In Ketten gelegt

Während unseres Lebens sammeln wir viele Ketten an. Und nein, ich meine nicht Schmuck. Ich meine Ketten, die uns fesseln, uns einsperren und uns nicht frei sein lassen.

Manche Menschen kommen schon gefesselt auf die Welt. Zum Beispiel kommen manche Kinder bereits mit einer schweren Krankheit auf die Welt, die sie einschränkt und ihrer Freiheiten beraubt. Manche Kinder werden von ihren Eltern gefesselt und können sich nur mühsam oder auch gar nicht befreien. Im Laufe unseres Lebens nimmt die Anzahl der Ketten stets zu.

Es gibt zwei Arten von Ketten. Die eine Art von Kette ist um unseren Körper geschlungen und scheint uns zu erdrücken. Ich trage diese Kette zum Beispiel, wenn ich in sozialen Umgebungen bin. Ich fühle mich eingeschränkt als wäre nicht genügend Raum für mich da. Ich mache mich klein, möchte unsichtbar sein und lasse mich einsperren. Weiterlesen „In Ketten gelegt“

Weltverbesserer vs. meine Einstellung zu mir

Ich versuche der perfekte Mensch zu sein. Das beginnt bei meiner Ernährung und hört bei meinem Konsumverhalten auf. Ich töte keine Spinnen, nicht mal Mücken kann ich erschlagen. Kurz um: Ich versuche meiner Umwelt möglichst wenig mit meiner Existenz zur Last zu fallen.

Das klingt jetzt so als würde ich mich selbst extrem klein machen. Und da kann ich nur sagen: Bingo! Genau das ist es. Ich denke ich würde alles tun, damit es anderen besser geht, mich selbst vergesse ich dabei leider häufig.

Wobei vergessen eigentlich nicht das richtige Wort ist. Ich bin eher ein Meister darin meine Bedürfnisse und Wünsche zu ignorieren. Warum sollte ich mich denn auch um mich kümmern, wenn ich mich selber gar nicht mag? So ein hässlicher, fetter, ängstlicher und unsicherer Mensch hat es doch nicht verdient ein schönes Leben zu führen.

So extrem habe ich zumindest lange Zeit gedacht. Mittlerweile würde ich sagen, dass ich auf der Extremheitsskala ein wenig nach unten gerutscht bin. Ich mag mein Äußeres noch immer nicht, meistens jedenfalls. Doch meine Persönlichkeit kann ja gar nicht so scheiße sein, wenn es immer wieder Leute um mich herum gibt, die (gerne?) Zeit mit mir verbringen.

Außerdem weiß ich zumindest theoretisch, dass ich es nicht verdient habe mich so schlecht zu behandeln wie ich niemanden sonst behandeln würde. Ich weiß auch, dass Eigenliebe ein Teil des Zufriedenheitspuzzles des Lebens ist.

Aber in der Praxis klappt das oft nicht so gut. Ich sehe oft einfach keinen Sinn dahinter mir jetzt Zeit für mich zu nehmen und auf mich zu achten. Besonders weil die Ergebnisse auf sich warten lassen. Ja, ja, das nicht enden wollende Thema Ungeduld lässt grüßen! Weiterlesen „Weltverbesserer vs. meine Einstellung zu mir“

Ich singe für euch! – Was Musik für mich macht (+ Video)

Mit 6 habe ich ein Jahr Blockflöte gespielt. Mit 12 hatte ich Gesangsunterricht. Mit 13 habe ich ein Jahr Gitarre gespielt und wieder alles verlernt. Unter der Dusche singe ich regelmäßig. Das sind alle meine musikalischen Fähigkeiten, die ich vorzuweisen habe. Bis vor ca. einem halben Jahr.

Im Frühjahr 2017 habe ich im Rahmen meines Psychologiestudiums ein Praktikum in einer psychosomatischen Klinik gemacht. Der ehemalige Patient (ich) hat sozusagen mal seine Rolle getauscht und hat andere Patienten behandelt.

