Meine größte Angst…

Es gibt eine Menge Dinge, vor denen ich Angst habe. Dazu zählen auch viele kleine Dinge, die für viele Menschen ganz selbstverständlich scheinen z.B. das Haus zu verlassen. Aber meine größte Angst teilen, denke ich, sehr viele Menschen mit mir. Und zwar ist das die Angst vorm Alleinsein.

Und damit meine ich nicht, dass ich ständig Leute um mich herum brauche. Um Gottes willen! Das würde mich vollkommen überfordern. Ich verbringe gerne Zeit mit mir und kann mich auch gut und lange alleine beschäftigen.

Meine Angst bezieht sich viel mehr auf das Gefühl auf der Welt niemanden mehr zu haben, an dem ich mich wenden kann, wenn es mir mal nicht gut geht, aber genauso wenn ich mal mit jemandem lachen möchte.

Dieses Gefühl nicht auf mich allein gestellt zu sein gibt mir im Moment meine Schwester und meine Mutter. Vor allem meiner Mama kann ich alles erzählen und ich hänge, meiner Meinung nach, manchmal schon viel zu stark an ihr. Auch wenn ich über eine relativ große Distanz von meiner Mama entfernt bin, fühle ich mich dennoch mit ihr verbunden, Whatsapp und Co. sei Dank.

Das war’s aber dann auch schon, was ich an engen Beziehungen aufweisen kann. Ich will damit nicht sagen, dass ich keine Menschen in meinem Umfeld hätte, die ich nicht als Freunde bezeichnen würde, aber das sind keine Beziehungen, wo ich mich darauf verlassen kann, dass diese auch noch in mehreren Jahren bestehen. Außerdem finden diese Beziehungen auf einer viel weniger tiefen Ebene statt, womit wir auch schon den nächsten Punkt angerissen haben: Weiterlesen „Meine größte Angst…“

Ich als flüssiges Puzzleteil

Vor kurzem hab ich einen Podcast gehört (der Name ist mir leider entfallen), wo über ein „flüssiges Puzzleteil“ gesprochen wurde. Und als ich die Erklärung davon gehört habe, dachte ich sofort: „Ja, das trifft zu 100% auf mich zu!“

Ich habe mich mein ganzes Leben lang angepasst. Seit ich denken kann habe ich immer versucht nicht aufzufallen, in der Masse unterzugehen und versucht mich so zu verhalten, dass jeder mich mag. Ich habe mich so verhalten wie mein Gegenüber, denn wer mag es nicht, wenn ein Mensch so ähnlich wie man selbst ist? Ich war eine Anpassungsmaschine oder auch ein flüssiges Puzzleteil.

Wie ein flüssiges Puzzleteil habe ich immer meine „Form“ verändert, um in das von mir erwartete Muster zu passen oder zumindest in das, was ich von mir selbst erwartet habe. Grundsätzlich ja keine schlechte Eigenschaft. Nur wer anpassungsfähig ist überlebte revolutionär gesehen. Aber unsere Gesellschaft hat andere Werte und immer so zu sein wie die anderen kann zu Problemen führen:

Problem #1:

Leute können irgendwann davon genervt sein, wenn man sie immer spiegelt. Ich meine, wenn ich jemanden nach seiner Meinung frage, will ich die auch hören und nicht meine. Außerdem kann es passieren, dass man als „Nachmacher“ abgetan wird.

Problem #2: Weiterlesen „Ich als flüssiges Puzzleteil“

Ängste überwinden wie in der Therapie

Heute habe ich einen etwas anderen Beitrag für euch! Und zwar habe ich mir überlegt, dass ich das, was ich so in meinem Psychologiestudium lerne an euch weitergeben möchte. Vor allem, wenn es in der Praxis echt hilfreich sein kann!

