Weihnachten mit Binge Eating – Teil 3

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Auf zum letzten Teil meiner Trilogie „Weihnachten mit Essstörung“.

Hier könnt ihr Teil 1 (Weihnachten mit Magersucht) und Teil 2 (Weihnachten zwischen Hungern und Fressen) lesen.

Weihnachten mit Binge Eating

Mittlerweile sind wir am Weihnachten vor zwei Jahren angelangt. Das war auch das erste Semester in dem ich zu studieren begonnen hatte und über die Weihnachtsferien nach Hause gefahren bin. Das habe ich auch dringend gebraucht. Das erste Unisemester war für mich sehr anstrengend. Nicht so sehr bezüglich der Anforderung, sondern vielmehr, weil ich in einem komplett neuen sozialen Umfeld war. Ich hatte zu dieser Zeit auch kurzfristig keine Therapie, was das Ganze nicht besser gemacht hat.

Dieses Weihnachten hatte ich mich also auf Entspannung zu Hause gefreut. Die bekam ich auch – plus heftigen Fressattacken. Weihnachten ist ja essenstechnisch ganz weit vorne. Das wissen wir alle. Also ein ziemlich gefährliches Umfeld sozusagen für jemanden mit einer Essanfallstörung. Weiterlesen „Weihnachten mit Binge Eating – Teil 3“

Weihnachten zwischen Hungern und Fressen – Teil 2

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Heute kommt der zweite Teil von Weihnachten mit Essstörung. In meinem ersten Teil ging es darum wie ich mit meiner Magersucht eines der schrecklichsten Weihnachten überhaupt erlebt habe. Dieses Mal soll es um das Weihnachten des darauffolgenden Jahres gehen.

Hier geht´s zu Teil 1.

Weihnachten zwischen Hungern und Fressen

Wir befinden uns drei Jahre in der Vergangenheit. Ich hatte im Sommer drei Monate Klinikaufenthalt hinter mich gebracht und war jetzt sozusagen in der Prüfphase: schaffe ich es zu Hause weiter zu essen oder falle ich erneut in das Loch von Hungern und wieder Hungern.

Dazu muss man sagen, dass ich zu der Zeit eigentlich nicht wirklich etwas zu tun hatte. Sprich ich war weder arbeiten, noch studierte ich. Und womit verbringt ein Essgestörter seine Zeit so? Jap, mit Denken an Essen bzw. nicht Essen. Getriggert von dem Essen, das ich mir in der Klinik erlauben durfte, war auch in der Adventzeit meine Lust auf Essen eindeutig vorhanden.

Das wollte ich jedoch nicht. Ich wollte weiterhin Kontrolle darüber behalten, was in meinem Magen landet und was nicht. Das war schwierig und der Heißhunger wurde immer heftiger. Auch verständlich. Mein Körper kämpfte ums reine überleben und das mittlerweile seit fast zwei Jahren. Weiterlesen „Weihnachten zwischen Hungern und Fressen – Teil 2“

Weihnachten mit Magersucht – Teil 1

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Alle Jahre wieder, kommt nicht nur Weihnachten, sondern auch eine besondere Herausforderung für meine Essstörung. Zumindest war das die letzten vier Jahre so. Ich habe mir gedacht, dass ich euch, passend zur Jahreszeit, einmal erzähle wie sich meine Essstörung auf die letzten Weihnachten ausgewirkt hat. Und zwar in der dreiteiligen Reihe „Weihnachten mit Essstörung“.

Los geht es mit Teil 1:

Weihnachten mit Magersucht

Mittlerweile liegen schon vier Jahre zwischen diesem Weihnachten und dem heutigen Ich. Schon krass, dass es mir bei weitem noch nicht so lange her erscheint. Um euch ein Bild der Ausgangslage zu verschaffen, hier ein paar Sätze zu meiner damaligen Lage:

Dieses Weihnachten fand in meinem Abiturjahr statt und meine Magersucht befand sich am absoluten Höhepunkt. Meine Eltern, die mittlerweile geschieden leben, waren da noch unter einem Dach. Entsprechend angespannt war die Stimmung. Nichts mit einem schönen Familienfest. Weiterlesen „Weihnachten mit Magersucht – Teil 1“

Meine Erfahrung mit Zwangsstörung

Oh nein, jetzt hat sie auch noch Zwangsstörungen, oder was? Nach ihrem Bericht über die „angebliche“ Panikattacke, braucht sie wohl ein neues Thema, um sich perfekt in der Opferrolle darzustellen und Mitleid von ihren Lesern zu bekommen.

So mag das vielleicht rüberkommen, aber die Realität ist, dass kaum eine psychische Erkrankung allein vorkommt. Meist kommen gleich ihre ganzen Brüder und Schwestern mit ihr zu Besuch im Kopf. Um aber mal kurz vorwegzunehmen: Ich hab momentan keinerlei Probleme mit Zwangshandlungen oder Zwangsgedanken, aber um mir jetzt folgen zu können, muss ich mal wieder in die Vergangenheit zurückgreifen. Also, es war einmal die 17-jährige Julia…

Mit 17 Jahren steckte ich sehr tief in meiner Magersucht (genaueres könnt ihr hier nachlesen). Und mit der ganzen Kontrolle wann und wie viel ich esse, kamen auch teilweise sehr spezielle Rituale dazu, wenn´s ums Thema Essen geht. Weiterlesen „Meine Erfahrung mit Zwangsstörung“

Was ich in der Psychiatrie gelernt habe!

