Mein Hund als sicherer Anker – Liebes Tagebuch #2

Heute gibt es mal wieder einen Tagebucheintrag für euch, der ungefähr vor einem Jahr entstanden ist:

Donnerstag, 06.10.2016

Als ich heute mit meinem Hund unterwegs war, habe ich gemerkt, dass ich mich mit einem Hund an meiner Seite total verändere. Ich fühle mich sicherer, habe weniger Scheu und traue mich auch einfacher auf die Straße zu gehen, wo viele Leute unterwegs sind.

Nicht, dass es mir Panik macht Menschen auf der Straße zu sehen. In der Stadt bin ich umzingelt von Menschen. Aber es macht mich schon nervös. Ich habe das Gefühl, dass ich als Landmädchen die Leute mehr wahrnehme und sie genauer unter die Lupe nehme. Vielleicht verschwindet das, wenn man lang genug in der Stadt unterwegs ist. (Anmerkung von Julia aus der Zukunft: Dass das Ganze auch mit Sensibilität zu tun haben könnte, wusste ich damals noch nicht.)

Auf jeden Fall ist ein Hund für mich wie ein sicherer Begleiter. Ist er ja eigentlich von mir abhängig, gibt er mir das Gefühl nicht alleine zu sein und mich ohne Worte und Bewertungen unterstützt. Es ist wie als Kind, als die Eltern mir Sicherheit gegeben haben. Mit meiner Mama in der Nähe fühlte ich mich immer sicher. Sie wusste immer, was zu tun war und ich konnte einfach nur sein. Ein Hund ist die abgeschwächte Form davon.

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F*ck dich, Ana! – Liebes Tagebuch #1

Eine liebliche Überschrift oder? Ich habe mir gedacht, dass ich euch solche und mehr poetische Ergüsse aus meinen Tagebüchern nicht vorenthalten sollte. Und genau deshalb kommen in der Reihe „Liebes Tagebuch“ ab sofort immer wieder Beiträge, die aus meinen Tagebüchern entnommen sind, die ich während meiner schlimmsten Krankheitsphasen geführt habe, möglichst ungefiltert. Heute gehen wir mal ganz weit ins Jahr 2014 zurück und lauschen einer Kampfansage gegenüber meiner Anorexie:

Montag, 27.10.2014

Mir reicht es mit dir Ana! Du bist nicht mehr meine Freundin! Es kann doch nicht sein, dass ich von einem Apfel einen Heulkrampf bekomme. Alle wollen mir helfen, aber ich verschmähe die Hilfe. Falls es niemals besser wird, habe ich noch immer die Möglichkeit mich umzubringen. Klingt hart, aber nur mit dem Gedanken kann ich noch einmal versuchen zu kämpfen. Weiterlesen „F*ck dich, Ana! – Liebes Tagebuch #1“