Meine Erfahrung mit Antidepressiva

Die Beziehung zwischen Antidepressiva und mir könnte man als schwierig mit hoher Abhängigkeit meinerseits beschreiben. Damit meine ich nicht abhängig im Sinne einer Sucht (dafür reicht mir schon meine Essstörung), sondern dass ich in manchen meiner Lebensphasen auf Medikamente angewiesen war, um überhaupt irgendwas auf die Reihe zu kriegen.

Aber fangen wir am Anfang an: Mit 11 das erste Mal wegen Magersucht in der Psychiatrie, habe ich auch in diesem Alter das erste Mal Erfahrungen mit Antidepressiva gemacht. Da mich diese Klinik, wie schon mal berichtet, als kleines dummes Kind, dass nicht essen wollte abgestempelt hat, wurden mir die Tabletten ebenso ohne Erklärung vorgesetzt. In meinem Zustand hätte ich angeblich sowieso nicht verstanden, warum ich sie nehmen sollte. Bis heute bin ich mir auch nicht ganz sicher, ob das in dem Moment richtig war, mir Zyprexa und Tresleen zu verordnen. Denn rückblickend betrachtet, war ich bloß in einer leichten depressiven Stimmung gefangen, weil ich einfach nur nach Hause wollte.

Und da kommt auch schon meine grundsätzliche Einstellung zu medikamentöser Behandlung psychischer Störungen durch. Ich bin da eher auf der Seite der Gegner. Damit meine ich, dass für mich zuerst andere Wege eingeschlagen werden sollten, bevor man Medikamente verschreibt. Ich glaube diese Einstellung kommt daher, dass ich bei meinen Psychiatrieaufenthalten immer erlebt habe, dass Patienten oft grundsätzlich was verschrieben wird, unabhängig von der Störung und häufog hat es für mich so gewirkt als würden die überforderten Ärzte ihre Patienten einfach ruhigstellen wollen. Weiterlesen „Meine Erfahrung mit Antidepressiva“

Ich singe für euch! – Was Musik für mich macht (+ Video)

Mit 6 habe ich ein Jahr Blockflöte gespielt. Mit 12 hatte ich Gesangsunterricht. Mit 13 habe ich ein Jahr Gitarre gespielt und wieder alles verlernt. Unter der Dusche singe ich regelmäßig. Das sind alle meine musikalischen Fähigkeiten, die ich vorzuweisen habe. Bis vor ca. einem halben Jahr.

Im Frühjahr 2017 habe ich im Rahmen meines Psychologiestudiums ein Praktikum in einer psychosomatischen Klinik gemacht. Der ehemalige Patient (ich) hat sozusagen mal seine Rolle getauscht und hat andere Patienten behandelt.

Neben vielen fachlichen Erfahrungen, habe ich dort aber auch den Zauber der Musik erfahren dürfen. Alle Praktikanten waren in einem gemeinsamen Gebäude untergebracht. Kein Wunder also, dass wir häufig am Abend beisammen gesessen sind und über Gott und die Welt geredet haben. (Wirklich, ich hatte noch nie so tiefsinnige Gespräche!)

Und da gab es auch einige, die ihre Gitarren dabeihatten und ihre selbstgeschriebenen (!) Lieder vorgespielt haben. Das war so eine schöne Atmosphäre, mir wird jetzt noch ganz warm, wenn ich daran denke. Weiterlesen „Ich singe für euch! – Was Musik für mich macht (+ Video)“

Was ist das Tolle am Kind sein?

Meine Therapeutin hat mir den Auftrag gegeben über meine Kindheit bzw. über das Kind sein zu schreiben. Im Speziellen darüber, warum es viel toller ist ein Kind als ein Erwachsener zu sein. Ich klage nämlich oft darüber wie schrecklich Erwachsen sein ist. Also, here we go:

Wer erinnert sich nicht gern daran zurück wie es war keine Verpflichtungen zu haben, wo das wichtigste war, welches Spielzeug man hatte und wo man sich noch sozial unangepasst zeigen durfte? Ich habe mal in einer Eisschlange (ich meine eine Schlange von Menschen vor einem Eissalon) 😉 gewartet und ein kleiner Junge stand vor mir. Als er sein Eis bestellen wollte, war Erdbeere ausverkauft und er hatte keine Ahnung mehr, was er stattdessen nehmen sollte. Alle fanden seine Unsicherheit sooo süß! Auch ich bin oft so unsicher. Aber was würde man von einer 21-jährigen denken, die keine Alternative zu Erdbeereis einfällt? Sicher nicht: Oh wie putzig!

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by pixabay

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Meine zahlreiche Therapieerfahrung – Teil 2

Falls ihr Teil 1 verpasst habt, kommt ihr hier zum Beitrag!

18 Jahre – Psychosomatische Klinik. Ich beginne Therapie zu verstehen.

In der psychosomatischen Klinik, in der ich 9 Wochen verbrachte, hatte ich 2x pro Woche Einzeltherapie. Mit meinem Vorsatz hier voll mitzumachen und nicht zu lügen, spürte ich plötzlich ein schleichendes Gefühl das flüsterte: Therapie hilft! Das war tatsächlich das erste Mal, wo ich den Nutzen einer Therapie spürte.

18 Jahre – Weiter geht’s mit ambulanter Hypnotherapie.

Auch nach diesem Klinikaufenthalt schloss sich eine ambulante Therapie an. Ist ja nichts Neues. Auch dieses Mal habe ich nach einigen Sitzungen abgebrochen. Ebenfalls nichts Neues. Meine Therapeutin war nun jedoch eine Hypnotherapeutin. Schon immer sehr fasziniert von Hypnose, war es mein Wunsch es mit dieser Art von Therapie zu probieren. Hart gesagt wurde ich enttäuscht. Etwas weniger hart gesagt habe ich mir das einfach anders vorgestellt. Ich glaube, dass ich damals auf eine Art Wunderheilung durch die Hypnose hoffte. Einmal hypnotisiert und zack – weg ist die Essstörung. Die Realität sah leider anders aus… Weiterlesen „Meine zahlreiche Therapieerfahrung – Teil 2“

Meine zahlreiche Therapieerfahrung – Teil 1

Ich habe in meinem Leben schon eine Menge Therapien gemacht. Vor allem, wenn man bedenkt, dass ich erst 21 bin. Hier eine Kurzzusammenfassung davon – mit einer guten Portion Ironie:

11 Jahre – Psychiatrie

Meine erste „Therapie“ musste ich während meines stationären Aufenthalts in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie über mich ergehen lassen. Eigentlich sollte die Therapeutin meine Magersucht behandeln, stattdessen haben wir in jeder Stunde 45 Minuten der Zeit Karten gespielt. Kann man ja mit einem Kind machen! Ihr könnt euch vorstellen wie erfolgreich das war…

12 Jahre – 1. ambulante Therapie (wenn auch nur kurz)

Nach meinem Klinikaufenthalt musste ich natürlich eine ambulante Therapie machen. Nach zwei oder drei Sitzungen war ich jedoch der Meinung „austherapiert“ zu sein und verweigerte ein weiteres Hingehen. Mein mangelndes Durchhaltevermögen hab ich schon mal erwähnt oder? Das einzige, was mir von der Therapie in Erinnerung geblieben ist, war die bunte Wand hinter der Therapeutin.

17 Jahre – Magersucht und Abitur. Eine Therapie zum Überleben! Weiterlesen „Meine zahlreiche Therapieerfahrung – Teil 1“