Ich habe Binge Eating – jeden Tag

Ich weiß gar nicht wie ich mit diesem Beitrag anfangen soll. Aber bevor ich aus Angst vor meinen Worten den Laptop wieder zuklappe, zwinge ich mich weiterzutippen und endlich ehrlich zu sein – zu euch und vor allem zu mir selbst. (Das klingt so dramatisch, dass ich mich fast nicht ernst nehmen kann, aber es entspricht der Wahrheit.)

Ich schreibe auf diesem Blog von meiner schmerzhaften Vergangenheit mit Magersucht und auch über meine momentanen Erfahrungen mit Depression und Ängsten. Ich schreibe über meine Essstörung oft so als sei sie in der Vergangenheit, etwas, das ich überwunden habe. Leider stimmt das absolut nicht.

Inspiriert von der lieben Mia von Mias Anker, die sehr offen über ihre Erfahrungen mit Essanfällen schreibt, fasse ich mir jetzt ein Herz und sage es, so dass es jeder hören kann: Weiterlesen „Ich habe Binge Eating – jeden Tag“

BEVOR ES-Award – 5 Fragen gegen die Essstörung

Start eines Herzens-Projekts

Wir – Happy Kalorie, Mia von Mias Anker und Julia vom Lebensweltblog – haben einen Blogger-Award ins Leben gerufen, der mit der Beantwortung der Fragen nicht beendet ist, sondern durch deine Antworten erst richtig losgeht. Mithilfe deiner Sicht können wir gezielt den Blick unser aller Leser/innen für die allgegenwärtige Essstörung sensibilisieren.

Bevor-ES-Award-Logo

Ziel des BEVOR ES-Awards:

  • Erfahren, dass Prävention gegen Essstörungen im Vorfeld wichtig ist
  • Vermeiden von Vorurteilen und bestenfalls den Einstieg in eine Essstörung
  • Erkennen, dass Essstörungen allgegenwärtig sind

WICHTIG: Unser BEVOR ES-Award spricht keine spezielle Zielgruppe an (siehe Hinweise). Dass heißt, du musst nicht zwingend an einer Essstörung erkrankt sein, um daran teilzunehmen. Jeder kann mitmachen, auch gerne ohne Nominierung oder per E-Mail (julialebenswelt@gmail.com.) 🙂

Ablauf des BEVOR ES-Awards:

Bitte …

  • beantworte die vorgegebenen Fragen, gern als Video, Zeichnung, Text, Grafik etc in einem Blogpost. Alternativ: Wenn du keinen Blog hast, kannst du uns gern deine Antworten per Email zusenden (julialebenswelt@gmail.com).
  • verlinke immer auf die Award-Gründer-Blogs (Mia, Julia , Happy Kalorie).
  • nominiere am Ende 3 weitere Blogs deiner Wahl.
  • beachte, dass die Fragen des jeweiligen Awards immer gleich (keine neuen Fragen ausdenken) bleiben.
  • kopiere Ablauf, Fragen, und Einverständniserklärung des BEVOR ES-Awards sowie Blog-Grafik unverändert in deinen Blogpost ein.

Fragen des BEVOR ES-Awards:

Weiterlesen „BEVOR ES-Award – 5 Fragen gegen die Essstörung“

Es kommt Großes auf euch zu…

Vielleicht eine etwas dramatische Überschrift, aber ich wollte immer schon mal wie diese großen Influencer sagen: „Ich arbeite gerade an einem tollen Projekt, aber mehr darf ich euch im Moment noch nicht sagen!“ Haha. Kennt ihr solche Menschen? Ich finde das ja eigentlich so furchtbar. Noch dazu, weil ich eine extrem neugierige Person bin…

Aber ich weiche vom Thema ab. 😉 Gemeinsam mit Mia von Mias Anker und Michaela von Happy Kalorie werde ich am Mittwoch ein Projekt starten, dass Essstörungen zum Thema macht. Ich freue mich schon sehr und ich hoffe ihr werdet genauso begeistert sein wie ich!

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Wenn ihr Lust habt, könnt ihr auch gerne mal in unser letztes gemeinsames Projekt reinschauen: Gemeinsam gegen die Essstörung.


► Mein YouTube Kanal: JULIA LEBENSWELT

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Essstörung – was mir hilft

Zuletzt habe ich in meinem Beitrag Depression – was mir hilft über meine Strategien geschrieben, wie ich mich an depressiven Tagen so über Wasser halte. Setzen wir diese Reihe doch heute fort. Und zwar mit den Dingen, die mir helfen mit meiner Essstörung umzugehen. Here we go!

  1. Aussortieren

Und hier meine ich nicht die unnötigen zwanzig Bücher, die ungelesen auf dem Dachboden meiner Eltern verstauben, sondern Menschen. Menschen im realen Leben und besonders auch Menschen auf Social Media.

Ich habe mal auf Social Media angefangen, weil es mir wesentlich leichter fällt, Menschen die ich nicht persönlich kenne aus meinem Leben zu verbannen. Es ist also alles rausgeflogen, was mich in irgendeiner Weise getriggert oder mir ein schlechtes Gefühl gegeben hat.

Am Aussortieren schädlicher Menschen in meinem Offline-Leben arbeite ich noch…

  1. Ablenkung

In den schlimmsten Phasen meiner Essstörung war ich in Kliniken. Klinikaufenthalte bedeuten auch immer die Konfrontation mit „Leideskollegen“. Dass dieser Austausch mit anderen Betroffenen auch viele positive Seiten hat, möchte ich hier gar nicht bezweifelt. Für mich war es aber ab einem gewissen Punkt mal wieder Zeit unter die „Normalen“ zu kommen. In meinem Kopf war schon ständig das Thema Essen, Gewicht und Co. präsent, dass ich das nicht noch zusätzlich von anderen brauche.

