Ich kann nicht vs. Ich will nicht

„Wenn man will kann man alles schaffen!“ So oder so ähnlich heißt es doch. Aber ist das tatsächlich so? Ich meine, wenn ich zum Beispiel unsichtbar werden will und mir nichts mehr auf der Welt wünsche, wird das vermutlich trotzdem nicht passieren. Ja, ja, ich weiß schon. Das ist nur ein Spruch, der einen motivieren soll, aber ich tu mir da manchmal echt schwer. Will ich einfach nur nicht? Heißt das, wenn ich mich endlich mal zusammenreiße, dann klappt es?

Dieser Weisheit alles schaffen zu können steht gegenüber, dass man sagt „Für eine Krankheit kannst du nichts!“ bzw. wird eine Krankheit oft als „Ausrede“ (?) dafür angeführt bestimmte Dinge nicht zu können. Da kann ich auch voll und ganz zustimmen. Einfaches Beispiel: Jemand, der im Rollstuhl sitzt, kann nie einen Marathon laufen, zumindest nicht auf konventionellem Wege.

Gehen wir aber zu psychischen Erkrankungen über, wird es da leider etwas komplizierter. Allgegenwärtig ist zum Beispiel das Vorurteil, dass die Menschen Depressiven an den Kopf werfen: „Reiß dich mal zusammen!“ oder „Das wird schon wieder!“ Bei Essstörungen ist das „Iss doch einfach mal normal!“ repräsentativ für dieses Problem des nicht Könnens bzw. nicht Wollens.

Sich „einfach“ normal zu verhalten, wenn man psychisch krank ist, ist absolut nicht von jetzt auf gleich möglich. ABER: Es spielt tatsächlich eine sehr große Rolle, ob man gesund werden will oder nicht. Ein Beispiel gefällig? Auch während meiner schlimmsten Magersuchtszeit konnte ich unter bestimmten Bedingungen relativ unauffällig essen, auch wenn ich todtraurig war, konnte ich in die Uni gehen und es mir nicht anmerken lassen. Ist das aber jetzt ein Beispiel für Willenskraft? Weiterlesen „Ich kann nicht vs. Ich will nicht“

2018, wer bist du?

Ich hoffe ihr seid alle gut ins neue Jahr gestartet! Ein allerletztes Mal nerve ich euch heute nochmal mit meinem Jahresrückblick-Jahresvorschau-Gelaber.

Dieses Mal stürze ich mich gleich auf das noch so unschuldige Jahr und mach ihm mal klar, was ich mir 2018 von ihm erwarte! Da ich von Vorsätzen nichts halte (siehe vorheriger Beitrag), habe ich ein paar Wünsche formuliert (für viele muss ich aber selbst aktiv werden und werden mir leider nicht einfach so zufallen):

  • Gesundheit

Klingt so klassisch, ist aber so wichtig!

  • Mehr Zeit und Liebe für meine „Internetaktivitäten“

Mein Blog soll mindestens so konstant weiterlaufen wie jetzt und auf YouTube will ich endlich eine Richtung einschlagen mit der ich mich und meine Zuschauer sich wohlfühlen und Spaß haben. Außerdem liegt mein Instagram-Account schon einige Zeit im Winterschlaf. Da wird es Zeit ihn mal wieder aufzuwecken!

  • Mich selbst lieben

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Goodbye, 2017!

Im letzten Beitrag habe ich ja schon meine wahnsinnig interessante Meinung zum Thema Vorsätze kundgetan. Heute reflektiere ich noch einmal kurz über das Jahr 2017 bzw. versuche herauszufiltern, wie toll ich denn in diesem Jahr war (man muss sich auch mal selbst loben dürfen). Denn mein Kopf funktioniert so: Negatives klebt sich wie Kaugummi fest, während Positives verstaubt in der hintersten Ecke landet. Also würde ich sagen, lasst uns mal mein Gehirn aufräumen!

Was ich 2017 geschafft habe:

  • Blogstart:

Im Februar hab ich mich endlich getraut meinen Blog, damals noch unter dem Namen „Mein Leben als Psycho“, zu starten. Das war nicht nur mit viel Recherche verbunden (Wie um alles in der Hölle erschaffe ich einen Blog?), sondern auch mit einer guten Portion Angst (Alle werden mich kritisieren und sowieso halt ich das keine zwei Wochen durch!). Aber siehe da, mich gibt´s noch immer und das wird hoffentlich noch lange so bleiben!

  • Mein eigener YouTube-Kanal:

Weil ich mir ja immer wieder selbst gerne Herausforderungen stelle, habe ich im Sommer mein erstes Video auf meinem YouTube-Kanal Julia Lebenswelt gestellt. Mittlerweile gibt es 12 Videos zum Thema Psychologie auf diesem Kanal, wofür ich mir echt mal auf die Schultern klopfen darf. Ich bin zwar mit meinem Kanal noch etwas in der Findungsphase, aber der erste Schritt ist getan!

  • Praktikant anstatt Patient:

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Projekt gute Vorsätze: Alle Jahre wieder oder ein für alle Mal?

Zum Jahresende liegt es mir noch am Herzen ein Thema aufzugreifen, dass zu dieser Zeit ein Dauerbrenner ist: Vorsätze. Da trifft es sich prima, dass die liebe Simone Tontsch vom Blog Yoga Meditation & andere göttliche Gewohnheiten zu einer Blogparade aufgerufen hat, in der es genau darum geht.

