Die Macht der Diskussion

Ich diskutiere gerne. Es macht mir Spaß mich über kontroverse tiefgründige Themen zu unterhalten und unterschiedliche Sichtweisen zu erhalten.

Dabei gibt es jedoch ein Problem: Meine Mutter ist die einzige Person, wo ich mich wirklich traue meine Meinung zu sagen. Das bedeutet nicht, dass wir uns streiten. Jeder gibt seine Meinung ab und es entsteht ein respektvolles Hin und Her mit einem Endergebnis, dass gar kein Ergebnis sein muss. Es ist vielmehr ein Austausch.

In der Schule war ich immer eine der schüchternsten. Ich hatte teilweise echt Mühe meine schriftlichen hervorragenden Leistungen zu halten, da meine Mitarbeit so gering war, dass man meine Wortmeldungen pro Woche vermutlich an einer Hand abzählen konnte. Weiterlesen „Die Macht der Diskussion“

Angst vor Jungs – Dialog im Kopf #12

Diese Situation hat sich vor ein paar Monaten in der U-Bahn zugetragen. (Also ich muss schon sagen, dass das mit der U-Bahn schön langsam auffällig wird. Eigentlich sollte ich eine U-Bahn-Phobie entwickeln, wenn man bedenkt, was mir dort alles für seltsame Situationen widerfahren!) 😉

Auf jeden Fall, war ich da mit einer Kommilitonin auf dem nachhause Weg von einem Theater. In dem Theater haben wir zwei Jungs getroffen, die ebenfalls mit uns studieren. Wir saßen uns in der U-Bahn gegenüber und der Dialog im Kopf nahm seinen Lauf…

KOPF: Hey, du solltest dich auch mal am Gespräch beteiligen! Du sitzt neben den dreien wie ein stummer Fisch! Kein Wunder, dass dich kein Mann attraktiv findet! Weiterlesen „Angst vor Jungs – Dialog im Kopf #12“

So wirst du zum Sozialphobiker! (#achtungironie)

  1. Die Meinung anderer Menschen ist das wichtigste überhaupt! Verhalte dich möglichst immer so, wie es die Leute von dir erwarten!
  2. Sobald du das Haus verlässt spanne deinen kompletten Körper an, so als müsstest du gleich um dein Leben kämpfen!
  3. Wenn es dir irgendwie möglich ist besorge dir den Unsichtbarkeitsmantel von Harry Potter! Denn dein höchstes Ziel ist es in der Masse zu verschwinden.
  4. Verlasse das ganze Wochenende nur die Wohnung, wenn so mieses Wetter draußen ist, dass du bestimmt niemanden begegnest (frühmorgens oder spätabends ist auch immer ein guter Tipp)
  5. Trage am besten nur schwarze und graue Kleidung! Das macht dich unsichtbarer (siehe Punkt 3).
  6. Richte deine Augen so oft es geht auf den Boden, um Augenkontakt zu vermeiden!
  7. Leg dir immer ein paar gute Ausreden zurecht, warum du am Samstag nicht mit zur Party kommen kannst!
  8. Tue alles um keinen Vortrag halten zu müssen! (Nicht erlaubt: Tod vortäuschen!)
  9. Behalte deine Meinung für dich und gebe immer den anderen Recht oder nicke zumindest zustimmend!
  10. Wenn du etwas sagst, leg dir die Worte in deinem Kopf vorher so genau zurecht, dass du dich auch morgen noch daran erinnerst! So verhindert du peinliche Versprecher!
  11. Gehe nicht ran, wenn du angerufen wirst, sondern antworte fünf Minuten später mit einer Nachricht, was denn los war!
  12. Ergreife nie das Wort, wenn du in einer Gruppe von drei oder mehr Leuten bist! Wir wollen doch nicht im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen, oder?
  13. Freue dich jedes Mal mega, wenn eine Verabredung abgesagt wird! Yeah, heute muss ich nicht mehr unter Menschen! YES!
  14. Beziehe jede Kleinigkeit auf dich! Die zwei Mädels hinter dir im Bus, kichern ständig. Natürlich lachen sie über dich!
  15. Am Abend, wenn du dann allein bist, vermisst du trotz allem das Gefühl von Menschen geliebt und geschätzt zu werden! Gleichzeitig denkst du aber auch schon wieder daran wie du den morgigen Tag möglichst unsichtbar überstehst!

