Langeweile – das größte Problem meiner Essstörung

Ich esse aus Frust, bei Stress, mitten in der Nacht oder grundsätzlich bei jeder mir unangenehmen Emotion. Obwohl ich auch manchmal mit positiven Emotionen nicht klarkomme. Kurz gesagt: Essen hat für mich selten was mit Hunger zu tun, dafür ist es ein emotionaler Coping-Mechanismus.

Mittlerweile hab ich das Ganze etwas besser unter Kontrolle. Nur eine Emotion treibt mich immer wieder zum Kühlschrank: Langeweile. Ich denke, dass es im Leben unumgänglich ist manchmal Langeweile zu erleben, trotzdem stellt sie für mich immer wieder eine Herausforderung dar.

Vom psychologischen Standpunkt aus, ist sich die Wissenschaft bis heute nicht ganz einig, ob Langeweile den negativen oder positiven Emotionen zuzuordnen ist. Ich denke, dass die meisten Menschen Langeweile eher als negativ betrachten. Es ist eine Emotion, die man loswerden möchte. Aber genau darin liegt ihre Stärke. Denn sie treibt uns dazu an, eine für uns sinnlose Situation zu verlassen oder zu ändern. Langweilt mich zum Beispiel ein Buch, dann wäre die logische Konsequenz daraus, es nicht weiter zu lesen. Außerdem gibt es mittlerweile Studien, die zeigen, dass man nach einer langweiligen Aufgabe eine darauffolgende Aufgabe wesentlich kreativer meistert, als ohne langweilige. Somit fördert Langeweile in gewisser Weise Kreativität. Weiterlesen „Langeweile – das größte Problem meiner Essstörung“

Essensplan – Fluch oder Segen?

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Ich habe auf dem Weg aus meiner Essstörung schon alle möglichen Essensarten ausprobiert. Ich habe mindestens schon genauso viele „Essensplanumstellungen“ hinter mir, wie ein anderer Diäten.

Während meiner Magersucht war ich im Kalorien zählen ganz groß. Jeder kleinste Bissen wurde eingerechnet und ich hab meist 50 – 100 Kalorien draufgeschlagen, weil sicher ist sicher. Denn den bösen Lebensmittelkonzernen ist ja nicht zu vertrauen. Die machen ihre Produkte doch immer „leichter“ als sie sind. So zumindest damals meine Annahme. In diesem Artikel hab ich genauer beschrieben wie krass mein Essverhalten während meiner Magersucht tatsächlich war.

Während meines stationären Klinikaufenthalts wurde, suprise suprise, nach streng vorgegebenem Essensplan  gegessen. Also wurde mir praktisch meine Entscheidung wie viel ich esse abgenommen. Was erstmal wie eine Erleichterung klingt, war für mich aber ziemlich stressig. Abgesehen von den Mengen, die ich dort in nur 30 Minuten essen musste, war ich extrem damit beschäftigt nicht noch stärker an Gewicht zu verlieren. Und dass obwohl ich alles, was mir vorgesetzt wurde brav in mich hineingeschaufelt habe. Die Mengen waren, obwohl für mich gigantisch, für meinen ausgemergelten Körper anscheinend zu wenig und die Ärzte der Klinik haben das leider nur schwer verstanden und meine Zunahmeprobleme damit erklärt, dass ich ja eine manipulative Magersüchtige sei und garantiert nicht alles esse, was ich sollte. Weiterlesen „Essensplan – Fluch oder Segen?“

Ich weiß nicht, was mir schmeckt?

Ich esse oft unregelmäßig. Ich esse oft schnell. Ich esse oft viel. So weit, so bekannt. Dazu kommt aber noch ein Problem. Vor allem, wenn ich dann mal versuche „normal“ zu essen. Die Überschrift verrät es schon: Ich weiß nicht, was mir eigentlich schmeckt!

Würde man mich nach meinem liebsten Lebensmittel fragen, würden bei mir mal nur Fragezeichen aufleuchten, bis ich dann verwirrt antworte: „Ich mag eine ganze Menge Dinge ganz gern!“ Glaube ich zumindest…

question-mark-2123967_1920.jpg Weiterlesen „Ich weiß nicht, was mir schmeckt?“

Essstörungen: P wie Prävention (Gastbeitrag von Happy Kalorie)

Nach meinem 100. Beitrag geht´s gleich sehr spannend auf meinem Blog weiter! 😉

Denn heute gibt es den allerersten Gastbeitrag und der kommt von der lieben Michaela vom Blog Happy Kalorie! Sie betreibt wichtige Präventionsarbeit im Bereich Essstörung und da ich ihre Arbeit sowie ihren Blog großartig finde, freue ich mich sehr, dass sie einen Beitrag für meinen Blog geschrieben hat! Danke Michaela!