Ganz ehrlich, alleine wenn ich das Wort höre möchte ich am liebsten weglaufen. Dieses Wort hat für mich eine ziemlich negative Bedeutung. Alleine schon deshalb, weil sehr viele sich einfach nur Vorsätze am Jahresende nehmen, weil es jeder macht. Und der liebe Leser, der mich schon ein bisschen besser kennt, weiß, dass ich es absolut hasse mit dem Strom zu schwimmen (Was ich aber dennoch oft genug tue. Ich will es mir halt oft nicht eingestehen.) Aber ich finde Vorsätze nicht per se schlecht. Da muss ich ausholen. Und wie schön, dass ich einen Blog habe, indem ich die liebe Internetgemeinde mit meiner Meinung vollschwafeln kann. 😉

Ich finde es grundsätzlich klasse sich Dinge vorzunehmen. Ich meine, wenn wir uns nichts vornehmen, dann machen wir ja im Grunde gar nichts. Eigentlich ist doch fast jede Tätigkeit etwas, dass ich mir vornehme, oder? Deshalb ersetze ich das Wort „Vorsatz“ ab sofort als Tätigkeit, Aktivität oder Vorhaben, um dieses negativen Vibe loszuwerden. 😉

Also, wie gesagt, Vorhaben sind toll. Nur gibt es da einige Regeln, die die klassischen „Vorsätzler“ oft nicht beachten, zum Beispiel sowas wie konkrete Zielformulierung, Etappenziele, Realitätsnähe, Erfolgswahrscheinlichkeit usw. Weiterlesen „Projekt gute Vorsätze: Alle Jahre wieder oder ein für alle Mal?“

Die Stadt der Glückseligkeit

Am Tag vor Weihnachten möchte ich mit euch noch eine kleine Geschichte teilen, die ich während meines letzten Klinikaufenthalts kennen und lieben gelernt habe:

Die Stadt der Glückseligkeit

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by pixabay

Ein Mann machte sich auf nach der Stadt der Glückseligkeit. Er nahm nur das Wichtigste mit und brach bei Sonnenaufgang auf. Als er den ganzen Tag in Richtung Stadt der Glückseligkeit gewandert war, rastete er schließlich an einem großen stillen See. Der Tag senkte sich und er entschloss sich, unter einem großen Baum zu lagern. Er bereitete das Nachtlager und stellte seine Schuhe so hin, dass die Schuhspitzen genau in die Richtung der Stadt der Glückseligkeit zeigten. So konnte er sicher sein, die Richtung am Morgen nicht zu verfehlen.

In der Nacht jedoch kam ein Spaßmacher des Weges. Dieser sah die Szene unter dem Baum, sah den Schlafenden, die Schuhe, erfasste die Situation. Leise drehte er die Schuhe in die entgegengesetzte Richtung und ging davon. Weiterlesen „Die Stadt der Glückseligkeit“

Kein Stress stresst mich

Ich hab ein klitzekleines Problemchen, wenn es darum geht das richtige Maß zu finden. Das bezieht sich bei mir auf fast alle Lebenslagen. Von allem gibt es ein individuelles zu viel und zu wenig: Essen, Schlaf, Arbeit, Pause, soziale Kontakte,…You get the idea!

Nun habe ich es zu meiner Lebensaufgabe gemacht diesen Mittelweg für mich irgendwie aufzutreiben. Bei manchen Dingen funktioniert das im Moment gerade ganz gut. Zum Beispiel bin ich echt von mir erstaunt wie gut ich in letzter Zeit die Uni handle. Dazu muss ich sagen, dass ich in der Schule das war, was man so als Streber bezeichnen konnte. Lernen war alles, Freizeit war überbewertet!

Über diese Phase bin ich Gott sei Dank hinweg. Ich gebe weiterhin mein bestes, aber bin bei weitem nicht mehr so verkrampft wie früher. Das liegt vielleicht auch daran, dass in einem Psychologiestudium großer Notendruck herrscht und somit auch ein starkes „Strebertum“. So wird mir praktisch jeden Tag vor Augen geführt, wie verrückt es ist, Zahlen, die möglichst nah an der 1,0 liegen, nachzurennen. Ich meine als wäre das das wichtigste im Leben!

In anderen Bereichen funktioniert das mit dem „Finde die Mitte“ leider noch nicht so gut. Da hätten wir zum einen die Sache mit dem Essen (was wir heute mal in eine Schublade stecken und erst wieder hervorholen, wenn es lieb darum bittet) und auf der anderen Seite die Sache mit meiner Do-To-Liste.

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by pixabay

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Nur noch kurz die Welt retten…

Unsere Welt ist in so vielen Hinsichten eine arme Wurst: Krieg, Klimawandel, Müllberge, Diskriminierung, Regenwaldtod, Gewalt, psychopathische Präsidenten usw. Die Liste ist endlos.

Manchmal werde ich da echt zum Pessimisten: Können wir unsere Erde überhaupt noch retten? Oder steht sie schon kurz vor ihrem Untergang?

Es gibt Tage an denen ich denke: Ist doch egal! Wir sind ein sandkorngroßer Punkt im Universum. Wen juckt´s , wenn wir nicht mehr da sind? Alles wir weiterhin so existieren wie bisher, nur eben ohne Menschen und ohne Erde. Sterben müssen wir doch irgendwann sowieso. (Ja, im schwarz sehen bin ich manchmal echt spitze.)

Rational betrachtet ist der obige Gedanke gar nicht so falsch. Es ist nun mal nüchtern betrachtet so. Aber das ist nur eine Seite der Medaille.

Wie schon gesagt: Erde weg = Menschen weg. Also eigentlich geht es bei der ganzen Lass-uns-unseren-Planeten-retten-Geschichte darum, dass wir unseren eigenen Lebensraum vor dem Untergang bewahren. Das ist der eine Aspekt. Weiterlesen „Nur noch kurz die Welt retten…“