Essstörung – was mir hilft

Zuletzt habe ich in meinem Beitrag Depression – was mir hilft über meine Strategien geschrieben, wie ich mich an depressiven Tagen so über Wasser halte. Setzen wir diese Reihe doch heute fort. Und zwar mit den Dingen, die mir helfen mit meiner Essstörung umzugehen. Here we go!

  1. Aussortieren

Und hier meine ich nicht die unnötigen zwanzig Bücher, die ungelesen auf dem Dachboden meiner Eltern verstauben, sondern Menschen. Menschen im realen Leben und besonders auch Menschen auf Social Media.

Ich habe mal auf Social Media angefangen, weil es mir wesentlich leichter fällt, Menschen die ich nicht persönlich kenne aus meinem Leben zu verbannen. Es ist also alles rausgeflogen, was mich in irgendeiner Weise getriggert oder mir ein schlechtes Gefühl gegeben hat.

Am Aussortieren schädlicher Menschen in meinem Offline-Leben arbeite ich noch…

  1. Ablenkung

In den schlimmsten Phasen meiner Essstörung war ich in Kliniken. Klinikaufenthalte bedeuten auch immer die Konfrontation mit „Leideskollegen“. Dass dieser Austausch mit anderen Betroffenen auch viele positive Seiten hat, möchte ich hier gar nicht bezweifelt. Für mich war es aber ab einem gewissen Punkt mal wieder Zeit unter die „Normalen“ zu kommen. In meinem Kopf war schon ständig das Thema Essen, Gewicht und Co. präsent, dass ich das nicht noch zusätzlich von anderen brauche.

  1. Tiere

Tiere, insbesondere Hunde, helfen mir bei allem: Ängste, Depression, Essstörung,… Mittlerweile glaube ich ja, dass das für mich eine Self-fulfilling Prophecy ist, aber hey – ist das nicht vollkommen egal, wenn es mir hilft?

  1. Erfahrungen anderer

Weiterlesen „Essstörung – was mir hilft“

Studieren mit Essstörung

Vor Kurzem habe ich in meinem Beitrag Studieren mit Depression darüber berichtet wie ich während meines Psychologiestudiums mit depressiven Phasen umgegangen bin.

Heute soll´s noch einmal um mein Studium gehen. Dieses Mal unter dem Aspekt der Essstörung.

Das Essen

Als ich vor drei Jahren alleine in eine Wohnung gezogen bin, um zu studieren, hatte ich gerade stark mit Binge Eating zu kämpfen. So etwas wie regelmäßiges Essen gab es für mich nicht. Und da man als Student auch nicht gerade ein regelmäßiges Leben hat, glich mein Essverhalten einem puren Chaos.

Oft habe ich nur einmal am Abend richtig gegessen und ihr könnt euch vorstellen, dass die Mengen dann – ich sag´s mal so – dezent übertrieben waren. Ja, auch wenn ich den ganzen Tag über nicht viel gegessen hatte. Abgesehen davon, dass es für meinen Körper absolut nicht förderlich war eine einzige Mahlzeit pro Tag in mich reinzuschaufeln.

In der Uni passe ich mich auch heute noch sehr stark an. Das heißt ich esse, was die anderen essen und so viel wie die anderen. Das geht natürlich nur gut in der Mittagspause. Denn zu Mittag, das weiß auch eine Essgestörte, ist es normal zu essen. Da meine Kommilitonen nichts von meiner Erkrankung wussten, war es für mich um einiges einfacher vor ihnen zu essen. Mensa war also kein Problem.

Mir zwischen den Vorlesungen einen Snack zwischen die Zähne zu schieben ist da schon wesentlich schwieriger. Am Ende hab ich es dann einfach gelassen. Mittagessen check, alles andere wird weggelassen oder heimlich gegessen. Weiterlesen „Studieren mit Essstörung“

Vegan & Essstörung – Meine Erfahrung

Die liebe Cordula vom Blog Wir essen Pflanzen, hat ihre erste Blogparade ins Leben gerufen: Veggies – Eure Erfahrungsberichte. Wie der Titel schon erahnen lässt, geht es dabei um die persönliche Erfahrung mit dem Thema Vegetarismus bzw. Veganismus.

Ich habe mich bisher mit dem Thema was und wie ich esse auf diesem Blog ziemlich zurückgehalten. Lediglich im Beitrag Mein aktuelles Essverhalten ist schon etwas durchgeklungen, was ich so in mein kleines Mündchen stecke.

