Gemeinsam gegen die Essstörung

Vor einiger Zeit habe ich schon einmal auf die tolle Kampagne It gets brighter aufmerksam gemacht. Dabei geht es darum, dass sich Betroffene, aber auch Experten, in Videoform zum Thema psychische Erkrankungen äußern und für andere Betroffene mutmachende Worte finden.

Nun habe ich mich mit den beiden Bloggerinnen Mia von Mias Anker und Michaela von Happy Kalorie zusammengeschlossen und wir haben im Rahmen der Präventionsarbeit gegen Essstörungen, die Michaela schon länger betreibt, gemeinsam ein Video auf die Beine gestellt.

Michaela hatte die wunderbare Idee für das Video und hat auch die Bearbeitung übernommen. Es soll Mut machen, sich dem Kampf gegen eine Essstörung zu stellen. Ich finde es ist einfach großartig geworden! Deshalb möchte ich es euch auf keinen Fall vorenthalten:

 

 

Es ist einfach so wunderbar mit Menschen, die das gleiche Ziel verfolgen, solche Projekte auf die Beine zu stellen! Mia, Michaela und ich haben uns zusammengeschlossen, um gegen die Essstörung zu kämpfen, präventiv und informativ vorzugehen, um das Bewusstsein für eine so gefährliche Krankheit zu steigern.

Wir haben noch so viele Ideen im Kopf und würden uns extrem freuen, wenn unser kleines Team noch größer werden würde! Gemeinsam kann man noch so viel mehr erreichen! Wenn ihr euch als Blogger oder auch Nicht-Blogger angesprochen fühlt, dann schreibt mir doch gerne per Mail: julialebenswelt@gmail.com. Und ach ja, keine Angst, ihr könnt dabei auch vollkommen anonym bleiben! Ich kann euch sagen, dass Mia und Michaela einfach großartig sind und ich schon lange keine Zusammenarbeit erlebt habe, die so reibungslos läuft! Danke dafür an euch zwei!

Hier noch einmal die beiden Links zu den Blogs der beiden. Schaut gerne bei diesen großartigen Menschen vorbei und lasst ein bisschen Liebe da:

Happy Kalorie

Mias Anker


 

► Mein YouTube Kanal: JULIA LEBENSWELT

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Essstörung – was mir hilft

Zuletzt habe ich in meinem Beitrag Depression – was mir hilft über meine Strategien geschrieben, wie ich mich an depressiven Tagen so über Wasser halte. Setzen wir diese Reihe doch heute fort. Und zwar mit den Dingen, die mir helfen mit meiner Essstörung umzugehen. Here we go!

  1. Aussortieren

Und hier meine ich nicht die unnötigen zwanzig Bücher, die ungelesen auf dem Dachboden meiner Eltern verstauben, sondern Menschen. Menschen im realen Leben und besonders auch Menschen auf Social Media.

Ich habe mal auf Social Media angefangen, weil es mir wesentlich leichter fällt, Menschen die ich nicht persönlich kenne aus meinem Leben zu verbannen. Es ist also alles rausgeflogen, was mich in irgendeiner Weise getriggert oder mir ein schlechtes Gefühl gegeben hat.

Am Aussortieren schädlicher Menschen in meinem Offline-Leben arbeite ich noch…

  1. Ablenkung

In den schlimmsten Phasen meiner Essstörung war ich in Kliniken. Klinikaufenthalte bedeuten auch immer die Konfrontation mit „Leideskollegen“. Dass dieser Austausch mit anderen Betroffenen auch viele positive Seiten hat, möchte ich hier gar nicht bezweifelt. Für mich war es aber ab einem gewissen Punkt mal wieder Zeit unter die „Normalen“ zu kommen. In meinem Kopf war schon ständig das Thema Essen, Gewicht und Co. präsent, dass ich das nicht noch zusätzlich von anderen brauche.

  1. Tiere

Tiere, insbesondere Hunde, helfen mir bei allem: Ängste, Depression, Essstörung,… Mittlerweile glaube ich ja, dass das für mich eine Self-fulfilling Prophecy ist, aber hey – ist das nicht vollkommen egal, wenn es mir hilft?

  1. Erfahrungen anderer

Weiterlesen „Essstörung – was mir hilft“

Vegan & Essstörung – Meine Erfahrung

Die liebe Cordula vom Blog Wir essen Pflanzen, hat ihre erste Blogparade ins Leben gerufen: Veggies – Eure Erfahrungsberichte. Wie der Titel schon erahnen lässt, geht es dabei um die persönliche Erfahrung mit dem Thema Vegetarismus bzw. Veganismus.

