11 wichtige Fakten über Magersucht

  1. Von allen erkrankten wird ungefähr 1/3 gesund, 1/3 leidet unter Restsymptomen und bei dem letzten Drittel nimmt die Magersucht einen chronischen Verlauf.
  2. Magersucht ist die psychische Krankheit mit der höchsten Mortalität. Zwischen 10-15% sterben an der Krankheit.
  3. Magersucht wird oft von anderen psychischen Krankheiten wie Depression, Zwängen, Angststörungen und Suchtverhalten begleitet.
  4. Magersüchtige sind oft sehr intelligente Menschen mit hohem Selbstanspruch (soll kein Eigenlob sein).
  5. Magersucht wird laut Diagnosekriterien nur bei starkem Untergewicht (BMI < 17,5) diagnostiziert.
  6. Die typischen Gedankenmuster einer Magersucht können aber bei jedem Gewicht auftreten. Dann wird eine atypische Essstörung diagnostiziert.
  7. Wichtig: Nicht jeder schlanke Mensch ist magersüchtig! Also bezeichnet nie jemanden als magersüchtig. Ob betroffen oder nicht, das ist auf jeden Fall sehr verletzend.
  8. Mit einem BMI unter 12 hat man nur eine 50%-ige Chance zu überleben.
  9. Magersüchtige lügen häufig, sind aber KEINE schlechten Menschen. Das gehört zum Krankheitsbild.
  10. Ziehe nie voreilige Schlüsse. Eine Konfrontation mit dem Betroffenen über sein Verhalten, führt in der Regel zu negativen Folgen!
  11. Der Wunsch möglichst dünn zu sein ist nur das Symptom, die Ursache liegt ganz woanders.

Schon mein letztes Video gesehen? Es geht darum wie Depressionen auf YouTube behandelt werden: Warum plötzlich alle YouTuber DEPRESSION haben / Julia Lebenswelt

Meine Essstörung – Früher vs. Heute

Seit der Zeit, in der ich sehr mit meiner Essstörung zu kämpfen hatte, hat sich vieles getan. Ein kleiner Vergleich:

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Das waren jetzt mal einige Punkte, die sich bei mir so in den letzten Jahren verändert haben. Wenn euch irgendein Thema genauer interessiert oder ihr wissen wollt wie mir diese Veränderung gelungen ist, schreibt mir das gerne in die Kommentare. Dann schreibe ich gerne noch ausführlicher darüber! 🙂

Weihnachten mit Binge Eating – Teil 3

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Auf zum letzten Teil meiner Trilogie „Weihnachten mit Essstörung“.

Hier könnt ihr Teil 1 (Weihnachten mit Magersucht) und Teil 2 (Weihnachten zwischen Hungern und Fressen) lesen.

Weihnachten mit Binge Eating

Mittlerweile sind wir am Weihnachten vor zwei Jahren angelangt. Das war auch das erste Semester in dem ich zu studieren begonnen hatte und über die Weihnachtsferien nach Hause gefahren bin. Das habe ich auch dringend gebraucht. Das erste Unisemester war für mich sehr anstrengend. Nicht so sehr bezüglich der Anforderung, sondern vielmehr, weil ich in einem komplett neuen sozialen Umfeld war. Ich hatte zu dieser Zeit auch kurzfristig keine Therapie, was das Ganze nicht besser gemacht hat.

Dieses Weihnachten hatte ich mich also auf Entspannung zu Hause gefreut. Die bekam ich auch – plus heftigen Fressattacken. Weihnachten ist ja essenstechnisch ganz weit vorne. Das wissen wir alle. Also ein ziemlich gefährliches Umfeld sozusagen für jemanden mit einer Essanfallstörung. Weiterlesen „Weihnachten mit Binge Eating – Teil 3“

Weihnachten zwischen Hungern und Fressen – Teil 2

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Heute kommt der zweite Teil von Weihnachten mit Essstörung. In meinem ersten Teil ging es darum wie ich mit meiner Magersucht eines der schrecklichsten Weihnachten überhaupt erlebt habe. Dieses Mal soll es um das Weihnachten des darauffolgenden Jahres gehen.

Hier geht´s zu Teil 1.

Weihnachten zwischen Hungern und Fressen

Wir befinden uns drei Jahre in der Vergangenheit. Ich hatte im Sommer drei Monate Klinikaufenthalt hinter mich gebracht und war jetzt sozusagen in der Prüfphase: schaffe ich es zu Hause weiter zu essen oder falle ich erneut in das Loch von Hungern und wieder Hungern.

