War das eine Panikattacke?

Vor einigen Tagen, hatte ich ein für mich sehr eigenartiges Erlebnis. Dass ich Panik schiebe, wenn ich mit fremden Leuten reden muss oder von anderen zu lange angeschaut werde, damit habe ich mich inzwischen abgefunden. Aber, dass ein Friseurbesuch bei mir eine solche Reaktion auslöst, damit hätte ich nicht gerechnet. Aber von vorne:

In einer Woche fängt die Uni wieder an und ich habe mir gedacht, dass ich dieses Jahr mal dem Mainstream folge und mir meine Haare schneide, um zum Semesterstart zu zeigen: „Hey, ich hatte ganz tolle Ferien und bin jetzt ganz erholt und mein frischer Haarschnitt repräsentiert das!“

Naja, auf jeden Fall war ein Haarschnitt bei mir auch nötig. Ich habe mir meine Haare ungefähr seit drei Jahren nicht geschnitten, weil ich meine ausgefallenen Haare nach meiner Magersucht erstmal wieder nachwachsen lassen wollte, bevor mir jemand mit einer Schere zu nahe kommt. Ja, in der Hinsicht bin ich typisch Mädchen: Jeder Zentimeter meiner Haare ist wertvoll und wehe dem, der sie kürzen will.

Also Friseurtermin vereinbart und das Ganze wäre schnell erledigt gewesen. Dabei hab ich die Rechnung aber ohne meine Psyche gemacht. Denn am Morgen des besagten Tages war mir plötzlich schlecht, schwindelig und mein Puls war so hoch, dass meine Hände zu zittern angefangen haben.    Weiterlesen „War das eine Panikattacke?“

Mein Hund als sicherer Anker – Liebes Tagebuch #2

Heute gibt es mal wieder einen Tagebucheintrag für euch, der ungefähr vor einem Jahr entstanden ist:

Donnerstag, 06.10.2016

Als ich heute mit meinem Hund unterwegs war, habe ich gemerkt, dass ich mich mit einem Hund an meiner Seite total verändere. Ich fühle mich sicherer, habe weniger Scheu und traue mich auch einfacher auf die Straße zu gehen, wo viele Leute unterwegs sind.

Nicht, dass es mir Panik macht Menschen auf der Straße zu sehen. In der Stadt bin ich umzingelt von Menschen. Aber es macht mich schon nervös. Ich habe das Gefühl, dass ich als Landmädchen die Leute mehr wahrnehme und sie genauer unter die Lupe nehme. Vielleicht verschwindet das, wenn man lang genug in der Stadt unterwegs ist. (Anmerkung von Julia aus der Zukunft: Dass das Ganze auch mit Sensibilität zu tun haben könnte, wusste ich damals noch nicht.)

Auf jeden Fall ist ein Hund für mich wie ein sicherer Begleiter. Ist er ja eigentlich von mir abhängig, gibt er mir das Gefühl nicht alleine zu sein und mich ohne Worte und Bewertungen unterstützt. Es ist wie als Kind, als die Eltern mir Sicherheit gegeben haben. Mit meiner Mama in der Nähe fühlte ich mich immer sicher. Sie wusste immer, was zu tun war und ich konnte einfach nur sein. Ein Hund ist die abgeschwächte Form davon.

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Weltverbesserer vs. meine Einstellung zu mir

Ich versuche der perfekte Mensch zu sein. Das beginnt bei meiner Ernährung und hört bei meinem Konsumverhalten auf. Ich töte keine Spinnen, nicht mal Mücken kann ich erschlagen. Kurz um: Ich versuche meiner Umwelt möglichst wenig mit meiner Existenz zur Last zu fallen.

Das klingt jetzt so als würde ich mich selbst extrem klein machen. Und da kann ich nur sagen: Bingo! Genau das ist es. Ich denke ich würde alles tun, damit es anderen besser geht, mich selbst vergesse ich dabei leider häufig.

Wobei vergessen eigentlich nicht das richtige Wort ist. Ich bin eher ein Meister darin meine Bedürfnisse und Wünsche zu ignorieren. Warum sollte ich mich denn auch um mich kümmern, wenn ich mich selber gar nicht mag? So ein hässlicher, fetter, ängstlicher und unsicherer Mensch hat es doch nicht verdient ein schönes Leben zu führen.

So extrem habe ich zumindest lange Zeit gedacht. Mittlerweile würde ich sagen, dass ich auf der Extremheitsskala ein wenig nach unten gerutscht bin. Ich mag mein Äußeres noch immer nicht, meistens jedenfalls. Doch meine Persönlichkeit kann ja gar nicht so scheiße sein, wenn es immer wieder Leute um mich herum gibt, die (gerne?) Zeit mit mir verbringen.

Außerdem weiß ich zumindest theoretisch, dass ich es nicht verdient habe mich so schlecht zu behandeln wie ich niemanden sonst behandeln würde. Ich weiß auch, dass Eigenliebe ein Teil des Zufriedenheitspuzzles des Lebens ist.