Der Grund für meine Zurückhaltung ist großteils Unsicherheit. Als Essgestörte steht natürlich für viele Menschen (besonders Nicht-Betroffene) das Essverhalten einer solchen Person im Vordergrund und führt schnell zu einer Menge Bewertung. Trotzdem habe ich mich dazu entschlossen dieses Buchkapitel heute für euch mal ein bisschen zu öffnen, denn die pflanzliche Ernährung spielt hier für mich eine wesentliche Rolle. So, und jetzt genug der Einleitung!


Ich liebe Tiere! Über alles! Schon immer! Häufig mehr als Menschen. Bis zu meinem Teenageralter habe ich mehrmals pro Woche Fleisch gegessen. Das ist eine Kombi, die, denke ich, bei vielen Menschen nicht selten ist. Die Liebe zu Tieren im Zusammenhang mit einem saftigen Steak zu Mittag, war für mich ganz normal. Ok, ich übertreibe. Viel Fleisch habe ich tatsächlich nie gegessen, aber der Satz schreibt sich so schön. 😉

Mit ungefähr 16 habe ich den Wunsch verspürt auf Fleisch zu verzichten. Inspiriert durch meine bereits langjährig vegetarischen Großcousinen, wollte ich nichts mehr auf meinem Teller, das einst niedliche Kulleraugen hatte. Das Problem: Mein Selbstbewusstsein. Weiterlesen „Vegan & Essstörung – Meine Erfahrung“

Kurz vor einem Binge…

Diese Zeilen habe ich kurz vor einem Essanfall geschrieben. Das Ganze war vor ungefähr einem Jahr und ich habe bis auf Rechtschreibfehler nichts von dem Geschriebenen verändert. Ich würde sagen, lasst es einfach auf euch wirken:

Was fühle ich? Ich weiß es ist falsch, aber ich will es mir nicht verbieten. Diese Vorfreude, die ich schon seit ca. 2 Stunden habe. Ich hab alles was ich machen wollte vorher gemacht.

Ich war beim Bäcker. Hab mir ein Schokocroissant, eine Zimtschnecke und einen Lebkuchen gekauft. Ich bessere nicht mal mehr die Fehler aus (das hat dann Zukunfts-Julia getan, um meinen Lesern das zu ersparen).

Ich habe heute nichts mehr vor. Das gibt mir den Freifahrtschien. Ja, ich darf essen. Ich freu mich. Auch wenn ich mich nach dem Gelage wieder ganz schlecht fühlen werde und mir Vorwürfe machen werde.

Ich kann nicht anders. Ich werde es vor meinen Lieben verheimlichen. Ich bezahle und die Verkäuferin hat keine Ahnung. Ich kann ja morgen neu anfangen. Jetzt hab ich keine Geduld mehr…

Wie die Magersucht meine körperliche Gesundheit beeinflusst…

….mir ist ständig kalt

…meine Haare fallen aus

…ich muss ständig aufs Klo

…ich schlafe schlecht

…jede körperliche Betätigung ist anstrengend

…ich habe absolut keine Energie

…ich bin sehr blass

…ich bin ständig müde

…meine Knochen verlieren ihre Kraft

…ich habe einen aufgeblähten Bauch

…Treppen steigen fühlt sich wie Hochleistungssport an

…meine Menstruation bleibt vollständig aus

…ich habe meinen Geschmackssinn verloren

…mein Stoffwechsel spielt absolut verrückt Weiterlesen „Wie die Magersucht meine körperliche Gesundheit beeinflusst…“

Wie die Magersucht meine seelische Gesundheit beeinflusst…

…Ich fühle mich zu dick, obwohl ich das nicht bin.

…Meine Gesundheit ist mir absolut egal.

…Ich habe Zwänge und Rituale, die ich einhalten muss.

…Ich habe jegliche Spontanität verloren.

…Ich ziehe mich aus dem sozialen Leben zurück.

…Ich darf keinen Spaß haben.

…Ich darf nichts genießen.

…Ich habe keine Hobbies.

…Ich beschäftige mich ständig mit Essen.

…Ich muss mich zu jeder Tätigkeit überwinden.

…Ich lache nicht.

…Alles ist sinnlos.

…Ich habe einen Tunnelblick.

…Ich bin ein gefühlsloser Zombie.

…Begeisterung gibt es für mich nicht mehr.

…Ich hasse mich als Person.

…Ich hasse meinen Körper.

…Ich weine jeden Tag.

…Ich rege mich über jede Kleinigkeit auf.

…Ich jammere ständig.

…Ich spiele Leuten etwas vor.

…Ich spiele die Leidende, die aber nichts an ihrem Zustand ändert.

Weiterlesen „Wie die Magersucht meine seelische Gesundheit beeinflusst…“