer Freundin, Gesellschaftsspieleabende, kochen und backen zuhause bei leiser Musik im Hintergrund und guten Gesprächen bevorzuge ich einfach. Daran ist auch nichts verwerfliches. Wer mich als langweilig betitelt ist selber langweilig nur halt auf seine Art und Weise,die nicht zu mir passt.

    Versuch dir solche Sätze nicht zu nah kommen zu lassen. Sie es als Hobby an, wenn jemand sagt, dass er kein Handball mag ist das ja auch kein Problem. Man hat halt verschiedene Interessen, c ´ est la vie ! 🙂

    Also bleib du selbst und verbieg dich nicht 🙂

    Liebe Grüße und einen „langweiligen“ Nachmittag wünsche ich dir 😛 🙂

    Fridegund

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    1. Das freut mich sehr, dass du mittlerweile sehr gut mit deinen Interessen und den Interessen der anderen umgehen kannst!

      Und du hast absolut recht, wenn du schreibst, dass man nichst muss, selbst wenn augenscheinlich jetzt die beste Zeit dazu wäre. So geht es mir zum Beispiel mit Reisen. Wie oft habe ich schon gehört „Wenn du nicht dort oder da hinreist, wenn du jung bist, machst du es nie wieder!“ Aber soll ich mich zu etwas zwingen, nur weil ich es später vielleicht nicht mehr kann? Vielleicht lebe ich „später“ gar nicht mehr. Das Leben ist nicht vorhersehbar. Und sollte mich das große Reisefieber noch packen, dann bin ich davon überzeugt, dass es auch später geht. Ich habe genug „Omis“ in meinem Umkreis, die mehr unterwegs sind als viele junge Menschen. 😉

      Deine Worte tun mir so gut! Danke fir! ❤ Ich versuche mein bestes mir solche Kommentare nicht mehr so zu Herzen zu nehmen!

      Liebe Grüße

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  14. Wenn ich das mal so glatt heraus sagen darf: Du erscheinst mir ganz und gar nicht langweilig.
    Du bist doch vielseitig interessiert, ist doch klasse. Und Du bist alt und selbständig genug, über die Meinung Deiner Schwester ein Ei zu schlagen, oder? 😉
    Wenn ich mir die Standbilder Deiner Youtube- Auftritte anschaue, scheinst Du sogar eine extrovertierte Seite an Dir zu haben, die Du vielleicht gar nicht so sehr wahrnimmst.
    Darüber wie andere Leute Dich wahrnehmen, mach‘ Dir keine Gedanken. Du bist halt introvertiert, hast Interessen, die nicht jede(r) hat und bist offenbar reflektierter als manch andere in Deinem Umfeld. Also ich finde das toll.
    Ich bin beruflich viel und auch gern unterwegs und beim Sport ist es halt auch laut und man darf oder muß mitunter auch repräsentieren – kurz: ein öffentlicher Beruf. Außerhalb dessen mag ich aber gern die leise Variante. Treffen im Bekanntenkreis sind oft kaum planbar und wenn, dann mag ich lieber Qualität statt Quantität. Lieber mit einer Person intensiv statt mit vielen oberflächlich und das Ganze als Pflichtnummer betrachten. Das ist erst recht so, nachdem ich mal länger und schwerer krank war: ich habe einfach keine Lust, mir von Anderen meine Zeit verplempern zu lassen.
    Als einer, der weder raucht noch Alk konsumiert, war ich zu Schulzeiten immer eher die Ein- Mann- Randgruppe, war mitunter auch nicht lustig, glaub mir. Und schon deshalb „draußen“ eher still. – Witzig ist, daß bei Klassentreffen sich viele kaum in meinem Job vorstellen können. Ich muß da immer drüber schmunzeln. Und auch darüber, daß das, was früher als langweilig galt, inzwischen als „solide“ bewertet wird.
    Also sei einfach Du!

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    1. Das ist sehr spannend wie vielseitig ein Mensch doch ist! Ich würde auch still in mich hineingrinsen, wenn Leute sowas sagen wie: „Das kann ich mir ja bei dir gar nicht vorstellen.“ Das zeigt eigentlich nur wie eingeschränkt die Leute denken und dass du ihnen genau das Gegenteil beweist, von dem sie dachten dazu wärst du gar nicht fähig. Das ist mir auch schon passiert, als ich weit weg (weit ist natürlich relativ) von zu Hause zu studieren begonnen habe, da habe ich zb gehört: „Ach du warst immer so ruhig. Hätte nie gedacht, dass du dort hinziehst!“ Erstens ist das für mich gar keine schlüssige Argumentation und zweitens hat es mich nur gezeigt, dass es gut ist nicht zu nah bei solchen Leuten zu sein ;).
      Ich denke, dass ich bestimmt auch eine extrovertierte Seite habe, die gehört werden will. Sonst würde ich mich hier im Internet nicht so zeigen. 😉
      Vielen Dank und liebe Grüße!