► Am besten schaut ihr euch einfach das Video an:

 

► PDF-Download des Übungsblatts:

Ängste überwinden in 3 Schritten


Was haltet ihr von solchen Übungen aus der Praxis? Sagt mir gerne eure Meinung! Ich wäre euch wirklich dankbar für Feedback! ❤

Studieren mit Depression

Kurz nach Beginn meines Psychologiestudiums ging es mit meiner Stimmung relativ schnell nach unten. Ich war in eine neue Stadt gezogen und kannte dort niemanden. Noch dazu wohnte ich allein (was mir grundsätzlich sehr recht ist) und habe meine Therapie an meinem Heimatort beendet.

Ich glaube der größte Faktor dafür, dass ich eine Depression entwickelt habe, war, dass ich von meiner Familie getrennt war und eben auch ansonsten ganz alleine war. Klar, man spricht schon mit Kommilitonen und lernt diese auch nach und nach kennen. Aber, ich finde Leute kennen lernen sehr anstrengend, weil ich immer Angst habe, was falsch zu machen oder, am allerschlimmsten, Panik davor habe, dass sie mich nicht mögen könnten. Außerdem fällt es mir schwer Menschen sofort Vertrauen entgegen zu bringen. Somit waren das alles nur oberflächliche Bekanntschaften und das war für den sozialen Anteil in mir definitiv zu wenig.

Dazu kam, dass mein Essverhalten auch, ich sag mal, sehr speziell war (gestört trifft es wohl besser). Ich hatte viele Fressanfälle, wobei ich oft den ganzen Tag über nichts gegessen habe. Dann am Abend war es sozusagen meine Belohnung endlich den Tag überstanden zu haben und essen in mich reinzustopfen. Ich fühlte mich durch dieses Essverhalten sehr unwohl, sowohl körperlich als auch psychisch.

Ich habe den Sinn nicht mehr gesehen, in den Dingen die ich getan habe. Wofür studiere ich, wenn ich nie glücklich sein werde? Wenn das Leben immer nur anstrengend ist, will ich nicht mehr Leben! Ja, ich hatte passive Suizidgedanken. Niemals hätte ich mich getraut mir tatsächlich etwas anzutun. Viel zu viel Angst hatte ich vor den Schmerzen zu sterben. Weiterlesen „Studieren mit Depression“

Mein Wochenende im „Bunker“

Meine Wochenenden laufen im Grunde immer ähnlich ab: Nachdem ich am Freitag nach Hause komme, erledige ich noch solche Dinge wie einkaufen, putzen und Wäsche waschen. Und dann kommt es nicht selten vor, dass ich meine Wohnung erst am Montag wieder verlasse. Kein Scherz! Ich verbringe tatsächlich meine Wochenenden oft alleine in meinen vier Wänden.

Alleine Großteils deshalb, weil ich zum Studieren von zu Hause ausgezogen bin und meine durch das Studium kennengelernten „Freunde“ nur unter der Woche in der Stadt sind und am Wochenende nach Hause fahren. Dieses nach Hause fahren ist für mich nicht wirklich eine Option, da ich um die fünf Stunden nach Hause brauche.

Warum ich meine Wohnung nicht verlasse? Das hat zwei Gründe: Zum einen sehe ich nicht wirklich die Notwendigkeit das zu tun, wenn mich draußen nichts Spannendes erwartet. Zum anderen bin ich am liebsten zu Hause, geschützt vor dieser bösen Welt da draußen. Ich kann mich gut alleine beschäftigen und das auch echt lange.

Dass meine Therapeutin von diesem Verhalten nicht so begeistert ist, kann man sich vorstellen. Wenn man sich ganze zwei Tage in seinen Zimmern einsperrt, sei es kein Wunder, dass meine Stimmung eher den Weg nach unten antritt.

Und sie hat schon irgendwie recht. Es hat was von eingesperrt sein. Zumal ich auch nach einer gewissen Zeit in meiner „Höhle“ Angst habe diese wieder zu verlassen. Gewohnheitstier eben und meiner sozialen Angst hilft das auch nicht gerade. Auch meine Stimmung ist am Wochenende nicht die beste. Ich freue mich meist, wenn die Woche wieder anfängt und ich endlich wieder raus „darf“.

