Womit habe ich einen solchen Körper verdient?

“I hate you, I love you, I hate, that I DON´T love you”

Dieser abgewandelte Text von Gnash beschreibt sehr gut die momentane Beziehung zu meinem Körper.

Seit meinem 11. Lebensjahr hasse ich meinen Körper, egal ob ich gerade in meiner Essstörung war oder in der Phase „dazwischen“. Er war immer zu dick, zu hässlich, was natürlich nur ich so gesehen habe. Ich verstecke meinen Körper bis heute in langer weiter Kleidung – möglichst dunkel, um nicht aufzufallen.

Seit meiner Geburt ist mein Körper nur selten krank. Ich hatte in einem Schuljahr im Schnitt drei Fehltage. Ich erinnere mich sogar an ein Jahr, wo ich absolut immer in der Schule war. Bis heute bekomme ich einmal im Jahr eine Erkältung. Wann ich das letzte Mal wegen einer körperlichen Erkrankung beim Arzt war weiß ich gar nicht. Das hat bestimmt auch mit meiner Angst vor Ärzten zu tun, aber es war tatsächlich nie so schlimm, dass mein Körper nicht selbst damit fertig geworden wäre. Selbst als ich wegen meiner Magersucht weniger als ein Vorschulkind gewogen habe, hat mich mein Körper nicht im Stich gelassen. In diesem Moment hätte eine Infektion vermutlich den Tod für mich bedeutet.

Seit ungefähr zwei Jahren ist mir bewusst, was mein Körper tagtäglich für mich leistet. Angesichts der Tatsache, dass ich ihm täglich durch mein Essverhalten oder durch mein Verkriechen in dunklen Räumen schade, weiß ich nicht warum. Ich weiß nicht, wieso mein Körper mich nicht aufgibt, sondern immer funktioniert.

Ich weiß, dass es meinem Körper nicht gut geht, aber er macht trotzdem weiter – ich leider auch.

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BEVOR ES-Award – 5 Fragen gegen die Essstörung

Start eines Herzens-Projekts

Wir – Happy Kalorie, Mia von Mias Anker und Julia vom Lebensweltblog – haben einen Blogger-Award ins Leben gerufen, der mit der Beantwortung der Fragen nicht beendet ist, sondern durch deine Antworten erst richtig losgeht. Mithilfe deiner Sicht können wir gezielt den Blick unser aller Leser/innen für die allgegenwärtige Essstörung sensibilisieren.

Bevor-ES-Award-Logo

Ziel des BEVOR ES-Awards:

  • Erfahren, dass Prävention gegen Essstörungen im Vorfeld wichtig ist
  • Vermeiden von Vorurteilen und bestenfalls den Einstieg in eine Essstörung
  • Erkennen, dass Essstörungen allgegenwärtig sind

WICHTIG: Unser BEVOR ES-Award spricht keine spezielle Zielgruppe an (siehe Hinweise). Dass heißt, du musst nicht zwingend an einer Essstörung erkrankt sein, um daran teilzunehmen. Jeder kann mitmachen, auch gerne ohne Nominierung oder per E-Mail (julialebenswelt@gmail.com.) 🙂

Ablauf des BEVOR ES-Awards:

Bitte …

  • beantworte die vorgegebenen Fragen, gern als Video, Zeichnung, Text, Grafik etc in einem Blogpost. Alternativ: Wenn du keinen Blog hast, kannst du uns gern deine Antworten per Email zusenden (julialebenswelt@gmail.com).
  • verlinke immer auf die Award-Gründer-Blogs (Mia, Julia , Happy Kalorie).
  • nominiere am Ende 3 weitere Blogs deiner Wahl.
  • beachte, dass die Fragen des jeweiligen Awards immer gleich (keine neuen Fragen ausdenken) bleiben.
  • kopiere Ablauf, Fragen, und Einverständniserklärung des BEVOR ES-Awards sowie Blog-Grafik unverändert in deinen Blogpost ein.

