Wie ich die Beziehung zu meiner Mutter zerstöre

Es gibt nur einen Menschen auf dieser Welt, mit dem ich ehrlich bin und während ich diese Worte schreibe, fällt mir auf, dass selbst das nicht 100% stimmt. Ich versuch es nochmal: Es gibt nur einen Menschen auf dieser Welt, mit dem ich ehrlicher bin als mit allen anderen: meine Mutter. Und selbst das war nicht immer so.

In meiner Familie wurde nie groß über Gefühle gesprochen oder darüber wie es einem geht. Das fällt mir natürlich erst rückblickend auf und ist absolut kein Vorwurf an irgendjemanden. Jeder ist wie er ist aufgrund seiner Vergangenheit. Trotzdem ist es eine Scheinwelt, die mir vorgespielt wurde, in der man nur positiv sein darf und Ängste oder Zweifel wenig Platz haben. Oder so empfand ich es zumindest. Wenn ich mich tatsächlich mal geöffnet habe, habe ich immer Unterstützung von meiner Mama bekommen – uneingeschränkt. Meine Mutter war immer für mich da und ist es immer noch. Das kann nicht jeder von sich behaupten und dafür bin ich sehr dankbar.

Meine Mama war immer eine starke Frau. Weiterlesen „Wie ich die Beziehung zu meiner Mutter zerstöre“

Warum mache ich das immer wieder? – Von Neuanfängen, Ängsten und Zweifeln

Ich bin in den letzten Tagen umgezogen. Nachdem ich meinen Bachelor in Psychologie abgeschlossen habe, bin ich jetzt für meinen Master in eine fremde Stadt gezogen, die ebenso weit weg ist von meiner Familie wie mein vorheriger Studienplatz.

Ich wollte das so. Ich wollte in einer anderen Stadt meinen Master machen. Noch einmal die Chance nutzen für zwei Jahre woanders zu leben ohne Bindung an einen Job, mit dem Wissen, dass der Aufenthalt (wahrscheinlich) zeitbegrenzt sein wird. Ich wollte mich selbst herausfordern, mir beweisen, dass ich es wieder kann ganz alleine Fuß zu fassen. So waren meine Gedanken, aber es kommen Zweifel… Weiterlesen „Warum mache ich das immer wieder? – Von Neuanfängen, Ängsten und Zweifeln“

Die Panik nichts mehr zu sagen zu haben – Warum es uns so schwerfällt mal „die Klappe zu halten“

Vor Kurzem bin ich über einen Instagram-Beitrag gestoßen, der davon berichtete wie viele in den sozialen Netzwerken versuchen regelmäßig ihre Gedanken mit der Welt zu teilen und was für Schwierigkeiten das auch mit sich bringen kann.

Ich lese immer mal wieder Beiträge oder schaue Videos, die sich damit beschäftigen wie man online „erfolgreich“ werden kann (eigentlich sollte ja jeder seinen Erfolg für sich selbst definieren und nicht von anderen gesagt bekommen, was Erfolg ist – aber das ist ein anderes Thema). Auf jeden Fall ist die Parole immer: Poste so regelmäßig und sooft wie möglich!

Was sie nicht erwähnen: Was mache ich, wenn ich nicht jeden Tag etwas zu sagen habe? Oder besser gesagt: wenn ich nicht jeden Tag etwas Sinnvolles zu sagen habe? Weiterlesen „Die Panik nichts mehr zu sagen zu haben – Warum es uns so schwerfällt mal „die Klappe zu halten““

Wie mir die Schule meine Kreativität gestohlen hat

Ich bin immer sehr gerne in die Schule gegangen. In den Kindergarten (den ich übrigens nur ein Jahr besucht habe) wollte ich nie. Da hab ich mich mit Weinen geweigert meine Mama gehen zu lassen  und mich an sie geklammert. Ab dem 1. Schultag war dieses Verhalten jedoch Geschichte.