Neben vielen fachlichen Erfahrungen, habe ich dort aber auch den Zauber der Musik erfahren dürfen. Alle Praktikanten waren in einem gemeinsamen Gebäude untergebracht. Kein Wunder also, dass wir häufig am Abend beisammen gesessen sind und über Gott und die Welt geredet haben. (Wirklich, ich hatte noch nie so tiefsinnige Gespräche!)

Und da gab es auch einige, die ihre Gitarren dabeihatten und ihre selbstgeschriebenen (!) Lieder vorgespielt haben. Das war so eine schöne Atmosphäre, mir wird jetzt noch ganz warm, wenn ich daran denke. Weiterlesen „Ich singe für euch! – Was Musik für mich macht (+ Video)“

Wertfrei zum Glück? – Achtsamkeit

In der Achtsamkeit gilt das Prinzip alles wertfrei zu betrachten. Für uns Menschen eine Mammutaufgabe, denn wir sind die Könige im Bewerten. Würden wir Wertungen aus unserem Wortschatz streichen, bliebe bei so manchem nicht mehr viel übrig.

„Ich bin…!“, „Ich finde, dass…!“, „Wie … (man setze ein beliebiges, am besten abwertendes, Adjektiv ein) ich nur bin!“ Ja, unser Leben ist eine einzige Bewertung. Aber ist das denn wirklich so schlecht?

Würden wir nicht bewerten kämen wir im Leben gar nicht zurecht. Entscheidungen werden getroffen, indem wir Plus- und Minuspunkte abwägen. Mit welchen Menschen wir unsere Zeit verbringen, hängt davon ab wie gut wir uns mit ihnen verstehen. Indem wir unsere Handlungen hinterfragen, können wir in Zukunft ähnliche Fehler vermeiden. Weiterlesen „Wertfrei zum Glück? – Achtsamkeit“

Durch gute Taten zum Glück! – Positive Psychologie

Glückliche Menschen sind hilfsbereiter und freundlicher im Umgang mit ihren Mitmenschen. Diese Erkenntnis dürfte niemanden großartig überraschen. Jedoch hat nun die amerikanische Wissenschaftlerin Sonja Lyubomirsky herausgefunden, dass es auch umgekehrt geht. Das heißt: Gutes tun, macht uns glücklich!

Jetzt sagst du vielleicht: „Aber ich bin doch gut zu meinen Mitmenschen, meistens jedenfalls! Trotzdem bin ich nicht glücklich! Die Studie ist sicher fake!“ Ob die Studie gefälscht ist oder nicht, kann ich nicht sagen, aber ich kann euch zeigen, wie die Forscher ihre Ergebnisse interpretiert haben.

Ich stehe solchen Studien selber sehr kritisch gegenüber. Wie heißt es so schön: „Vertraue keiner Studie, die du nicht selbst gefälscht hast!“. Und jeder, der einmal im wissenschaftlichen Kontext zu tun hatte weiß, dass da mehr dran ist als einem lieb ist. Trotzdem möchte ich euch die Ergebnisse vorstellen, weil ich denke, dass gerade der Versuch sein Glück zu maximieren niemandem schaden kann. Wenn es funktioniert, sehr gut; wenn nicht, hat es auch keine schlimmen Folgen.

Also wie können uns gute Taten nun glücklich machen? Weiterlesen „Durch gute Taten zum Glück! – Positive Psychologie“

Durch Zielsetzung zum Glück (Glücksübung)

Ziele sind für unser Leben wichtig. Sie geben uns eine Perspektive, Sinn und schaffen Klarheit. In Studien wurde herausgefunden, dass es glücklich macht Ziele zu haben. Dabei ist jedoch die Art des Ziels entscheidend. Am besten geht ihr diese 5 Schritte durch und beantwortet sie ehrlich, um euer Ziel zu finden:

Schritt 1: Notiere alle deine Ziele! (Es gibt keine Grenzen!)

Schritt 2: Stelle dir die Frage: Sind das wirklich meine Ziele oder die Ziele von jemand anderem?

Schritt 3: Verfolge ich diese Ziele aufgrund von äußerem Druck oder Erwartungen anderer?

Schritt 4: Widersprechen sich die Ziele oder ergänzen sie sich?

Schritt 5: Sind diese Ziele realisierbar?

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