Meine Essstörung – Früher vs. Heute

Seit der Zeit, in der ich sehr mit meiner Essstörung zu kämpfen hatte, hat sich vieles getan. Ein kleiner Vergleich:

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Das waren jetzt mal einige Punkte, die sich bei mir so in den letzten Jahren verändert haben. Wenn euch irgendein Thema genauer interessiert oder ihr wissen wollt wie mir diese Veränderung gelungen ist, schreibt mir das gerne in die Kommentare. Dann schreibe ich gerne noch ausführlicher darüber! 🙂

Weihnachten mit Binge Eating – Teil 3

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Auf zum letzten Teil meiner Trilogie „Weihnachten mit Essstörung“.

Hier könnt ihr Teil 1 (Weihnachten mit Magersucht) und Teil 2 (Weihnachten zwischen Hungern und Fressen) lesen.

Weihnachten mit Binge Eating

Mittlerweile sind wir am Weihnachten vor zwei Jahren angelangt. Das war auch das erste Semester in dem ich zu studieren begonnen hatte und über die Weihnachtsferien nach Hause gefahren bin. Das habe ich auch dringend gebraucht. Das erste Unisemester war für mich sehr anstrengend. Nicht so sehr bezüglich der Anforderung, sondern vielmehr, weil ich in einem komplett neuen sozialen Umfeld war. Ich hatte zu dieser Zeit auch kurzfristig keine Therapie, was das Ganze nicht besser gemacht hat.

Dieses Weihnachten hatte ich mich also auf Entspannung zu Hause gefreut. Die bekam ich auch – plus heftigen Fressattacken. Weihnachten ist ja essenstechnisch ganz weit vorne. Das wissen wir alle. Also ein ziemlich gefährliches Umfeld sozusagen für jemanden mit einer Essanfallstörung. Weiterlesen „Weihnachten mit Binge Eating – Teil 3“

Weihnachten zwischen Hungern und Fressen – Teil 2

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Heute kommt der zweite Teil von Weihnachten mit Essstörung. In meinem ersten Teil ging es darum wie ich mit meiner Magersucht eines der schrecklichsten Weihnachten überhaupt erlebt habe. Dieses Mal soll es um das Weihnachten des darauffolgenden Jahres gehen.

Hier geht´s zu Teil 1.

Weihnachten zwischen Hungern und Fressen

Wir befinden uns drei Jahre in der Vergangenheit. Ich hatte im Sommer drei Monate Klinikaufenthalt hinter mich gebracht und war jetzt sozusagen in der Prüfphase: schaffe ich es zu Hause weiter zu essen oder falle ich erneut in das Loch von Hungern und wieder Hungern.

Dazu muss man sagen, dass ich zu der Zeit eigentlich nicht wirklich etwas zu tun hatte. Sprich ich war weder arbeiten, noch studierte ich. Und womit verbringt ein Essgestörter seine Zeit so? Jap, mit Denken an Essen bzw. nicht Essen. Getriggert von dem Essen, das ich mir in der Klinik erlauben durfte, war auch in der Adventzeit meine Lust auf Essen eindeutig vorhanden.

Das wollte ich jedoch nicht. Ich wollte weiterhin Kontrolle darüber behalten, was in meinem Magen landet und was nicht. Das war schwierig und der Heißhunger wurde immer heftiger. Auch verständlich. Mein Körper kämpfte ums reine überleben und das mittlerweile seit fast zwei Jahren. Weiterlesen „Weihnachten zwischen Hungern und Fressen – Teil 2“

Bin ich jetzt ein echter Blogger? – Meine 1. Buchrezension

Schritt für Schritt taste ich mich an das Blogger-Leben heran. Nach meinem ersten Blogger Award, darf ich nun auch eine Buchrezension verfassen. Und zwar über das Buch „Essstörungen. Was ist das? Das ABC der Magersucht, Ess-Brech-Sucht und Essanfallstörung“ von der lieben Michaela von Happy Kalorie. Na, dann machen wir uns mal an die Arbeit! 😉

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Inhalt (oder so):

Das Buch dreht sich, wie der Titel schon vermuten lässt, über das Thema Essstörung. Dabei wird nach einer kurzen Einführung in das Thema in jedem Kapitel eine Form der Essstörung genauer beschrieben. Das geschieht anhand der drei fiktiven Figuren Rexi, Limi und Eati (die auch auf dem Cover abgebildet sind). Dabei hat Rexi mit Magersucht, Limi mit Bulimie und Eati mit Binge Eating zu tun. Hier muss ich gleich mal sagen, dass ich es sehr schön finde nicht die klassischen „Namen“ der Essstörung wie Mia und Ana zu lesen.

In jedem Kapitel wird die jeweilige Essstörung in Punkten von A-Z erklärt. Somit wird jeder Essstörung genügend Raum gegeben, sie wirklich verstehen zu lernen. Dazu finden sich immer wieder (ich nehme an auch autobiographisch geprägte) Berichte von Rexi, Limi und Eati, indem sie von den alltäglichen Hürden mit einer Essstörung erzählen.

Außerdem gibt es ein noch ein schönes Kapitel dazu, dass versucht zu erklären wie man mit einer Person mit Essstörung umgehen soll bzw. wie man nicht mit ihr umgehen sollte. Ein Überblick über die behandelten Essstörungsarten sowie ein Quiz schließen das Buch ab.

Die Meinung meiner Wenigkeit: Weiterlesen „Bin ich jetzt ein echter Blogger? – Meine 1. Buchrezension“

Was ich in der Psychiatrie gelernt habe!