Die Grundschule war für mich meist noch zu wenig fordernd. Ich habe immer zu Hause und auch in den Pausen Zusatzaufgaben gemacht. Ich wurde damals schon bewundert wie gut ich Malen und Basteln konnte. Im Laufe meiner Schullaufbahn sollte ich aber mit diesem Fach noch das ein oder andere Problem bekommen.

Kunst unter Druck macht keinen Spaß

Als kleines Mädchen war ich schon eine sehr „kontrollierte“ Malerin. Das bedeutet: Ich hab mir nicht einfach ein Blatt Papier geschnappt und drauf los gemalt. Nein, ich brauchte ein festes Motiv, meist ein Tierbild aus einem Buch, das ich so naturgetreu wie möglich nachmalen wollte. Im Kunstunterricht wird einem ein Thema vorgegeben und man kann oft nicht wirklich was damit anfangen. Die Kinder, denen es egal ist malen dann irgendetwas, und die anderen, so wie ich, versuchen trotzdem eine schöne Zeichnung hinzulegen.

Das bedeutet es wird unter Druck gemalt. Bis zur 8. Klasse konnte ich damit ganz gut umgehen und ich habe auch zu Hause noch immer gerne gebastelt und gemalt. Auch wenn es schon weniger wurde…

Bis zur 12. Klasse hat mir Kunst dann gar keinen Spaß mehr gemacht. Ich hatte so viele andere Schulsachen im Kopf, dass ich den Kunstunterricht meist genutzt habe, um Hausaufgaben zu machen oder zu lernen (das ging bei unserem Lehrer, ohne dass er was gesagt hat). Zu Hause habe ich mich dann oft durchs Internet geklickt, um irgendwie Inspiration zu dem vorgegebenen Kunst-Themen zu bekommen. Oft habe ich es einfach kopiert. Meine Kreativität war erstickt im Druck, der von der Schule kam und dem Druck, den ich mir selber machte. Es war dann einfach nur noch eine Frage des Ablieferns des idealen Kunst-Objekts. Es zählte nur die Note und nicht, was ich selbst machen wollte. Mittlerweile wollte ich auch nichts mehr Kreatives machen. Mir wäre nie eingefallen die wenige Freizeit, die ich mir gab, mit Malen zu „veschwenden“. Im letzten Schuljahr durften wir dann malen, was wir wollten (solange es noch von „künstlerischer Qualität“ war – was auch immer das bedeutet). Da habe ich besonders gemerkt, dass ich nicht mal im Ansatz Ideen hatte, was ich zeichnen sollte. Mal ganz davon abgesehen, dass ich in dieser Zeit tief in meiner Essstörung steckte.

Wie ich wieder angefangen habe zu malen

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„Du bist so langweilig!“ – Wie mich mein Umfeld zwingt mitzumachen

„Du bist so langweilig!“ „Jeden Abend hängst du nur zu Hause rum!“ „Du bist immer so schlecht drauf!“

Drei Sätze, die mir meine Schwester in letzter Zeit an den Kopf geknallt hat. Drei Sätze, die wahrscheinlich gar nicht so gemeint waren, aber drei Sätze, die bei mir direkt ins Schwarze getroffen haben.

Seit meiner Teenagerzeit bin ich immer die gewesen, die einen gemütlichen Filmeabend jedem sozialen Event vorgezogen hat. Ich war weder daran interessiert mich mit Alkohol abzuschießen, noch mir die Seele aus dem Leib zu tanzen. Ich habe die Menschen nie dafür verurteilt wegzugehen (für das Alkohol-Drinken vielleicht schon etwas). Jeder soll das machen, was er oder sie möchte. Aber, dann sollen sie auch mich so machen lassen, wie ich möchte.

Ich muss dazu sagen, dass ich selten direkt dafür verurteilt wurde „zu Hause zu hocken“, aber ich habe oft diesen Druck gespürt. Bestimmt war es auch viel Druck, den ich mir selber gemacht habe, weil ich nicht anders sein wollte.

