1 Mensch = Egal?

Ich höre immer wieder den Satz: „Was kann denn ein einziger Mensch schon ausrichten?“ Meistens fällt dieser Satz, wenn es um Themen wie Klimawandel, Energie sparen oder das eigene Einkaufsverhalten geht. Aber für mich ist das eine Ausrede, die nicht nur unserer Erde schadet, sondern meiner Meinung auch der Person selbst.

Ich versuche mich ja sehr um meine Umwelt zu kümmern, egal ob Mensch oder Natur. Leider vergesse ich mich dabei häufig selbst, aber das ist ein anderes Thema. Auf jeden Fall, versuchte ich umweltbewusst zu leben, indem ich zum Beispiel so wenig Plastik wie möglich verwende, nur Dinge kaufe, die ich wirklich brauche, Großteils vegan lebe und öffentliche Verkehrsmittel benutze.

Das mache ich, auch wenn es nicht so klingt, hauptsächlich für mich selbst bzw. unsere Spezies. Denn zum einen möchte ich ja, dass die Erde für mich weiterexistiert. Weil mal ganz ehrlich, ob die Erde da ist oder nicht interessiert im Universum so ziemlich niemanden. Wir schützen also unseren eigenen Lebensraum und somit uns selbst. (Übrigens: Schon mal darüber nachgedacht, dass wir die einzigen Lebewesen auf der Erde sind, die sich selbst ausrotten?) Weiterlesen „1 Mensch = Egal?“

Erlaubnis zum Lügen…oder?

„Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht!“ oder „Lügen haben kurze Beine!“ Aus diesen beiden Sprichwörtern lässt sich schon erkennen, dass Lügen eine eindeutig negative Bedeutung haben. Wer lügt, versucht seine Mitmenschen zu täuschen und handelt moralisch verwerflich, nämlich gegen die gesellschaftliche Regel ehrlich zu sein.

Ok, aber was ist jetzt, wenn ich lüge, um einen Menschen nicht zu verletzen? Oder wenn ich flunkere, um mich selbst zu schützen? Kann eine Lüge nicht auch positive Konsequenzen haben oder zumindest als neutral betrachtet werden? Kommt es nicht viel eher auf die Absichten und den Kontext an?

Genau mit dieser Frage beschäftigt sich das Buch „Die Kunst des Lügens“ von Simone Dietz. Die Philosophieprofessorin rollt darin das Lügen von allen Seiten auf, geschichtlich sowie moralisch. Abgesehen davon, dass ich mich beim Lesen in einem mucksmäuschenstillen Raum begeben muss, um nicht jeden Satz drei Mal lesen zu müssen, hat das doch sehr komplex geschriebene Buch, interessante Ansätze.

Ich bin noch nicht fertig mit Lesen (und das wird auch noch eine Weile dauern, weil ich bei Sätzen, die über drei Zeilen gehen, hin und wieder den Anfang bereits wieder vergessen habe 😉 ), dennoch möchte ich mit euch teilen, was bei mir bisher so hängen geblieben ist. Auf die Plätze, fertig, los: Weiterlesen „Erlaubnis zum Lügen…oder?“

In Ketten gelegt

Während unseres Lebens sammeln wir viele Ketten an. Und nein, ich meine nicht Schmuck. Ich meine Ketten, die uns fesseln, uns einsperren und uns nicht frei sein lassen.

Manche Menschen kommen schon gefesselt auf die Welt. Zum Beispiel kommen manche Kinder bereits mit einer schweren Krankheit auf die Welt, die sie einschränkt und ihrer Freiheiten beraubt. Manche Kinder werden von ihren Eltern gefesselt und können sich nur mühsam oder auch gar nicht befreien. Im Laufe unseres Lebens nimmt die Anzahl der Ketten stets zu.

Es gibt zwei Arten von Ketten. Die eine Art von Kette ist um unseren Körper geschlungen und scheint uns zu erdrücken. Ich trage diese Kette zum Beispiel, wenn ich in sozialen Umgebungen bin. Ich fühle mich eingeschränkt als wäre nicht genügend Raum für mich da. Ich mache mich klein, möchte unsichtbar sein und lasse mich einsperren. Weiterlesen „In Ketten gelegt“

„Du hältst dich für was Besseres!“ – Dialog im Kopf #14

Mein Innerer Kritiker scheint einfach keine Ruhe zu geben:

  1. „Du bewegst dich steif und unsicher!“
  2. „Du solltest dich mehr mit anderen Leuten treffen!“
  3. „Du solltest mehr für dich kochen!“
  4. „Du solltest fair, vegan und bio kaufen!“
  5. „Gib kein Geld für unnötige Dinge aus!“
  6. „Schätze, was du hast! In Afrika verhungern Kinder!“
  7. „Du bist nichts wert!“
  8. „Du liest zu wenig!“
  9. „Du bist nicht intelligent genug!“
  10. „Du hältst dich für was Besseres!“
  11. „Du hast deinem Körper schon so viel geschadet, jetzt ist schon alles egal!“

Was mein „lieber“ Kritiker mir sonst noch so alles an den Kopf wirft könnt ihr hier lesen.

