War das eine Panikattacke?

Vor einigen Tagen, hatte ich ein für mich sehr eigenartiges Erlebnis. Dass ich Panik schiebe, wenn ich mit fremden Leuten reden muss oder von anderen zu lange angeschaut werde, damit habe ich mich inzwischen abgefunden. Aber, dass ein Friseurbesuch bei mir eine solche Reaktion auslöst, damit hätte ich nicht gerechnet. Aber von vorne:

In einer Woche fängt die Uni wieder an und ich habe mir gedacht, dass ich dieses Jahr mal dem Mainstream folge und mir meine Haare schneide, um zum Semesterstart zu zeigen: „Hey, ich hatte ganz tolle Ferien und bin jetzt ganz erholt und mein frischer Haarschnitt repräsentiert das!“

Naja, auf jeden Fall war ein Haarschnitt bei mir auch nötig. Ich habe mir meine Haare ungefähr seit drei Jahren nicht geschnitten, weil ich meine ausgefallenen Haare nach meiner Magersucht erstmal wieder nachwachsen lassen wollte, bevor mir jemand mit einer Schere zu nahe kommt. Ja, in der Hinsicht bin ich typisch Mädchen: Jeder Zentimeter meiner Haare ist wertvoll und wehe dem, der sie kürzen will.

Also Friseurtermin vereinbart und das Ganze wäre schnell erledigt gewesen. Dabei hab ich die Rechnung aber ohne meine Psyche gemacht. Denn am Morgen des besagten Tages war mir plötzlich schlecht, schwindelig und mein Puls war so hoch, dass meine Hände zu zittern angefangen haben.    Weiterlesen „War das eine Panikattacke?“

In Ketten gelegt

Während unseres Lebens sammeln wir viele Ketten an. Und nein, ich meine nicht Schmuck. Ich meine Ketten, die uns fesseln, uns einsperren und uns nicht frei sein lassen.

Manche Menschen kommen schon gefesselt auf die Welt. Zum Beispiel kommen manche Kinder bereits mit einer schweren Krankheit auf die Welt, die sie einschränkt und ihrer Freiheiten beraubt. Manche Kinder werden von ihren Eltern gefesselt und können sich nur mühsam oder auch gar nicht befreien. Im Laufe unseres Lebens nimmt die Anzahl der Ketten stets zu.

Es gibt zwei Arten von Ketten. Die eine Art von Kette ist um unseren Körper geschlungen und scheint uns zu erdrücken. Ich trage diese Kette zum Beispiel, wenn ich in sozialen Umgebungen bin. Ich fühle mich eingeschränkt als wäre nicht genügend Raum für mich da. Ich mache mich klein, möchte unsichtbar sein und lasse mich einsperren. Weiterlesen „In Ketten gelegt“

Mein Hund als sicherer Anker – Liebes Tagebuch #2

Heute gibt es mal wieder einen Tagebucheintrag für euch, der ungefähr vor einem Jahr entstanden ist:

Donnerstag, 06.10.2016

Als ich heute mit meinem Hund unterwegs war, habe ich gemerkt, dass ich mich mit einem Hund an meiner Seite total verändere. Ich fühle mich sicherer, habe weniger Scheu und traue mich auch einfacher auf die Straße zu gehen, wo viele Leute unterwegs sind.

Nicht, dass es mir Panik macht Menschen auf der Straße zu sehen. In der Stadt bin ich umzingelt von Menschen. Aber es macht mich schon nervös. Ich habe das Gefühl, dass ich als Landmädchen die Leute mehr wahrnehme und sie genauer unter die Lupe nehme. Vielleicht verschwindet das, wenn man lang genug in der Stadt unterwegs ist. (Anmerkung von Julia aus der Zukunft: Dass das Ganze auch mit Sensibilität zu tun haben könnte, wusste ich damals noch nicht.)

Auf jeden Fall ist ein Hund für mich wie ein sicherer Begleiter. Ist er ja eigentlich von mir abhängig, gibt er mir das Gefühl nicht alleine zu sein und mich ohne Worte und Bewertungen unterstützt. Es ist wie als Kind, als die Eltern mir Sicherheit gegeben haben. Mit meiner Mama in der Nähe fühlte ich mich immer sicher. Sie wusste immer, was zu tun war und ich konnte einfach nur sein. Ein Hund ist die abgeschwächte Form davon.

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Die Macht der Diskussion

Ich diskutiere gerne. Es macht mir Spaß mich über kontroverse tiefgründige Themen zu unterhalten und unterschiedliche Sichtweisen zu erhalten.

