Warum ich von mir Großes verlange und andere einfach leben lasse

Ich kann leider nicht sagen, dass ich recht liebevoll mit mir umgehe. Da wäre zum einen die Sache, dass ich viel von mir verlange – viel zu viel. Ich sollte in allem eigentlich immer sofort besser sein als 99% aller Menschen. Zum anderen habe ich eine – nett ausgedrückt – schwierige Beziehung zu meinem Körper und mich wundert es regelmäßig, dass ich noch ziemlich beschwerdefrei durchs Leben wandere. Dazu bin ich konstant gestresst, weil ich immer denke dieses und jenes noch tun zu müssen. Spaß und Freude haben recht wenig Platz. Alles in allem also ein Lebensstil, den man nicht gerade mit „Self-Care“ betiteln würde.

Wenn andere mir erzählen, dass sie eine bestimmte Sache in ihrem Leben belastet oder ihnen irgendetwas nicht gut tut, bin ich meist schnell auf ihrer Seite und rate sich erstmal zurückzunehmen und auf sich zu achten. Schließlich ist körperliche sowie psychische Gesundheit das wichtigste. Ich unterstütze andere dabei auch mal nichts zu tun und nur ihren liebsten Aktivitäten nachzugehen. Erfolg ist überbewertet. Merkt ihr was? Weiterlesen „Warum ich von mir Großes verlange und andere einfach leben lasse“

Warum ich meine Essstörungs-Tagebücher weggeworfen habe

Als ich mit elf Jahren erstmals an Magersucht erkrankte ging für mich alles unglaublich schnell und ehe ich mich versah fand ich mich in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie wieder. Aus heutiger Sicht kann ich sagen, dass meine Eltern und die Ärzte mit der Einweisung richtig gehandelt haben, aber nur der Gedanke an diese Zeit lässt mich erstmal tief Luft holen. Ohne Untertreibung zählen diese knapp eineinhalb Monate zu den schlimmsten meines Lebens und definitiv war es das für mich einschneidenste Ereignis überhaupt. In dieser Zeit habe ich jeden Tag, schon fast zwanghaft, mehrere Seiten Tagebuch geschrieben. Doch leider besitze ich diese Tagebücher nicht mehr… Weiterlesen „Warum ich meine Essstörungs-Tagebücher weggeworfen habe“

Warum ich nicht mehr nach Glück streben möchte

„10 Schritte zum dauerhaften Glück“, „Der Weg zu Glück, Liebe und Erfolg“, „Das Geheimnis vom Glück“ – dies ist ein kurzer Auszug von dem, was man bekommt, wenn man in die YouTube-Suchleiste „Wie werde ich glücklich?“ eingibt. Und ich muss jetzt mal zum Thema Glück meinen Senf abgeben. Also, here we go!

Ich finde das Streben nach Glück ist in unserer Gesellschaft massiv überbewertet. Und nein, das sage ich nicht nur, weil ich vielleicht neidisch bin auf Menschen, die glücklich sind. Ich finde, dass Glück zu einer riesigen Industrie geworden ist und dass sie uns eigentlich nach etwas streben lässt, das wir in dieser Form – zumindest so wie ich es mir dadurch vorstelle – nicht bekommen können.

Stellt euch doch mal die Frage: Wann war ich das letzte Mal so richtig glücklich? Weiterlesen „Warum ich nicht mehr nach Glück streben möchte“

Wenn plötzlich die Diagnose „Persönlichkeitsstörung“ im Raum steht

Ich habe in einem meiner letzten Beiträge geschrieben, dass ich mich eventuell wieder auf die Suche nach professioneller Hilfe begebe. Und das habe ich gemacht! Erstaunlich schnell habe ich Termine für Erstgespräche bei einer tiefenpsychologisch orientierten (TP) und einer Verhaltenstherapeutin (VT) bekommen. Eigentlich wäre mir ja tiefenpsychologisch lieber gewesen, weil ich bisher immer Verhaltenstherapie gemacht habe und mir vielleicht ein anderer Therapieansatz neue Perspektiven zeigen kann. Aber ich wurde auf vielerlei Ebenen von dieser Therapeutin enttäuscht. Weiterlesen „Wenn plötzlich die Diagnose „Persönlichkeitsstörung“ im Raum steht“

„Ich war depressiv!“ vs. „Ich bin depressiv!“ – Warum wir den Mut finden sollten unseren Mund aufzumachen, wenn es uns schlecht geht

„Also vor 10 Jahren war ich in einer richtigen Krise! Ich hatte Depressionen, keine Freunde, keine Hoffnung und ohne meinen Therapeuten hätte ich diese Zeit nicht überstanden! Es ist ein Wunder, dass ich heute hier vor dir stehe!“

Was würdet ihr gegenüber einer Person empfinden, die euch das erzählt? Würdet ihr Bewunderung verspüren? Diesen Menschen als stark beschreiben? Würdet ihr es vielleicht arrogant finden? Weiterlesen „„Ich war depressiv!“ vs. „Ich bin depressiv!“ – Warum wir den Mut finden sollten unseren Mund aufzumachen, wenn es uns schlecht geht“

Krankheitsgewinn, die Opferrolle und ich

Ich bin jemand, der Phasen hat, wo ich sehr bewusst Vorteile aus meinen Erkrankungen ziehe. Sei es, dass ich heute nicht so viel schaffe, weil meine depressive Symptomatik mir wie ein Klotz am Bein hängt oder, dass ich bei der Hitze nicht rausgehen kann (wohl eher will), da ich mich in meinem Körper und wenig Bekleidung so unwohl fühle.