Ich habe mich bisher mit dem Thema was und wie ich esse auf diesem Blog ziemlich zurückgehalten. Lediglich im Beitrag Mein aktuelles Essverhalten ist schon etwas durchgeklungen, was ich so in mein kleines Mündchen stecke.

Der Grund für meine Zurückhaltung ist großteils Unsicherheit. Als Essgestörte steht natürlich für viele Menschen (besonders Nicht-Betroffene) das Essverhalten einer solchen Person im Vordergrund und führt schnell zu einer Menge Bewertung. Trotzdem habe ich mich dazu entschlossen dieses Buchkapitel heute für euch mal ein bisschen zu öffnen, denn die pflanzliche Ernährung spielt hier für mich eine wesentliche Rolle. So, und jetzt genug der Einleitung!


Ich liebe Tiere! Über alles! Schon immer! Häufig mehr als Menschen. Bis zu meinem Teenageralter habe ich mehrmals pro Woche Fleisch gegessen. Das ist eine Kombi, die, denke ich, bei vielen Menschen nicht selten ist. Die Liebe zu Tieren im Zusammenhang mit einem saftigen Steak zu Mittag, war für mich ganz normal. Ok, ich übertreibe. Viel Fleisch habe ich tatsächlich nie gegessen, aber der Satz schreibt sich so schön. 😉

Mit ungefähr 16 habe ich den Wunsch verspürt auf Fleisch zu verzichten. Inspiriert durch meine bereits langjährig vegetarischen Großcousinen, wollte ich nichts mehr auf meinem Teller, das einst niedliche Kulleraugen hatte. Das Problem: Mein Selbstbewusstsein. Weiterlesen „Vegan & Essstörung – Meine Erfahrung“

Fehlschlüsse von Menschen mit Essstörungen

Danke an Michaela, bei der ich auf Happy Kalorie und ihrem privaten Blog Bloggahontas einen Gastbeitrag zum Thema Essstörungen schreiben durfte! 💜

Happy Kalorie Blog

– Gastbeitrag von JuliaLebenswelt mit tollem Handlettering am Ende –
Heute erfahrt ausnahmsweise mal nichts von meinen präventiven Gedankengängen. Zwinkerndes Smiley Trotzdem lohnt sich das Lesen meines heutigen Artikels, der von JuliaLebenswelt verfasst wurde. Nehme dir bitte kurz Zeit für das wichtige Thema Essstörung, für das nicht nur ich in präventiver Hinsicht brenne.

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5 Vorteile einer Essstörung

Der Podcast PsychCast hat letztens eine Folge mit dem schönen Titel „Kann denn Krankheit ein Gewinn sein? Über Krankheitsgewinn.“ herausgebracht und hat mich dazu veranlasst mal (wieder) darüber nachzudenken, was für Vorteile ich denn aus meiner Essstörung ziehe bzw. gezogen habe. Für Außenstehende wirkt es vielleicht etwas befremdlich Positives an einer Essstörung zu sehen, aber da gibt es für mich (leider) eine ganze Menge:

1. Man bekommt Aufmerksamkeit.

Uh, jetzt schreien gleich alle: „Ich wusste, dass sie das nur macht um Aufmerksamkeit zu kriegen!“ Ja und Nein. Wir möchten mit unserem Verhalten bewusst oder unbewusst aufmerksam machen. Aber nicht auf den Fakt, dass wir z.B. schon wieder abgenommen haben, sondern dass es uns einfach dreckig geht, wir nicht wissen wie wir im Leben zurecht kommen sollen und jemanden brauchen, der uns eine helfende Hand reicht. Wie gesagt ist dieser Prozess oft unbewusst und hat nichts mit Aufmerksamkeitsgeilheit zu tun.

2. Das Leben ist nicht kontrollierbar.

In ganz vielen Bereichen nicht. Was aber kontrollierbar ist, ist was ich in meinen Mund stecke. Zumindest spielt uns das die Essstörung vor. Dass das irgendwann außer Kontrolle geraten wird versucht uns die Essstörung nicht wahrhaben zu lassen.