Mittlerweile weiß ich, dass mir solche Veranstaltungen nicht gut tun. Ich weiß, dass ich mit einer solchen Masse an Menschen überfordert bin und ich eine solche Lautstärke nicht ertrage. Ich brauche „Sprechlautstärke“. Wenn ich mit anderen Menschen wohin gehe und mich gar nicht mit ihnen unterhalten kann, ergibt das für mich keinen Sinn. Ich will nichts Trinken und auch nicht bis in die Morgenstunden unterwegs sein. Ich will mit anderen nett Essen gehen oder in ein Café. Ich liebe Spieleabende. Ich gehe gerne ins Theater oder einfach nur mit jemandem spazieren. Ich höre anderen Menschen gerne zu bzw. diskutiere über tiefgehende Themen. Ich unternehme gerne etwas mit Menschen, die ich mag und gut kenne, nur eben auf meine Art.

Trotzdem treffen mich solche Sätze, weil ich weiß, dass ich vielleicht auch andere Menschen enttäusche, wenn ich wieder nicht mitgehe. Vielleicht denken sie auch ich mag sie nicht. Ich will auch keine Last sein. Ich frage mich auch, ob ich denn nicht wirklich etwas verpasse. Manchmal gehe ich dann mit nur um zu erkennen, dass das Ganze nur ein Pflichttermin war, um andere nicht zu enttäuschen. Weiterlesen „„Du bist so langweilig!“ – Wie mich mein Umfeld zwingt mitzumachen“

Bin ich hochsensibel? Gibt es Hochsensibilität überhaupt?

Achtung! Jetzt kommt ein sehr sensibles Thema (was für ein Wortwitz). Ich muss vorneweg sagen, dass ich mich nicht bis ins kleinste Detail mit Hochsensibilität befasst habe und alles, was ich hier schreibe spiegelt natürlich meine eigene Meinung! Ich lasse mich auch gerne (freundlich!) belehren.

Hochsensibilität – gibt es sie?

Seit ich das erste Mal im Netz auf den Begriff Hochsensibilität gestoßen bin, hat der Begriff irgendwie Negatives in mir ausgelöst. Ich habe auf anderen Blogs darüber gelesen und aus Interesse auch selbst mal einen Online-Test zum Thema gemacht. Nicht zuletzt deswegen, weil mir mal gesagt wurde, dass ich vielleicht hochsensibel sein könnte. Was rausgekommen ist, weiß ich nicht mehr. Ist auch egal, denn solche Tests lassen sich ohnehin in die Richtung drehen, die man möchte.

Gestern bin ich dann wieder durch eine Doku auf das Thema aufmerksam geworden. Ich verlink sie euch mal: https://www.youtube.com/watch?v=sOAG6RKfqtc. Da ich schon irgendwie das Gefühl hatte, dass sich hier die Geister scheiden, habe ich mir interessiert die Kommentare durchgelesen und bin zu dem Entschluss gekommen, dass es Hochsensibilität zwar gibt, ich es aber anders verstehe als viele der in den Kommentaren vertretenen Menschen.

Was mich, glaube ich, hier am meisten stört ist, dass es wie eine Diagnose hingestellt wird und das ist es nicht. Es ist eine Persönlichkeitseigenschaft unter der man sehr wohl leiden kann. Für jedes Persönlichkeitsmerkmal gibt es ein Spektrum und manche Menschen sind auf der einen Seite und manche auf der anderen. Es gibt auch Menschen die sehr fröhlich sind im Vergleich zu anderen, aber sie bezeichnen sich selbst nicht als hochfröhlich. Es ist einfach die Begrifflichkeit, die mich stört und wie damit umgegangen wird.

Hochsensibilität ist für mich ein Symptom bzw. eine Eigenschaft, der (noch) die genaue Definition fehlt. Das ist mir sehr stark in den Kommentaren der Doku aufgefallen. Da haben sich Menschen als hochsensibel beschrieben und im gleichen Satz Symptome aufgezählt, die sehr klar zu anderen Diagnosen zugeordnet werden können. Zum Beispiel schrieb jemand, dass er Angst vor geschlossenen Räumen und Menschenmengen hätte. Zeichen einer klassischen Agoraphobie. Grundsätzlich überschneiden sich Symptome der Hochsensibilität mit Angststörungen, Autismus-Störungen und vielleicht noch mit AD(H)S. Außerdem wurde auch oft beschrieben, dass Menschen, die sich als hochsensibel bezeichnen, oft schnell von vielen Menschen erschöpft sind. Das ist für mich ein introvertierter Mensch.