Dazu muss man sagen, dass ich zu der Zeit eigentlich nicht wirklich etwas zu tun hatte. Sprich ich war weder arbeiten, noch studierte ich. Und womit verbringt ein Essgestörter seine Zeit so? Jap, mit Denken an Essen bzw. nicht Essen. Getriggert von dem Essen, das ich mir in der Klinik erlauben durfte, war auch in der Adventzeit meine Lust auf Essen eindeutig vorhanden.

Das wollte ich jedoch nicht. Ich wollte weiterhin Kontrolle darüber behalten, was in meinem Magen landet und was nicht. Das war schwierig und der Heißhunger wurde immer heftiger. Auch verständlich. Mein Körper kämpfte ums reine überleben und das mittlerweile seit fast zwei Jahren. Weiterlesen „Weihnachten zwischen Hungern und Fressen – Teil 2“

Weihnachten mit Magersucht – Teil 1

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Alle Jahre wieder, kommt nicht nur Weihnachten, sondern auch eine besondere Herausforderung für meine Essstörung. Zumindest war das die letzten vier Jahre so. Ich habe mir gedacht, dass ich euch, passend zur Jahreszeit, einmal erzähle wie sich meine Essstörung auf die letzten Weihnachten ausgewirkt hat. Und zwar in der dreiteiligen Reihe „Weihnachten mit Essstörung“.

Los geht es mit Teil 1:

Weihnachten mit Magersucht

Mittlerweile liegen schon vier Jahre zwischen diesem Weihnachten und dem heutigen Ich. Schon krass, dass es mir bei weitem noch nicht so lange her erscheint. Um euch ein Bild der Ausgangslage zu verschaffen, hier ein paar Sätze zu meiner damaligen Lage:

Dieses Weihnachten fand in meinem Abiturjahr statt und meine Magersucht befand sich am absoluten Höhepunkt. Meine Eltern, die mittlerweile geschieden leben, waren da noch unter einem Dach. Entsprechend angespannt war die Stimmung. Nichts mit einem schönen Familienfest. Weiterlesen „Weihnachten mit Magersucht – Teil 1“

Meine Erfahrung mit Zwangsstörung

Oh nein, jetzt hat sie auch noch Zwangsstörungen, oder was? Nach ihrem Bericht über die „angebliche“ Panikattacke, braucht sie wohl ein neues Thema, um sich perfekt in der Opferrolle darzustellen und Mitleid von ihren Lesern zu bekommen.

So mag das vielleicht rüberkommen, aber die Realität ist, dass kaum eine psychische Erkrankung allein vorkommt. Meist kommen gleich ihre ganzen Brüder und Schwestern mit ihr zu Besuch im Kopf. Um aber mal kurz vorwegzunehmen: Ich hab momentan keinerlei Probleme mit Zwangshandlungen oder Zwangsgedanken, aber um mir jetzt folgen zu können, muss ich mal wieder in die Vergangenheit zurückgreifen. Also, es war einmal die 17-jährige Julia…

Mit 17 Jahren steckte ich sehr tief in meiner Magersucht (genaueres könnt ihr hier nachlesen). Und mit der ganzen Kontrolle wann und wie viel ich esse, kamen auch teilweise sehr spezielle Rituale dazu, wenn´s ums Thema Essen geht. Weiterlesen „Meine Erfahrung mit Zwangsstörung“

Wenn ich eine Magersüchtige sehe…

Ich war letztens an der Uni (ja, stellt euch vor ein Student geht in die Uni – crazy oder?) und hab da ein Mädchen gesehen. Und dieses Mädchen war ohne Zweifel magersüchtig.

Kann sie nicht auch einfach nur von Natur aus schlank gewesen sein? Nein, denn das entscheidende Merkmal, ob jemand dünn oder tatsächlich magersüchtig ist, sieht man meist (nicht immer!) im Gesicht. Das Gesicht dieses Mädchens war blass, eingefallen und ausdruckslos. Ihr stand der Tod ins Gesicht geschrieben. Ich habe auch eine sehr schlanke Freundin, bei der ich mir auch denke, dass sie von Treffen zu Treffen schmaler wird, aber ihr Gesicht strahlt Leben aus. Außerdem isst sie genug. Ich war schon mehrmals mit ihr Burger essen.

Auf jeden Fall hat diese Begegnung gemischte Gefühle bei mir ausgelöst. Ich war auf einmal so unendlich traurig, dass sich dieses Mädchen mit etwas so teuflischem wie einer Essstörung quälen muss. Und zugleich war ich auch so wütend. Am liebsten hätte ich sie geschüttelt und ihr klargemacht, dass sie gegen diesen Teufel kämpfen muss, auch wenn sie das gerade nicht will. Ich weiß natürlich als ehemalige Magersüchtige am besten, dass hingehen und durchschütteln null therapeutischen Wert hat und nur das Gegenteil bewirkt. Weiterlesen „Wenn ich eine Magersüchtige sehe…“