Lasst ihr auf jeden Fall ganz viel Liebe da! ❤


Essstörungen: P wie Prävention

Bevor ich zu meinem eigentlichen Anliegen komme, bedanke ich mich zu allererst ganz herzlich bei Julia vom lebenswelt.blog für die Möglichkeit, dass ich einen Gastbeitrag auf ihren Blog schreiben darf. Das macht mich deswegen happy, weil mir Julia ermöglicht, wieder etwas von der Aufmerksamkeit für mein präventives Projekt zu erhalten, die ich zwingend benötige. Eh´meine Lobhymnen peinlich werden, beende ich diese lieber. Danke Julia …

Nun zu mir: Ich mache mich im Namen von Happy Kalorie, für die Aufklärung und Prävention im Bereich Essstörungen stark. Der Kerngedanke von Happy Kalorie ist, mit direkten und klaren Worten über die Gefährlichkeit der stoffungebundenen Sucht aufzuklären, um den Blick für dieses gesamtgesellschaftliche Problematik zu sensibilisieren.

Der Kerngedanke ist das eine, die ignorierenden Sichtweisen das andere. Happy Kalorie kämpft aktuell nicht gegen Essstörungen, sondern vielmehr dafür, überhaupt wahrgenommen zu werden.

Aussagen wie: “An unserer Schule gibt es keine Essstörungen, deshalb brauchen wir eine Aufklärung nicht!” Oder: “In unserem Umfeld leidet keiner an einer Essstörung, also kann ich mir die Zeit sparen.” Oder: “Essstörungen sind nur ein albernes Verhaltensmuster, daran ändern auch Sie nichts.”, erschweren unsere präventive Arbeit.
Dazu kommt der katastrophale Schwerpunkt, dass ich mein Engagement nicht kostenfrei anbieten kann. “Ach, sie verlangen Geld? Na dann nehmen wir großen Abstand von Ihrem Angebot. Wir dürfen nur qualitativ hochwertige und vor allem kostenfreie Angebote in Anspruch nehmen. Auf nimmer Wiederhören!” Weiterlesen „Essstörungen: P wie Prävention (Gastbeitrag von Happy Kalorie)“

Nach Hause kommen und erst mal essen

Seit ich in der Schule bin, sah mein Tagesablauf so aus: nach Hause kommen und dann essen, egal, ob Mittagessen, Abendessen oder (großen) Snack.

Im Gymnasium hatte ich oft den ganzen Tag nichts gegessen (und das war VOR meiner Magersucht). Als ich dann am Abend nach Hause kam, habe ich mich sofort daran gemacht etwas zu essen. Oft hatte meine Mutter etwas liebevoll zubereitet oder ich habe mich mit Müsli vollgestopft. Wobei es KEIN Binge Eating war! Ich hab dieses Verhalten nicht versteckt und auch großteils akzeptiert.

Dieses Verhalten wiederholte sich und die Spur in meinem Hirn wurde immer stärker. Dies  in der Psychologie als Konditionierung bekannte Phänomen ist nicht selten. Es macht einen großen Teil unseres Lernens aus. Weiterlesen „Nach Hause kommen und erst mal essen“

Meine Mutter und die Essstörung

Eine Person, die fast genauso stark an meinen psychischen Problemen mitleidet ist meine Mama. Bevor ich jedoch genauer darauf eingehe, zuerst einmal: DANKE LIEBE MAMA!!!!!!

Ich bin ein Mamakind. Schon immer habe ich einen engen Draht zu meiner Mutter. Sie war im Vergleich zu meinem Vater, der viel arbeitete, immer für mich da und hat mir stets Schutz gegeben. Ich habe von ihr Weltanschauung, Werte und Verhaltensweisen übernommen.

Blieb in meiner ersten Magersucht für mich relativ unklar wie es ihr ging, konnte ich bei meinem zweiten Absturz hautnah miterleben wie sie gelitten hat. Nur hat mich das aufgrund meiner Emotionslosigkeit damals wenig berührt.

mama-2077517_1920.jpg Weiterlesen „Meine Mutter und die Essstörung“

Danke lieber Körper!

Mein Körper ist unglaublich toll! Trotzdem hasse ich ihn. Dieser Hass bröckelt langsam, denn ich versuche jeden Tag mich selber ein klein wenig mehr zu lieben. Ich weiß nicht, warum mein Körper so gut zu mir ist, obwohl ich ihn jeden Tag schände. Deshalb: Danke lieber Körper!

Danke, dass du jeden Tag für mich da bist!

Danke, dass du mit mir durch die dunkelsten Zeiten gegangen bist!

Danke für jeden Herzschlag!

Danke für jeden Atemzug!

Danke für deine Bereitschaft manchmal über deine Grenzen hinauszugehen!

Danke für das Aufzeigen meiner Grenzen, sollte ich diese überschreiten!

Danke, dass du so unglaublich zäh bist!

Danke, dass du stärker bist als ich!

Danke für jedes deiner Wunder!

Danke für mehr als eine 2. Chance!