Fragen des BEVOR ES-Awards:

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Es kommt Großes auf euch zu…

Vielleicht eine etwas dramatische Überschrift, aber ich wollte immer schon mal wie diese großen Influencer sagen: „Ich arbeite gerade an einem tollen Projekt, aber mehr darf ich euch im Moment noch nicht sagen!“ Haha. Kennt ihr solche Menschen? Ich finde das ja eigentlich so furchtbar. Noch dazu, weil ich eine extrem neugierige Person bin…

Aber ich weiche vom Thema ab. 😉 Gemeinsam mit Mia von Mias Anker und Michaela von Happy Kalorie werde ich am Mittwoch ein Projekt starten, dass Essstörungen zum Thema macht. Ich freue mich schon sehr und ich hoffe ihr werdet genauso begeistert sein wie ich!

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Wenn ihr Lust habt, könnt ihr auch gerne mal in unser letztes gemeinsames Projekt reinschauen: Gemeinsam gegen die Essstörung.


► Mein YouTube Kanal: JULIA LEBENSWELT

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Hypnose gegen Essstörung

Ich habe in meinem Leben schon eine ganze Reihe an Therapien ausprobiert: Verhaltenstherapien, Gruppentherapien, alle möglichen Kreativtherapien,… Eine Therapie, die mir jedoch besonders in Erinnerung geblieben ist, ist meine Hypnosetherapie oder Hypnotherapie.

Die Idee dazu kam mir als ich, während meines stationären Aufenthalts wegen der Magersucht, ein Video gesehen habe, indem eine junge Frau ihre Magersucht mit Hilfe von Hypnose überwunden hat. Ich war sofort interessiert, denn irgendwie hatte ich die Schnauze voll von „konventionellen“ Therapien.

So habe ich mich nach meinem stationären Aufenthalt in das Behandlungszimmer eines solchen Therapeuten gewagt – mit falschen Erwartungen und dem Glauben das Wundermittel gegen meine Essstörung gefunden zu haben.


Wie die Therapie genau abgelaufen ist und was ich daraus mitgenommen habe, erzähle ich euch im Video: Weiterlesen „Hypnose gegen Essstörung“

Gemeinsam gegen die Essstörung

Vor einiger Zeit habe ich schon einmal auf die tolle Kampagne It gets brighter aufmerksam gemacht. Dabei geht es darum, dass sich Betroffene, aber auch Experten, in Videoform zum Thema psychische Erkrankungen äußern und für andere Betroffene mutmachende Worte finden.

Nun habe ich mich mit den beiden Bloggerinnen Mia von Mias Anker und Michaela von Happy Kalorie zusammengeschlossen und wir haben im Rahmen der Präventionsarbeit gegen Essstörungen, die Michaela schon länger betreibt, gemeinsam ein Video auf die Beine gestellt.

Michaela hatte die wunderbare Idee für das Video und hat auch die Bearbeitung übernommen. Es soll Mut machen, sich dem Kampf gegen eine Essstörung zu stellen. Ich finde es ist einfach großartig geworden! Deshalb möchte ich es euch auf keinen Fall vorenthalten:

 

 

Es ist einfach so wunderbar mit Menschen, die das gleiche Ziel verfolgen, solche Projekte auf die Beine zu stellen! Mia, Michaela und ich haben uns zusammengeschlossen, um gegen die Essstörung zu kämpfen, präventiv und informativ vorzugehen, um das Bewusstsein für eine so gefährliche Krankheit zu steigern.

Wir haben noch so viele Ideen im Kopf und würden uns extrem freuen, wenn unser kleines Team noch größer werden würde! Gemeinsam kann man noch so viel mehr erreichen! Wenn ihr euch als Blogger oder auch Nicht-Blogger angesprochen fühlt, dann schreibt mir doch gerne per Mail: julialebenswelt@gmail.com. Und ach ja, keine Angst, ihr könnt dabei auch vollkommen anonym bleiben! Ich kann euch sagen, dass Mia und Michaela einfach großartig sind und ich schon lange keine Zusammenarbeit erlebt habe, die so reibungslos läuft! Danke dafür an euch zwei!