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      1. Ja, das ist wirklich irre, wobei das Beweisen wollen gar keine Rolle gespielt hat. Bei den Argumentationen, die dann geliefert werden, da geht es mir ähnlich wie Dir. Aber Leute ticken halt so. 🙂 Ich erlebe es heute, daß sich Leute vom Klang der Stimme her manchmal ein Bild machen (und natürlich fast immer enttäuscht werden). Manchmal frage ich dann auch, wie man denn vom Klang auf meinetwegen Haarfarbe schließen könnte und schaue dann in große überraschte Augen 🙂
        Ebenso liebe Grüße!

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      2. Ich weiß, was du meinst und muss sagen, dass ich das auch kenne. Selbst von den Leuten, mit denen ich hier schreibe, habe ich irgendwie ein unbewusstes Bild im Kopf. Ich weiß natürlich, dass das Quatsch ist und bin auch nicht enttäuscht, wenn mein Bild absolut nicht der Realität entspricht. Aber ich glaube, dass unser Gehirn so arbeitet – der visuelle Sinn oder auch nur die Vorstellung hilft uns irgendwie zurecht zu kommen.

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      3. Vielleicht ist es so. Ich habe mal sehr früh im Job solch eine Erfahrung seitens einer Kollegin gemacht und fand es ziemlich daneben. Auch aufgrund dessen verzichte ich in der Regel drauf, Bilder von Leuten zu googeln, die ich treffen werde. Ausnahme: ich muß die aus einer Menge herausfischen.
        Es macht als netten Nebeneffekt ein Kennenlernen auch interessanter.

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  15. farbenfroh_naturverliebt

    Du bist überhaupt nicht langweilig, aber die zum Großteil extrovertierte und ambivertierte Welt kann sich so schwer vorstellen, dass Manche (z.B. Introvertierte) es genießen können, mit sich alleine zu sein. Dass „Feiern gehen“ eher belastend ist, das Menschenmengen anstrengend sind und dass der Introvertierte die kleine Runde oder ein Treffen mit dem/der besten Freund/in Partys vorzieht.

    Für den Introvertierten ist es stimulierend ein Buch zu lesen oder ein tiefsinniges Gespräch zu führen. Der Extrovertierte braucht viele Reize um sich und der Ambivertierte hat Anteile von beiden.

    Es ist schön, wenn man das Alleinsein genießen kann. Das hilft um Energie zu tanken- zumindest Menschen, die sehr reizoffen sind.

    Die Leute meinen immer zu wissen was „richtig“ und gesellschaftstauglich ist und wenn dann eben mal jemand anderes bevorzugt sind sie teilweise wirklich gekränkt bis beleidigt. Es fehlt an Empathie und Akzeptanz, dass andere Menschen eben anders sind als sie selbst. Reflexion… Wozu? Doch warum immer Rücksicht nehmen und es auf Partys „aushalten“-wissen es die Personen denn zu schätzen? Irgendwie muss man diesen Mittelweg finden, andere nicht zu verletzen aber sich selbst treu zu bleiben.

    Auf die Gefühle von jedem kann man nicht Rücksicht nehmen, manche versuchen halt auch damit zu manipulieren.

    LG 😊

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    1. Das hast du sehr schön geschrieben! Genauso ist es! Und was besonders bei mir hängen geblieben ist: Wissen es die Leute zu schätzen, wenn ich mitmache? Für sie ist es ja kein Zwang, keine Überwindung. Wahrscheinlich denken sie, dass sie mir damit etwas Gutes tun, wenn ich endlich mal raus komme. Es ist wie du sagst: Auf der einen Seite soll man sich selbst treu sein und auf der anderen geliebte Menschen so wenig wie möglich verletzen. Deshalb ist es so wichtig miteinander zu sprechen. Vielleicht kann man dann mehr gegenseitige Akzeptanz aufbauen.

      Liebe Grüße
      Julia

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