Bin ich hochsensibel?

Weiterlesen „Bin ich hochsensibel? Gibt es Hochsensibilität überhaupt?“

5 Fragen über mein Leben

Heute möchte ich 5 Fragen beantworten, die Marco auf seinem Blog Glückstweets gestellt hat. Ein Blog der meiner Meinung nach viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommt. Bitte schaut doch bei ihm vorbei und lasst euch von seinen Glückstweets inspirieren!


Nimm Dir ein Blatt Papier und etwas Zeit. Schreibe auf:

  1. Die Orte, die Du noch sehen willst

Früher hatte ich immer den Wunsch mindestens einmal auf alle Kontinente zu reisen (ja, auch die Antarktis). Im Moment habe ich gar kein so großes Bedürfnis zu reisen. Was ich dennoch gerne mal sehen würde sind die Nordlichter, ein freilebendes Wolfsrudel (meine Lieblingstiere) und eine totale Sonnenfinsternis (bei der letzten in Europa war ich noch zu klein, um mich jetzt noch daran zu erinnern). Auch meine Verwandten in Kanada würde ich gerne einmal besuchen.

  1. Die Restaurants, die Du ausprobieren möchtest

Speziell gibt es da im Moment nur eines und zwar das Rollercoaster-Restaurant in Wien (gibt es übrigens auch in ein paar deutschen Städten).

  1. Was Du noch zu lernen begehrst

Mit mir selbst gut umzugehen, meine Fehler zu akzeptieren und mich nicht allzu sehr von ihnen einschränken zu lassen.

  1. Was Du noch erleben möchtest

Das überschneidet sich bei mir ein bisschen mit Punkt 1. Ansonsten möchte ich den 100. Geburtstag meiner Mutter erleben, an dem sie noch selbst mit voller Energie die Kerzen auspustet. Ich möchte erleben wie es ist eine Person (außerhalb der Familie) bedingungslos zu lieben. Ich möchte zusehen wie ich ein Häuschen am Wasser besitze und meine zwei Hunde vor mir herumtollen. Außerdem möchte ich erleben wie absolut niemand mehr aufgrund seiner Herkunft, seines Aussehens, seines Geschlechts, seiner Erkrankungen oder warum auch immer ausgegrenzt wird.

  1. Was noch alles passieren soll bevor Du stirbst

Das überschneidet sich schon wieder mit Punkt 4. 😉 Ich wünsche mir, dass die Menschen sich gegenseitig akzeptieren und nicht vorschnell urteilen. Ich wünsche mir, dass ich ein zufriedenes Leben führe, indem ich mich über Höhen freue und Tiefen akzeptieren kann. Und zuletzt wünsche ich mir, dass Liebe mehr in das Bewusstsein der Menschen rückt – Liebe gegenüber allen Lebewesen und unserem Planeten!

Und dann beginne JETZT mit dem ersten Schritt!

Du tust es für Dich und Du darfst es Dir wert sein!

(Fragen und Text aus dem Beitrag „Der Rest Deines Lebens“)


Wenn ihr Lust habt könnt ihr auch gerne diese 5 Fragen in den Kommentaren beantworten oder wenn ihr selbst einen Blog habt als eigenen Beitrag. Ich würde mich freuen, von euch zu lesen!


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Dürfen wir alles denken?

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Handlettering by Julia Lebenswelt

Gedanken haben noch nie anderen Menschen geschadet. (Einen selbst können sie natürlich schon schaden.) Es sind die Taten, die andere Menschen verletzen und im schlimmsten Fall töten können.