3. Ich bin jemand, der Gefühle hasst. Weiterlesen „5 Vorteile einer Essstörung“

Wie die Magersucht meine körperliche Gesundheit beeinflusst…

….mir ist ständig kalt

…meine Haare fallen aus

…ich muss ständig aufs Klo

…ich schlafe schlecht

…jede körperliche Betätigung ist anstrengend

…ich habe absolut keine Energie

…ich bin sehr blass

…ich bin ständig müde

…meine Knochen verlieren ihre Kraft

…ich habe einen aufgeblähten Bauch

…Treppen steigen fühlt sich wie Hochleistungssport an

…meine Menstruation bleibt vollständig aus

…ich habe meinen Geschmackssinn verloren

…mein Stoffwechsel spielt absolut verrückt Weiterlesen „Wie die Magersucht meine körperliche Gesundheit beeinflusst…“

Wie die Magersucht meine seelische Gesundheit beeinflusst…

…Ich fühle mich zu dick, obwohl ich das nicht bin.

…Meine Gesundheit ist mir absolut egal.

…Ich habe Zwänge und Rituale, die ich einhalten muss.

…Ich habe jegliche Spontanität verloren.

…Ich ziehe mich aus dem sozialen Leben zurück.

…Ich darf keinen Spaß haben.

…Ich darf nichts genießen.

…Ich habe keine Hobbies.

…Ich beschäftige mich ständig mit Essen.

…Ich muss mich zu jeder Tätigkeit überwinden.

…Ich lache nicht.

…Alles ist sinnlos.

…Ich habe einen Tunnelblick.

…Ich bin ein gefühlsloser Zombie.

…Begeisterung gibt es für mich nicht mehr.

…Ich hasse mich als Person.

…Ich hasse meinen Körper.

…Ich weine jeden Tag.

…Ich rege mich über jede Kleinigkeit auf.

…Ich jammere ständig.

…Ich spiele Leuten etwas vor.

…Ich spiele die Leidende, die aber nichts an ihrem Zustand ändert.

Weiterlesen „Wie die Magersucht meine seelische Gesundheit beeinflusst…“

11 wichtige Fakten über Magersucht

  1. Von allen erkrankten wird ungefähr 1/3 gesund, 1/3 leidet unter Restsymptomen und bei dem letzten Drittel nimmt die Magersucht einen chronischen Verlauf.
  2. Magersucht ist die psychische Krankheit mit der höchsten Mortalität. Zwischen 10-15% sterben an der Krankheit.
  3. Magersucht wird oft von anderen psychischen Krankheiten wie Depression, Zwängen, Angststörungen und Suchtverhalten begleitet.
  4. Magersüchtige sind oft sehr intelligente Menschen mit hohem Selbstanspruch (soll kein Eigenlob sein).
  5. Magersucht wird laut Diagnosekriterien nur bei starkem Untergewicht (BMI < 17,5) diagnostiziert.
  6. Die typischen Gedankenmuster einer Magersucht können aber bei jedem Gewicht auftreten. Dann wird eine atypische Essstörung diagnostiziert.
  7. Wichtig: Nicht jeder schlanke Mensch ist magersüchtig! Also bezeichnet nie jemanden als magersüchtig. Ob betroffen oder nicht, das ist auf jeden Fall sehr verletzend.
  8. Mit einem BMI unter 12 hat man nur eine 50%-ige Chance zu überleben.
  9. Magersüchtige lügen häufig, sind aber KEINE schlechten Menschen. Das gehört zum Krankheitsbild.
  10. Ziehe nie voreilige Schlüsse. Eine Konfrontation mit dem Betroffenen über sein Verhalten, führt in der Regel zu negativen Folgen!
  11. Der Wunsch möglichst dünn zu sein ist nur das Symptom, die Ursache liegt ganz woanders.

Schon mein letztes Video gesehen? Es geht darum wie Depressionen auf YouTube behandelt werden: Warum plötzlich alle YouTuber DEPRESSION haben / Julia Lebenswelt

Meine Essstörung – Früher vs. Heute

Seit der Zeit, in der ich sehr mit meiner Essstörung zu kämpfen hatte, hat sich vieles getan. Ein kleiner Vergleich:

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Das waren jetzt mal einige Punkte, die sich bei mir so in den letzten Jahren verändert haben. Wenn euch irgendein Thema genauer interessiert oder ihr wissen wollt wie mir diese Veränderung gelungen ist, schreibt mir das gerne in die Kommentare. Dann schreibe ich gerne noch ausführlicher darüber! 🙂