Hier noch einmal die beiden Links zu den Blogs der beiden. Schaut gerne bei diesen großartigen Menschen vorbei und lasst ein bisschen Liebe da:

Happy Kalorie

Mias Anker


 

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Vegan & Essstörung – Meine Erfahrung

Die liebe Cordula vom Blog Wir essen Pflanzen, hat ihre erste Blogparade ins Leben gerufen: Veggies – Eure Erfahrungsberichte. Wie der Titel schon erahnen lässt, geht es dabei um die persönliche Erfahrung mit dem Thema Vegetarismus bzw. Veganismus.

Ich habe mich bisher mit dem Thema was und wie ich esse auf diesem Blog ziemlich zurückgehalten. Lediglich im Beitrag Mein aktuelles Essverhalten ist schon etwas durchgeklungen, was ich so in mein kleines Mündchen stecke.

Der Grund für meine Zurückhaltung ist großteils Unsicherheit. Als Essgestörte steht natürlich für viele Menschen (besonders Nicht-Betroffene) das Essverhalten einer solchen Person im Vordergrund und führt schnell zu einer Menge Bewertung. Trotzdem habe ich mich dazu entschlossen dieses Buchkapitel heute für euch mal ein bisschen zu öffnen, denn die pflanzliche Ernährung spielt hier für mich eine wesentliche Rolle. So, und jetzt genug der Einleitung!


Ich liebe Tiere! Über alles! Schon immer! Häufig mehr als Menschen. Bis zu meinem Teenageralter habe ich mehrmals pro Woche Fleisch gegessen. Das ist eine Kombi, die, denke ich, bei vielen Menschen nicht selten ist. Die Liebe zu Tieren im Zusammenhang mit einem saftigen Steak zu Mittag, war für mich ganz normal. Ok, ich übertreibe. Viel Fleisch habe ich tatsächlich nie gegessen, aber der Satz schreibt sich so schön. 😉

Mit ungefähr 16 habe ich den Wunsch verspürt auf Fleisch zu verzichten. Inspiriert durch meine bereits langjährig vegetarischen Großcousinen, wollte ich nichts mehr auf meinem Teller, das einst niedliche Kulleraugen hatte. Das Problem: Mein Selbstbewusstsein. Weiterlesen „Vegan & Essstörung – Meine Erfahrung“

5 Vorteile einer Essstörung

Der Podcast PsychCast hat letztens eine Folge mit dem schönen Titel „Kann denn Krankheit ein Gewinn sein? Über Krankheitsgewinn.“ herausgebracht und hat mich dazu veranlasst mal (wieder) darüber nachzudenken, was für Vorteile ich denn aus meiner Essstörung ziehe bzw. gezogen habe. Für Außenstehende wirkt es vielleicht etwas befremdlich Positives an einer Essstörung zu sehen, aber da gibt es für mich (leider) eine ganze Menge:

1. Man bekommt Aufmerksamkeit.

Uh, jetzt schreien gleich alle: „Ich wusste, dass sie das nur macht um Aufmerksamkeit zu kriegen!“ Ja und Nein. Wir möchten mit unserem Verhalten bewusst oder unbewusst aufmerksam machen. Aber nicht auf den Fakt, dass wir z.B. schon wieder abgenommen haben, sondern dass es uns einfach dreckig geht, wir nicht wissen wie wir im Leben zurecht kommen sollen und jemanden brauchen, der uns eine helfende Hand reicht. Wie gesagt ist dieser Prozess oft unbewusst und hat nichts mit Aufmerksamkeitsgeilheit zu tun.

2. Das Leben ist nicht kontrollierbar.

In ganz vielen Bereichen nicht. Was aber kontrollierbar ist, ist was ich in meinen Mund stecke. Zumindest spielt uns das die Essstörung vor. Dass das irgendwann außer Kontrolle geraten wird versucht uns die Essstörung nicht wahrhaben zu lassen.

3. Ich bin jemand, der Gefühle hasst. Weiterlesen „5 Vorteile einer Essstörung“