Auch wenn ich mich hier über diese fiesen Sätze aufrege, bin ich fest davon überzeugt, dass man mit seinem Inneren Kritiker nur dann Frieden schließen kann, wenn man aufhört ihn zu bekämpfen und versucht zu akzeptieren. Er ist schließlich ein Anteil von einem selbst und auch wenn es helfen kann diese Stimme mal separat zu seinem Ich zu betrachten, sollte man niemals vergessen, dass sie ein Teil meiner Person ist. Wenn ich also versuche gegen den Anteil von mir zu kämpfen, versuche ich mich sozusagen selbst zu besiegen…

Weltverbesserer vs. meine Einstellung zu mir

Ich versuche der perfekte Mensch zu sein. Das beginnt bei meiner Ernährung und hört bei meinem Konsumverhalten auf. Ich töte keine Spinnen, nicht mal Mücken kann ich erschlagen. Kurz um: Ich versuche meiner Umwelt möglichst wenig mit meiner Existenz zur Last zu fallen.

Das klingt jetzt so als würde ich mich selbst extrem klein machen. Und da kann ich nur sagen: Bingo! Genau das ist es. Ich denke ich würde alles tun, damit es anderen besser geht, mich selbst vergesse ich dabei leider häufig.

Wobei vergessen eigentlich nicht das richtige Wort ist. Ich bin eher ein Meister darin meine Bedürfnisse und Wünsche zu ignorieren. Warum sollte ich mich denn auch um mich kümmern, wenn ich mich selber gar nicht mag? So ein hässlicher, fetter, ängstlicher und unsicherer Mensch hat es doch nicht verdient ein schönes Leben zu führen.

So extrem habe ich zumindest lange Zeit gedacht. Mittlerweile würde ich sagen, dass ich auf der Extremheitsskala ein wenig nach unten gerutscht bin. Ich mag mein Äußeres noch immer nicht, meistens jedenfalls. Doch meine Persönlichkeit kann ja gar nicht so scheiße sein, wenn es immer wieder Leute um mich herum gibt, die (gerne?) Zeit mit mir verbringen.

Außerdem weiß ich zumindest theoretisch, dass ich es nicht verdient habe mich so schlecht zu behandeln wie ich niemanden sonst behandeln würde. Ich weiß auch, dass Eigenliebe ein Teil des Zufriedenheitspuzzles des Lebens ist.

Aber in der Praxis klappt das oft nicht so gut. Ich sehe oft einfach keinen Sinn dahinter mir jetzt Zeit für mich zu nehmen und auf mich zu achten. Besonders weil die Ergebnisse auf sich warten lassen. Ja, ja, das nicht enden wollende Thema Ungeduld lässt grüßen! Weiterlesen „Weltverbesserer vs. meine Einstellung zu mir“

Ich singe für euch! – Was Musik für mich macht (+ Video)

Mit 6 habe ich ein Jahr Blockflöte gespielt. Mit 12 hatte ich Gesangsunterricht. Mit 13 habe ich ein Jahr Gitarre gespielt und wieder alles verlernt. Unter der Dusche singe ich regelmäßig. Das sind alle meine musikalischen Fähigkeiten, die ich vorzuweisen habe. Bis vor ca. einem halben Jahr.

Im Frühjahr 2017 habe ich im Rahmen meines Psychologiestudiums ein Praktikum in einer psychosomatischen Klinik gemacht. Der ehemalige Patient (ich) hat sozusagen mal seine Rolle getauscht und hat andere Patienten behandelt.

Neben vielen fachlichen Erfahrungen, habe ich dort aber auch den Zauber der Musik erfahren dürfen. Alle Praktikanten waren in einem gemeinsamen Gebäude untergebracht. Kein Wunder also, dass wir häufig am Abend beisammen gesessen sind und über Gott und die Welt geredet haben. (Wirklich, ich hatte noch nie so tiefsinnige Gespräche!)

Und da gab es auch einige, die ihre Gitarren dabeihatten und ihre selbstgeschriebenen (!) Lieder vorgespielt haben. Das war so eine schöne Atmosphäre, mir wird jetzt noch ganz warm, wenn ich daran denke. Weiterlesen „Ich singe für euch! – Was Musik für mich macht (+ Video)“

Nenn mich Fräulein Murmeltier!

Wenn mir Leute erzählen, dass sie mit sechs Stunden Schlaf auskommen, kann ich nur mit einem herzhaften Gähnen reagieren. Denn allein schon der Gedanke an so wenig Schlaf, löst bei mir akute Müdigkeit aus.

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by pixabay

Ich hab schon immer viel geschlafen. Als Kind hab ich sowieso meine 10 – 12 Stunden Schlaf gebraucht und auch als ich in der Oberstufe war, habe ich penibel darauf geachtet ja nicht unausgeschlafen in die Schule zu kommen. Zugegeben, diese Disziplin grenzte schon ans Zwanghafte.

Heute ist es so, dass ich ein Minimum von neun Stunden schlafe, um den Tag meistern zu können. Das ist doch ganz normal, denkst du jetzt vielleicht. Ja, das mag schon sein, aber die Sache ist, dass ich diese neun Stunden Schlaf in der Nacht brauche.

Dazu kommt aber noch eine Menge Schlaf über den Tag verteilt. Und das ganze läuft nach folgendem Prinzip ab: gute Laune = weniger Schlaf, schlechte Laune = mehr Schlaf. Das bedeutet, dass ich während meiner depressiven Phase wesentlich mehr schlafe, als wenn ich gerade in einem relativ stabilen Zustand bin. So weit, so normal. Denn wenn man sich den Symptomkatalog einer Depression anschaut, steht da, dass Betroffene entweder zu wenig oder zu viel schlafen. Weiterlesen „Nenn mich Fräulein Murmeltier!“