Ich selbst habe immer wieder Gedanken, die ich nicht haben möchte. Das sind zum Beispiel rassistische Gedanken oder anderweitig menschenverachtende Gedanken. Ich ertappe mich dann dabei so etwas zu denken und verurteile mich sofort dafür. Aber kann ich tatsächlich etwas dafür?

Unsere Vorstellung von der Welt sind uns von der Gesellschaft und unserer Erziehung mitgegeben worden. Wir wurden kulturell geprägt, dass es beispielsweise einen Unterschied zwischen schwarzem und weißem Mann gibt. Diesem Einfluss können wir uns nicht entziehen, solange wir in unserer Kultur bleiben.

Was ich aber machen kann, ist mir diesen Einflüssen, die mir vermittelt wurden bewusst zu werden und die dazugehörigen Gedanken wahrzunehmen. Ich kann dann gedanklich darauf reagieren, indem ich akzeptiere, dass ich diese Gedanken aufgrund meiner Erfahrungen  habe. Gedanken sind nicht böse, sondern das Resultat von Einflüssen und Erlebnissen.

Sobald ich meine Gedanken verstehe, brauche ich mich weder für sie zu schämen, noch nach ihnen zu handeln. Mir wird immer wieder mal gesagt, dass ich sehr aufgeschlossen bin und alle Menschen so akzeptiere wie sie sind. Das tue ich auch. Und zwar indem ich ihnen das Gefühl gebe akzeptiert zu sein und versuche meine kritischen Gedanken sanft beiseite zu schieben. Ich versuche nach meinen Werten zu handeln, selbst wenn meine Gedanken manchmal anderer Meinung sind!


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Psychologie studieren als psychisch Kranke

„Psychologiestudenten haben doch alle einen an der Waffel!“

Mit diesem Vorurteil (oder doch der Wahrheit?) wurde ich bisher noch nicht konfrontiert, jedoch zählt es unter die Top 3 Vorurteile über Psychologiestudenten (neben „Du kannst bestimmt meine Gedanken lesen“ und „Wir sind alle die größten Streber“, weil man ja nur mit sehr gutem Abi-Schnitt Psychologie studieren kann.)

In meinem Fall kann ich nur sagen: „Ja, ich habe nicht mehr alle Tassen im Schrank!“, wenn man damit das Betroffen-Sein von psychischen Erkrankungen meint (meiner Meinung nach sind alle Menschen etwas verrückt 😉). Und ich glaube tatsächlich, dass der Anteil psychisch Erkrankter im Psychologiestudium höher ist als in anderen Studiengängen. Das wäre nur logisch. Denn, wenn man von etwas betroffen ist, steigt das Interesse daran.

Ein anderes Beispiel für dieses Interesse-wecken-durch-Konfrontation-mit-dem-Thema wäre, dass man sich erst mit Krebs auseinandersetzt, wenn man selbst oder eine nahestehende Person davon betroffen ist. Dann setzt man sich oft nicht nur mit der Symptomatik auseinander, sondern auch mit existierenden Hilfsorganisationen oder Spendenmöglichkeiten. Ein weniger tragisches Beispiel wäre ein Autokauf: Ich will ein Auto, deshalb habe ich großes Interesse an Autos und ich werde beinahe wahnsinnig, wenn ich mich auf der Straße bewege, weil jedes Auto sofort in mein Blickfeld fällt.

Lässt sich ein Psychologiestudium mit eigenen psychischen Erkrankungen vereinen?

Ich sehe hier Vorteile und Nachteile. Ein klarer Vorteil wäre zum Beispiel, dass einem viele Inhalte leichter fallen, weil man sie aus Erfahrung kennt. Andererseits kann es schwierig werden, wenn man sich selbst mit den Inhalten vergleicht und mehr über Erkrankungen erfährt, wo man dann leicht in Versuchung kommt sich selbst zu diagnostizieren. Man glaubt gar nicht wie viele Krankheitsbilder es gibt, die in irgendeiner Weise auf einen zutreffen. 😉 Ein Psychologiestudium ersetzt auf keinen Fall eine Therapie. Davon abgesehen behandelt das klassische Psychologiestudium so viele Inhalte, die gar keinen Bezug zu psychischen Erkrankungen ziehen. Ich sage nur Statistik. 😉

Eine psychische Erkrankung ist für jedes Studium eine gewisse Einschränkung.