Aber warum zur Hölle gehe ich nicht vor die Tür, obwohl es mir doch offensichtlich durch mein Verkriechen nicht gut geht? Ganz ehrlich, das weiß ich selber nicht so genau. Ich könnte es mir damit erklären, dass ich einen relativ stark ausgeprägten Selbstschädigungsdrang habe und besonders während meiner Magersuchts-Phase mich immer bestraft habe, indem ich mir nicht die kleinste Freude erlaubt habe und Leiden für mich die Norm war. Weiterlesen „Mein Wochenende im „Bunker““

Small Talk? – Nein, danke!

Ich rede nicht gerne mit fremden Menschen. Ganz grundsätzlich. Es setzt mich unter Druck und ich handle dann ohne nachzudenken. Oder anders gesagt: Mein Mund macht, was er will. Er haut einfach irgendwelche Wörter raus und mein Gehirn schüttelt sich im Nachhinein verzweifelt: „Was hab ich da bloß wieder gesagt!“

Das ist vielleicht ein bisschen übertrieben und empfinde ich nur selbst als so extrem schlimm. Mein Umfeld würde nie auf die Idee kommen, dass ich Gespräche mit Menschen hasse bzw. mich vorher und nachher in einem Gedankenkarusell befinde. Wie immer eigentlich: Schöne Fassade außen, Wirbelsturm innen.

Aber jetzt mal zum eigentlichen Thema: Ich hasse Small Talk! (Oha, heute bin ich ja voller Hass) Ich glaube, dass viele Menschen keine Freunde dieser Gesprächsart sind. Zum einen, weil man oft nicht weiß, was man sagen soll, zum anderen, weil immer wieder dieselben Themen kommen.

Lasst mich das anhand eines Beispiels erläutern: Studentenpartys. Ok, ich geh eigentlich nicht auf Partys, aber es beschreibt nun mal am besten eine Veranstaltung, wo ein Haufen verwirrter Studenten im ersten Semester zusammenkommen und versuchen Kontakte zu knüpfen. Also bleiben wir mal bei dem Bild.

Treffen sich Student A und Student B:

Student A: „Hey! Was studierst du denn?“

Student B: „Promenadologie.“

Student A: „Aha, cool. Und worum geht´s da?“ Weiterlesen „Small Talk? – Nein, danke!“

Nur noch kurz die Welt retten…

Unsere Welt ist in so vielen Hinsichten eine arme Wurst: Krieg, Klimawandel, Müllberge, Diskriminierung, Regenwaldtod, Gewalt, psychopathische Präsidenten usw. Die Liste ist endlos.

Manchmal werde ich da echt zum Pessimisten: Können wir unsere Erde überhaupt noch retten? Oder steht sie schon kurz vor ihrem Untergang?

Es gibt Tage an denen ich denke: Ist doch egal! Wir sind ein sandkorngroßer Punkt im Universum. Wen juckt´s , wenn wir nicht mehr da sind? Alles wir weiterhin so existieren wie bisher, nur eben ohne Menschen und ohne Erde. Sterben müssen wir doch irgendwann sowieso. (Ja, im schwarz sehen bin ich manchmal echt spitze.)

Rational betrachtet ist der obige Gedanke gar nicht so falsch. Es ist nun mal nüchtern betrachtet so. Aber das ist nur eine Seite der Medaille.

Wie schon gesagt: Erde weg = Menschen weg. Also eigentlich geht es bei der ganzen Lass-uns-unseren-Planeten-retten-Geschichte darum, dass wir unseren eigenen Lebensraum vor dem Untergang bewahren. Das ist der eine Aspekt. Weiterlesen „Nur noch kurz die Welt retten…“