Ich war ja bereits zwei Mal in einer Psychiatrie und einmal in einer psychosomatischen Klinik als Patient. Außerdem habe ich im Rahmen meines Psychologiestudiums, ein 8-wöchiges Praktikum in einer Klinik gemacht. Von beiden Warten aus, habe ich sehr viele Dinge gelernt. Einige davon möchte ich heute mit euch teilen:

  1. Jeder hat Probleme.

Klingt banal, aber das wirklich zu glauben ist eine andere Sache. Ich habe von mir selbst und auch von anderen Patienten immer wieder erlebt, dass man denkt, der Einzige mit diesem Problem zu sein. Das liegt einfach daran, dass unsere Welt so programmiert ist, immer zu versuchen das Positive zu präsentieren. Und auch, wenn man immer wieder den Satz hört: „Jeder Mensch hat Probleme!“, konnte ich ihn erst nach meinen Klinikaufenthalten wirklich verinnerlichen.

  1. Beziehungen sind alles im Leben.

Damit meine ich jede Art von Beziehung. Wir sind soziale Wesen und selbst als introvertierte Person mit sozialer Angst, kann ich nicht leugnen, dass mir Kontakt mit den richtigen Leuten guttut. Ich sage bewusst mit den richtigen Leuten, weil man gerade in Kliniken auf Menschen trifft, die eigentlich nicht wirklich daran interessiert sind gesund zu werden. Umgibt man sich aber mit Menschen, deren Ziel es ist ihre Krankheit hinter sich zu lassen, muss ich sagen, dass ich zum Teil auf, die aus meiner Sicht, liebevollsten und verständlichsten Menschen in der „Klapse“ getroffen habe. Man teilt Erfahrungen und spricht über Dinge die „draußen“ einfach nicht angesprochen werden dürfen. Da fragt man sich manchmal echt, wo denn jetzt tatsächlich die Verrückten sind… Weiterlesen „Was ich in der Psychiatrie gelernt habe!“

Meine Erfahrung mit Antidepressiva

Die Beziehung zwischen Antidepressiva und mir könnte man als schwierig mit hoher Abhängigkeit meinerseits beschreiben. Damit meine ich nicht abhängig im Sinne einer Sucht (dafür reicht mir schon meine Essstörung), sondern dass ich in manchen meiner Lebensphasen auf Medikamente angewiesen war, um überhaupt irgendwas auf die Reihe zu kriegen.

Aber fangen wir am Anfang an: Mit 11 das erste Mal wegen Magersucht in der Psychiatrie, habe ich auch in diesem Alter das erste Mal Erfahrungen mit Antidepressiva gemacht. Da mich diese Klinik, wie schon mal berichtet, als kleines dummes Kind, dass nicht essen wollte abgestempelt hat, wurden mir die Tabletten ebenso ohne Erklärung vorgesetzt. In meinem Zustand hätte ich angeblich sowieso nicht verstanden, warum ich sie nehmen sollte. Bis heute bin ich mir auch nicht ganz sicher, ob das in dem Moment richtig war, mir Zyprexa und Tresleen zu verordnen. Denn rückblickend betrachtet, war ich bloß in einer leichten depressiven Stimmung gefangen, weil ich einfach nur nach Hause wollte.

Und da kommt auch schon meine grundsätzliche Einstellung zu medikamentöser Behandlung psychischer Störungen durch. Ich bin da eher auf der Seite der Gegner. Damit meine ich, dass für mich zuerst andere Wege eingeschlagen werden sollten, bevor man Medikamente verschreibt. Ich glaube diese Einstellung kommt daher, dass ich bei meinen Psychiatrieaufenthalten immer erlebt habe, dass Patienten oft grundsätzlich was verschrieben wird, unabhängig von der Störung und häufog hat es für mich so gewirkt als würden die überforderten Ärzte ihre Patienten einfach ruhigstellen wollen. Weiterlesen „Meine Erfahrung mit Antidepressiva“

Essen auf dem Klo!

Stellt euch vor, ab sofort dürfte euch niemand mehr jemals dabei sehen wie ihr euch Essen in den Mund schiebt! Jegliche Nahrungsaufnahme müsste geheim gehalten werden. Essen im stillen Kämmerlein sozusagen! Klingt anstrengend? Ist es auch! Willkommen in meiner Realität im Januar 2014!

Ich habe es eigentlich während meiner Schulzeit im Gymnasium immer vermieden vor oder mit anderen zu essen. Mit „anderen“ sind meine Mitschüler und Gleichaltrige gemeint. Mit Menschen aus meinem engen Umkreis ging es mit der Zeit ganz gut. Wäre auch etwas schwierig gewesen sich am Essenstisch mit der Familie seinen Teller Nudeln zu schnappen und damit in sein Zimmer zu verduften.

Den Höhenpunkt dieses „Ich-vermeide-um-jeden-Preis-vor-anderen-zu-Essen“ fand dann bei meiner erneuten Magersuchtssphase statt. Falls ihr euch genauer für meinen Krankheitsverlauf interessiert, könnt ihr euch hier gerne meine Geschichte durchlesen.

Spätestens als ich einen Essensplan verschrieben bekam, um den Weg bis zum Abitur lebend zu überstehen, wurde das Ganze echt kompliziert. Ich hab mich noch mehr von meinen Mitschülern abgeschottet als ohnehin schon. Nur um unbeaufsichtigt mein trockenes Brötchen Stückchen für Stückchen zu inhalieren. Und das ist keine Untertreibung. Das Verspeisen eines Brötchens konnte ruhig mal 45 Minuten dauern. Ihr könnt euch vorstellen wie schwierig es ist in einer Schule für so lange Zeit eine menschenleere Stelle zu finden.

Hier wird es jetzt vermutlich für den ein oder anderen etwas eklig. Sorry, dafür. Aber ein Ort, wo man bekanntlich meist doch allein ist, ist die Toilette. Richtige Schlussfolgerung: Auf dem Klo kann ich in Ruhe alleine essen. Weiterlesen „Essen auf dem Klo!“