Aber in der Praxis klappt das oft nicht so gut. Ich sehe oft einfach keinen Sinn dahinter mir jetzt Zeit für mich zu nehmen und auf mich zu achten. Besonders weil die Ergebnisse auf sich warten lassen. Ja, ja, das nicht enden wollende Thema Ungeduld lässt grüßen! Weiterlesen „Weltverbesserer vs. meine Einstellung zu mir“

Essen auf dem Klo!

Stellt euch vor, ab sofort dürfte euch niemand mehr jemals dabei sehen wie ihr euch Essen in den Mund schiebt! Jegliche Nahrungsaufnahme müsste geheim gehalten werden. Essen im stillen Kämmerlein sozusagen! Klingt anstrengend? Ist es auch! Willkommen in meiner Realität im Januar 2014!

Ich habe es eigentlich während meiner Schulzeit im Gymnasium immer vermieden vor oder mit anderen zu essen. Mit „anderen“ sind meine Mitschüler und Gleichaltrige gemeint. Mit Menschen aus meinem engen Umkreis ging es mit der Zeit ganz gut. Wäre auch etwas schwierig gewesen sich am Essenstisch mit der Familie seinen Teller Nudeln zu schnappen und damit in sein Zimmer zu verduften.

Den Höhenpunkt dieses „Ich-vermeide-um-jeden-Preis-vor-anderen-zu-Essen“ fand dann bei meiner erneuten Magersuchtssphase statt. Falls ihr euch genauer für meinen Krankheitsverlauf interessiert, könnt ihr euch hier gerne meine Geschichte durchlesen.

Spätestens als ich einen Essensplan verschrieben bekam, um den Weg bis zum Abitur lebend zu überstehen, wurde das Ganze echt kompliziert. Ich hab mich noch mehr von meinen Mitschülern abgeschottet als ohnehin schon. Nur um unbeaufsichtigt mein trockenes Brötchen Stückchen für Stückchen zu inhalieren. Und das ist keine Untertreibung. Das Verspeisen eines Brötchens konnte ruhig mal 45 Minuten dauern. Ihr könnt euch vorstellen wie schwierig es ist in einer Schule für so lange Zeit eine menschenleere Stelle zu finden.

Hier wird es jetzt vermutlich für den ein oder anderen etwas eklig. Sorry, dafür. Aber ein Ort, wo man bekanntlich meist doch allein ist, ist die Toilette. Richtige Schlussfolgerung: Auf dem Klo kann ich in Ruhe alleine essen. Weiterlesen „Essen auf dem Klo!“

Die Macht der Diskussion

Ich diskutiere gerne. Es macht mir Spaß mich über kontroverse tiefgründige Themen zu unterhalten und unterschiedliche Sichtweisen zu erhalten.

Dabei gibt es jedoch ein Problem: Meine Mutter ist die einzige Person, wo ich mich wirklich traue meine Meinung zu sagen. Das bedeutet nicht, dass wir uns streiten. Jeder gibt seine Meinung ab und es entsteht ein respektvolles Hin und Her mit einem Endergebnis, dass gar kein Ergebnis sein muss. Es ist vielmehr ein Austausch.

In der Schule war ich immer eine der schüchternsten. Ich hatte teilweise echt Mühe meine schriftlichen hervorragenden Leistungen zu halten, da meine Mitarbeit so gering war, dass man meine Wortmeldungen pro Woche vermutlich an einer Hand abzählen konnte. Weiterlesen „Die Macht der Diskussion“

Angst vor Jungs – Dialog im Kopf #12

Diese Situation hat sich vor ein paar Monaten in der U-Bahn zugetragen. (Also ich muss schon sagen, dass das mit der U-Bahn schön langsam auffällig wird. Eigentlich sollte ich eine U-Bahn-Phobie entwickeln, wenn man bedenkt, was mir dort alles für seltsame Situationen widerfahren!) 😉

Auf jeden Fall, war ich da mit einer Kommilitonin auf dem nachhause Weg von einem Theater. In dem Theater haben wir zwei Jungs getroffen, die ebenfalls mit uns studieren. Wir saßen uns in der U-Bahn gegenüber und der Dialog im Kopf nahm seinen Lauf…

KOPF: Hey, du solltest dich auch mal am Gespräch beteiligen! Du sitzt neben den dreien wie ein stummer Fisch! Kein Wunder, dass dich kein Mann attraktiv findet! Weiterlesen „Angst vor Jungs – Dialog im Kopf #12“

Meine Angst vorm Arzt

Das letzte Mal wurde ich 2014 gründlich körperlich untersucht. Das war damals bei meinem Aufenthalt in der Psychosomatischen Klinik, wo ich aufgrund meiner Magersucht behandelt wurde. Dass mein Körper da in katastrophalem Zustand befand dürfte niemanden überraschen.

Seitdem meide ich Ärzte. Nein, das stimmt nicht ganz. Seit ich zugenommen habe, meide ich Ärzte. Obwohl ich nicht um alle Menschen mit weißem Kittel einen Bogen mache. Mit Augenarzt, Zahnarzt oder HNO-Arzt habe ich keine Probleme. Auch eine Blutabnahme ist für mich kein Problem. Das habe ich sogar erst letzte Woche gemacht.

Ich versuche mal diese ambivalente Einstellung zu erklären: Weiterlesen „Meine Angst vorm Arzt“