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Meine männliche Fehlprägung

Ok, von Fehlprägung spricht man nur bei Tieren. Lass es mich anders formulieren: Mir fehlt der richtige Umgang mit Männern beziehungsweise habe ich ihn nie gelernt. Das führt dann regelmäßig zu einem Kurzschluss in meinem Gehirn, wenn ich mit dem männlichen Teil unserer Spezies spreche. Dieser Kurzschluss wiederum lässt mich nicht mehr funktionieren und meine sozialen Fähigkeiten ähneln dem eines Steins. (Ich habe nichts gegen Steine!)

Für diese „Männerangst“ gibt es einige Gründe: Weiterlesen „Meine männliche Fehlprägung“

Ich könnte doch mal laut schreien! – Dialog im Kopf #9

Neulich wieder mal in der U-Bahn (die Öffis bieten meinem Kopf eindeutig zu viel Zeit sich einzumischen):

KOPF: Schau mal wie angepasst hier alle sind! Jeder verhält sich ruhig, ist in sein Handy vertieft oder schaut ins Leere! Wollen wir diesen Frieden mal ein bisschen stören?

ICH: Dass du Frieden und Ruhe nicht magst ist mir bekannt, aber ich finde das sehr angenehm!

KOPF: Aber du willst doch immer gegen den Strom schwimmen, oder? Das wär doch die perfekte Gelegenheit!

ICH: Kann ich bitte etwas Tagträumen ohne ständig deine Stimme im Hinterkopf hören zu müssen? Ich weiß, dass du nervig bist, gibt´s sonst noch was Neues? Weiterlesen „Ich könnte doch mal laut schreien! – Dialog im Kopf #9“

Ich – eine Kombination aus anderen (oder wie man am besten Freunde verliert)

Es ist als wüsste nur eine Person (meine Mama) wer ich wirklich bin. Die meisten Menschen kennen nicht viel von mir und die Leute die mehr wussten, habe ich wegestoßen.

Alle die ich  im Laufe meiner Krankheitsgeschichte kennengelernt habe sind weg. Und ich bin selbst schuld. Ich habe mich immer seltener gemeldet und zurückgezogen. Und wer hat mich zurückgehalten: wie immer mein Kopf.

Er hat Dinge gesagt wie „So dick wie du jetzt bist, kannst du ihnen nicht mehr unter die Augen treten“, „Die erkennen dich ja gar nicht mehr, so wie du jetzt aussiehst.“, „Niemand mag dich so wie du jetzt bist. Die wollen nur die Julia, die sie kennengelernt haben.“ Weiterlesen „Ich – eine Kombination aus anderen (oder wie man am besten Freunde verliert)“

Neid – der Treibstoff für Veränderung?

Dass ich kein Freund von Emotionen wie Trauer oder Wut bin ist allgemein bekannt. Es gibt da aber noch eine Emotion, die ich noch viel mehr hasse und die mir noch um einiges peinlicher ist. Ja richtig, es ist Neid! Woher weißt du das bloß? 😉

Wenn ich traurig bin, bekomme ich Mitleid. Wenn ich wütend bin, bekomme ich Zuspruch (meistens jedenfalls). Wenn ich neidisch bin, werde ich als habgierig und ungerecht abgestempelt. Daher verstecke ich meine Eifersucht beziehungsweise verdränge sie.

Hier kommen wieder meine destruktiven Verhaltensweisen wie Binge Eating und Co. ins Spiel. So verschwindet zwar mein Neid, aber diese wandelt sich in Traurigkeit, weil ich, so gestört wie ich bin, nie so erfolgreich sein werde wie das „Neidobjekt“.

Doch auf wen bin ich denn nun neidisch? Ich kann mich doch glücklich schätzen, lebe in einem sicheren Land, unter einem Dach mit vollem Kühlschrank. Damit bin ich besser dran als die halbe Menschheit. Weiterlesen „Neid – der Treibstoff für Veränderung?“