Ich war ja bereits zwei Mal in einer Psychiatrie und einmal in einer psychosomatischen Klinik als Patient. Außerdem habe ich im Rahmen meines Psychologiestudiums, ein 8-wöchiges Praktikum in einer Klinik gemacht. Von beiden Warten aus, habe ich sehr viele Dinge gelernt. Einige davon möchte ich heute mit euch teilen:

  1. Jeder hat Probleme.

Klingt banal, aber das wirklich zu glauben ist eine andere Sache. Ich habe von mir selbst und auch von anderen Patienten immer wieder erlebt, dass man denkt, der Einzige mit diesem Problem zu sein. Das liegt einfach daran, dass unsere Welt so programmiert ist, immer zu versuchen das Positive zu präsentieren. Und auch, wenn man immer wieder den Satz hört: „Jeder Mensch hat Probleme!“, konnte ich ihn erst nach meinen Klinikaufenthalten wirklich verinnerlichen.

  1. Beziehungen sind alles im Leben.

Damit meine ich jede Art von Beziehung. Wir sind soziale Wesen und selbst als introvertierte Person mit sozialer Angst, kann ich nicht leugnen, dass mir Kontakt mit den richtigen Leuten guttut. Ich sage bewusst mit den richtigen Leuten, weil man gerade in Kliniken auf Menschen trifft, die eigentlich nicht wirklich daran interessiert sind gesund zu werden. Umgibt man sich aber mit Menschen, deren Ziel es ist ihre Krankheit hinter sich zu lassen, muss ich sagen, dass ich zum Teil auf, die aus meiner Sicht, liebevollsten und verständlichsten Menschen in der „Klapse“ getroffen habe. Man teilt Erfahrungen und spricht über Dinge die „draußen“ einfach nicht angesprochen werden dürfen. Da fragt man sich manchmal echt, wo denn jetzt tatsächlich die Verrückten sind… Weiterlesen „Was ich in der Psychiatrie gelernt habe!“

Langeweile – das größte Problem meiner Essstörung

Ich esse aus Frust, bei Stress, mitten in der Nacht oder grundsätzlich bei jeder mir unangenehmen Emotion. Obwohl ich auch manchmal mit positiven Emotionen nicht klarkomme. Kurz gesagt: Essen hat für mich selten was mit Hunger zu tun, dafür ist es ein emotionaler Coping-Mechanismus.

Mittlerweile hab ich das Ganze etwas besser unter Kontrolle. Nur eine Emotion treibt mich immer wieder zum Kühlschrank: Langeweile. Ich denke, dass es im Leben unumgänglich ist manchmal Langeweile zu erleben, trotzdem stellt sie für mich immer wieder eine Herausforderung dar.

Vom psychologischen Standpunkt aus, ist sich die Wissenschaft bis heute nicht ganz einig, ob Langeweile den negativen oder positiven Emotionen zuzuordnen ist. Ich denke, dass die meisten Menschen Langeweile eher als negativ betrachten. Es ist eine Emotion, die man loswerden möchte. Aber genau darin liegt ihre Stärke. Denn sie treibt uns dazu an, eine für uns sinnlose Situation zu verlassen oder zu ändern. Langweilt mich zum Beispiel ein Buch, dann wäre die logische Konsequenz daraus, es nicht weiter zu lesen. Außerdem gibt es mittlerweile Studien, die zeigen, dass man nach einer langweiligen Aufgabe eine darauffolgende Aufgabe wesentlich kreativer meistert, als ohne langweilige. Somit fördert Langeweile in gewisser Weise Kreativität. Weiterlesen „Langeweile – das größte Problem meiner Essstörung“

Essensplan – Fluch oder Segen?

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by pixabay

Ich habe auf dem Weg aus meiner Essstörung schon alle möglichen Essensarten ausprobiert. Ich habe mindestens schon genauso viele „Essensplanumstellungen“ hinter mir, wie ein anderer Diäten.

Während meiner Magersucht war ich im Kalorien zählen ganz groß. Jeder kleinste Bissen wurde eingerechnet und ich hab meist 50 – 100 Kalorien draufgeschlagen, weil sicher ist sicher. Denn den bösen Lebensmittelkonzernen ist ja nicht zu vertrauen. Die machen ihre Produkte doch immer „leichter“ als sie sind. So zumindest damals meine Annahme. In diesem Artikel hab ich genauer beschrieben wie krass mein Essverhalten während meiner Magersucht tatsächlich war.

Während meines stationären Klinikaufenthalts wurde, suprise suprise, nach streng vorgegebenem Essensplan  gegessen. Also wurde mir praktisch meine Entscheidung wie viel ich esse abgenommen. Was erstmal wie eine Erleichterung klingt, war für mich aber ziemlich stressig. Abgesehen von den Mengen, die ich dort in nur 30 Minuten essen musste, war ich extrem damit beschäftigt nicht noch stärker an Gewicht zu verlieren. Und dass obwohl ich alles, was mir vorgesetzt wurde brav in mich hineingeschaufelt habe. Die Mengen waren, obwohl für mich gigantisch, für meinen ausgemergelten Körper anscheinend zu wenig und die Ärzte der Klinik haben das leider nur schwer verstanden und meine Zunahmeprobleme damit erklärt, dass ich ja eine manipulative Magersüchtige sei und garantiert nicht alles esse, was ich sollte. Weiterlesen „Essensplan – Fluch oder Segen?“