  1. Tiere

Tiere, insbesondere Hunde, helfen mir bei allem: Ängste, Depression, Essstörung,… Mittlerweile glaube ich ja, dass das für mich eine Self-fulfilling Prophecy ist, aber hey – ist das nicht vollkommen egal, wenn es mir hilft?

  1. Erfahrungen anderer

Weiterlesen „Essstörung – was mir hilft“

Studieren mit Essstörung

Vor Kurzem habe ich in meinem Beitrag Studieren mit Depression darüber berichtet wie ich während meines Psychologiestudiums mit depressiven Phasen umgegangen bin.

Heute soll´s noch einmal um mein Studium gehen. Dieses Mal unter dem Aspekt der Essstörung.

Das Essen

Als ich vor drei Jahren alleine in eine Wohnung gezogen bin, um zu studieren, hatte ich gerade stark mit Binge Eating zu kämpfen. So etwas wie regelmäßiges Essen gab es für mich nicht. Und da man als Student auch nicht gerade ein regelmäßiges Leben hat, glich mein Essverhalten einem puren Chaos.

Oft habe ich nur einmal am Abend richtig gegessen und ihr könnt euch vorstellen, dass die Mengen dann – ich sag´s mal so – dezent übertrieben waren. Ja, auch wenn ich den ganzen Tag über nicht viel gegessen hatte. Abgesehen davon, dass es für meinen Körper absolut nicht förderlich war eine einzige Mahlzeit pro Tag in mich reinzuschaufeln.

In der Uni passe ich mich auch heute noch sehr stark an. Das heißt ich esse, was die anderen essen und so viel wie die anderen. Das geht natürlich nur gut in der Mittagspause. Denn zu Mittag, das weiß auch eine Essgestörte, ist es normal zu essen. Da meine Kommilitonen nichts von meiner Erkrankung wussten, war es für mich um einiges einfacher vor ihnen zu essen. Mensa war also kein Problem.

Mir zwischen den Vorlesungen einen Snack zwischen die Zähne zu schieben ist da schon wesentlich schwieriger. Am Ende hab ich es dann einfach gelassen. Mittagessen check, alles andere wird weggelassen oder heimlich gegessen. Weiterlesen „Studieren mit Essstörung“

Vegan & Essstörung – Meine Erfahrung

Die liebe Cordula vom Blog Wir essen Pflanzen, hat ihre erste Blogparade ins Leben gerufen: Veggies – Eure Erfahrungsberichte. Wie der Titel schon erahnen lässt, geht es dabei um die persönliche Erfahrung mit dem Thema Vegetarismus bzw. Veganismus.

Ich habe mich bisher mit dem Thema was und wie ich esse auf diesem Blog ziemlich zurückgehalten. Lediglich im Beitrag Mein aktuelles Essverhalten ist schon etwas durchgeklungen, was ich so in mein kleines Mündchen stecke.

Der Grund für meine Zurückhaltung ist großteils Unsicherheit. Als Essgestörte steht natürlich für viele Menschen (besonders Nicht-Betroffene) das Essverhalten einer solchen Person im Vordergrund und führt schnell zu einer Menge Bewertung. Trotzdem habe ich mich dazu entschlossen dieses Buchkapitel heute für euch mal ein bisschen zu öffnen, denn die pflanzliche Ernährung spielt hier für mich eine wesentliche Rolle. So, und jetzt genug der Einleitung!


Ich liebe Tiere! Über alles! Schon immer! Häufig mehr als Menschen. Bis zu meinem Teenageralter habe ich mehrmals pro Woche Fleisch gegessen. Das ist eine Kombi, die, denke ich, bei vielen Menschen nicht selten ist. Die Liebe zu Tieren im Zusammenhang mit einem saftigen Steak zu Mittag, war für mich ganz normal. Ok, ich übertreibe. Viel Fleisch habe ich tatsächlich nie gegessen, aber der Satz schreibt sich so schön. 😉

Mit ungefähr 16 habe ich den Wunsch verspürt auf Fleisch zu verzichten. Inspiriert durch meine bereits langjährig vegetarischen Großcousinen, wollte ich nichts mehr auf meinem Teller, das einst niedliche Kulleraugen hatte. Das Problem: Mein Selbstbewusstsein. Weiterlesen „Vegan & Essstörung – Meine Erfahrung“

Kurz vor einem Binge…

Diese Zeilen habe ich kurz vor einem Essanfall geschrieben. Das Ganze war vor ungefähr einem Jahr und ich habe bis auf Rechtschreibfehler nichts von dem Geschriebenen verändert. Ich würde sagen, lasst es einfach auf euch wirken:

Was fühle ich? Ich weiß es ist falsch, aber ich will es mir nicht verbieten. Diese Vorfreude, die ich schon seit ca. 2 Stunden habe. Ich hab alles was ich machen wollte vorher gemacht.

Ich war beim Bäcker. Hab mir ein Schokocroissant, eine Zimtschnecke und einen Lebkuchen gekauft. Ich bessere nicht mal mehr die Fehler aus (das hat dann Zukunfts-Julia getan, um meinen Lesern das zu ersparen).

Ich habe heute nichts mehr vor. Das gibt mir den Freifahrtschien. Ja, ich darf essen. Ich freu mich. Auch wenn ich mich nach dem Gelage wieder ganz schlecht fühlen werde und mir Vorwürfe machen werde.

Ich kann nicht anders. Ich werde es vor meinen Lieben verheimlichen. Ich bezahle und die Verkäuferin hat keine Ahnung. Ich kann ja morgen neu anfangen. Jetzt hab ich keine Geduld mehr…