Dabei gibt es jedoch ein Problem: Meine Mutter ist die einzige Person, wo ich mich wirklich traue meine Meinung zu sagen. Das bedeutet nicht, dass wir uns streiten. Jeder gibt seine Meinung ab und es entsteht ein respektvolles Hin und Her mit einem Endergebnis, dass gar kein Ergebnis sein muss. Es ist vielmehr ein Austausch.

In der Schule war ich immer eine der schüchternsten. Ich hatte teilweise echt Mühe meine schriftlichen hervorragenden Leistungen zu halten, da meine Mitarbeit so gering war, dass man meine Wortmeldungen pro Woche vermutlich an einer Hand abzählen konnte. Weiterlesen „Die Macht der Diskussion“

Angst vor Jungs – Dialog im Kopf #12

Diese Situation hat sich vor ein paar Monaten in der U-Bahn zugetragen. (Also ich muss schon sagen, dass das mit der U-Bahn schön langsam auffällig wird. Eigentlich sollte ich eine U-Bahn-Phobie entwickeln, wenn man bedenkt, was mir dort alles für seltsame Situationen widerfahren!) 😉

Auf jeden Fall, war ich da mit einer Kommilitonin auf dem nachhause Weg von einem Theater. In dem Theater haben wir zwei Jungs getroffen, die ebenfalls mit uns studieren. Wir saßen uns in der U-Bahn gegenüber und der Dialog im Kopf nahm seinen Lauf…

KOPF: Hey, du solltest dich auch mal am Gespräch beteiligen! Du sitzt neben den dreien wie ein stummer Fisch! Kein Wunder, dass dich kein Mann attraktiv findet! Weiterlesen „Angst vor Jungs – Dialog im Kopf #12“

So wirst du zum Sozialphobiker! (#achtungironie)

  1. Die Meinung anderer Menschen ist das wichtigste überhaupt! Verhalte dich möglichst immer so, wie es die Leute von dir erwarten!
  2. Sobald du das Haus verlässt spanne deinen kompletten Körper an, so als müsstest du gleich um dein Leben kämpfen!
  3. Wenn es dir irgendwie möglich ist besorge dir den Unsichtbarkeitsmantel von Harry Potter! Denn dein höchstes Ziel ist es in der Masse zu verschwinden.
  4. Verlasse das ganze Wochenende nur die Wohnung, wenn so mieses Wetter draußen ist, dass du bestimmt niemanden begegnest (frühmorgens oder spätabends ist auch immer ein guter Tipp)
  5. Trage am besten nur schwarze und graue Kleidung! Das macht dich unsichtbarer (siehe Punkt 3).
  6. Richte deine Augen so oft es geht auf den Boden, um Augenkontakt zu vermeiden!
  7. Leg dir immer ein paar gute Ausreden zurecht, warum du am Samstag nicht mit zur Party kommen kannst!
  8. Tue alles um keinen Vortrag halten zu müssen! (Nicht erlaubt: Tod vortäuschen!)
  9. Behalte deine Meinung für dich und gebe immer den anderen Recht oder nicke zumindest zustimmend!
  10. Wenn du etwas sagst, leg dir die Worte in deinem Kopf vorher so genau zurecht, dass du dich auch morgen noch daran erinnerst! So verhindert du peinliche Versprecher!
  11. Gehe nicht ran, wenn du angerufen wirst, sondern antworte fünf Minuten später mit einer Nachricht, was denn los war!
  12. Ergreife nie das Wort, wenn du in einer Gruppe von drei oder mehr Leuten bist! Wir wollen doch nicht im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen, oder?
  13. Freue dich jedes Mal mega, wenn eine Verabredung abgesagt wird! Yeah, heute muss ich nicht mehr unter Menschen! YES!
  14. Beziehe jede Kleinigkeit auf dich! Die zwei Mädels hinter dir im Bus, kichern ständig. Natürlich lachen sie über dich!
  15. Am Abend, wenn du dann allein bist, vermisst du trotz allem das Gefühl von Menschen geliebt und geschätzt zu werden! Gleichzeitig denkst du aber auch schon wieder daran wie du den morgigen Tag möglichst unsichtbar überstehst!

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Meine männliche Fehlprägung

Ok, von Fehlprägung spricht man nur bei Tieren. Lass es mich anders formulieren: Mir fehlt der richtige Umgang mit Männern beziehungsweise habe ich ihn nie gelernt. Das führt dann regelmäßig zu einem Kurzschluss in meinem Gehirn, wenn ich mit dem männlichen Teil unserer Spezies spreche. Dieser Kurzschluss wiederum lässt mich nicht mehr funktionieren und meine sozialen Fähigkeiten ähneln dem eines Steins. (Ich habe nichts gegen Steine!)

Für diese „Männerangst“ gibt es einige Gründe: Weiterlesen „Meine männliche Fehlprägung“