Das erzähle ich genauer in diesen Beiträgen:

Bin ich überhaupt fähig später kranke Menschen zu behandeln?

Es gibt in der Psychologie viele Bereiche, wo man gar nicht oder nicht unmittelbar mit psychisch kranken Menschen zu tun hat. Dennoch strebe ich eine Tätigkeit an, wo das wahrscheinlich der Fall sein wird. Und hier bin ich absolut unsicher, ob ich es aushalte einerseits mit dem Leid anderer Menschen umzugehen und ob es mich andererseits nicht triggern könnte. Grundsätzlich sind meine Zweifel hier aber glaube ich nicht unbedingt größer als die von „gesunden“ Kommilitonen. Jeder hat eine Psyche und für jeden ist es schwierig immer mit den Sorgen und Problemen anderer Leute umzugehen und sich davon ausreichend zu distanzieren.

Es ist bestimmt eine Herausforderung, aber als Fazit möchte ich noch sagen, dass jeder für sich selbst entscheiden muss, ob man Psychologie studieren möchte, wenn man selbst an psychischen Erkrankungen leidet. Und: Es ist nicht unmöglich und wenn man es studieren möchte, dann ermutige ich jeden es auch zu tun!


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Es hängt doch nur vom Glück ab, oder?

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Kennt ihr diese erfolgreichen Menschen – von Self-Made-Millionären bis hin zu „Influencern“, die sich teilweise für erfolgreicher halten als sie eigentlich sind – die ihre Tipps und Strategien weitergeben wie sie dorthin gekommen sind, wo sie jetzt sind? Oft halten sie Reden oder veröffentlichen Bücher. Zusammengefasst lautet deren Zauberformel: Härter arbeiten als alle anderen, durchhalten und immer 200% geben!

Aber stimmt das?

Ich vermisse bei deren Erfolgskonzepten immer das Wörtchen Glück oder Zufall. Nehmen wir das Musik-Business als perfektes Beispiel: Jeden Tag werden abertausende von Songs weltweit veröffentlicht – von großartigen bis hin zu weniger großartigen Künstlern. Davon schafft es eine Handvoll ins Radio – früher die einzige Möglichkeit von der breiten Masse gehört zu werden. Mittlerweile bietet das Internet auch kleineren Künstlern die Möglichkeit schnell und problemlos ihre Songs mit der Welt zu teilen. Es gibt Sänger oder Sängerinnen, die „nur“ im Internet populär sind und damit gutes Geld verdienen. Trotzdem bleibt auch hier die Frage: Wie sind sie da hingekommen?

Es läuft alles über Beziehungen

In der Musik-Branche (und auch in vielen anderen Bereichen) geht es nur darum wer mit wem was macht. Als No-Name Künstler brauchst du das Glück an die richtigen Produzenten, PR-Agenturen und Co. zu geraten und schwupps kommt ein Erfolgsschub daher. Wie lange der andauert ist ein anderes Thema.

Ich will hier niemandem unterstellen, dass er oder sie für den Erfolg nicht hart gearbeitet hat. Ich will lediglich sagen, dass es viele Menschen gibt, die ebenso hart arbeiten, jedoch nie den großen Erfolg sehen.

Erfolgreich oder nicht: Alle Menschen sind gleichwertig!

Und schlimm wird es meiner Meinung nach dann, wenn sich die Erfolgreichen fühlen als würden sie über den „Kleinen“ stehen – über denen, die es (noch) nicht geschafft haben. Sie halten sich oft für etwas Besseres. Schließlich haben sie mehr für ihren Erfolg getan als alle anderen.


Wie seht ihr das? Meint ihr Glück und Zufall spielt eine große Rolle bei Erfolg?


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