Bis zu einem gewissen Grad schränken mich meine psychischen Probleme natürlich ein und machen mich in bestimmten Phasen weniger belastbar, aber ich bin mir sehr wohl bewusst, dass ich die „Opferrolle“ auch immer wieder sehr gezielt nutze. Weiterlesen „Krankheitsgewinn, die Opferrolle und ich“

Zeit sich wieder Hilfe zu holen?

Ich habe die erste Uni-Woche in meiner neuen Umgebung so gut wie hinter mir und ich muss sagen, dass es noch immer sehr schwierig ist (ja, ich weiß schon: ich brauche etwas mehr Geduld, aber das war noch nie meine Stärke). 😉 Ich habe dazu in meinem letzten Beitrag „Warum mache ich das immer wieder? – Von Neuanfängen, Ängsten und Zweifeln“ mehr gejammert…ähm…ich meine natürlich…geschrieben.

Was zu all meinen Zweifeln noch dazu kommt ist, dass ich im Moment keinerlei professionelle Hilfe erhalte. In meinem Bachelor-Studium hatte ich mir (nach sehr langem Ringen mit mir selbst) therapeutische und medikamentöse Hilfe gesucht, da ich mit meiner depressiven Symptomatik absolut nicht mehr zurecht gekommen bin. Mit dem Ende meines Bachelor-Studiums kamen auch diese beiden Behandlungen zu einem Ende und ich habe seit ungefähr vier Monaten meine Medikamente abgesetzt und ungefähr seit dem gleichem Zeitraum meine Verhaltenstherapie abgeschlossen. Das war für mich übrigens die erste ambulante Therapie, die ich so richtig durchgezogen habe! Dafür darf ich mir schon mal auf die Schulter klopfen! 🙂

Nun sitze ich aber wieder da und bin unsicher, ob ich mir Unterstützung holen soll. Weiterlesen „Zeit sich wieder Hilfe zu holen?“

5 Podcast-Empfehlungen für die Psyche – Mein 1. Podcast!

Ich liebe Podcasts! Ich bin vor einem guten Jahr auf dieses Medium gestoßen, das wie ein Hörbuch funktioniert, aber eher wie eine Radiosendung aufgebaut ist. Mittlerweile gibt es zu jedem erdenklichen Thema Podcasts und auch im deutschsprachigen Raum erfreuen sie sich immer mehr Beliebtheit. Ich habe hier 5 Podcasts für euch gesammelt, die sich mehr oder weniger um die Psyche, psychische Gesundheit und Psychologie drehen (und vielleicht bin ich ja auch in einem davon zu hören). 😉 Weiterlesen „5 Podcast-Empfehlungen für die Psyche – Mein 1. Podcast!“

„Psyche? Hat doch jeder!“ von Lena Kuhlmann (Buchrezension)

Nach meiner ersten Buchrezension „Essstörungen. Was ist das? Das ABC der Magersucht, Ess-Brech-Sucht und Essanfallstörung“ kommt jetzt meine Meinung zum Buch „Psyche? Hat doch jeder!“ von der Bloggerkollegin und Psychotherapeutin Lena Kuhlmann.

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Inhalt

In dem Buch beschreibt Lena Kuhlmann, die übrigens auch auf Instagram (@freudmich) sehr aktiv ist, ihren Alltag als Psychotherapeutin, erkärt Hintergründe zum therapeutischen Ablauf und wirft einen genaueren Blick auf die Psyche, die jeder von uns besitzt. Außerdem versucht sie mit Vorurteilen und Stigmatisierung rund um psychische Erkrankungen aufzuräumen, indem sie nicht nur Fakten liefert, sondern auch sehr persönliche Einblicke gewährt (sie selbst leidet z.B. unter Flugangst) und auf Missstände im Gesundheitssystem hinweist. Zu den übersichtlichen Kapiteln gesellen sich Infos, Übungen und Fallbeispiele aus ihrer therapeutischen Erfahrung.

Meine Meinung zum Buch

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Ekel und Angst vor seinem Körper überwinden – Kann Körperexposition helfen?

In meiner letzten Seminararbeit durfte ich über eine für mich sehr interessante Behandlungsmethode schreiben, die bei Essstörungen und Menschen mit einem negativen Körperbild eingesetzt wird. Es handelt sich dabei um die sogenannte Körperexposition, auch Spiegel- oder Figurexposition genannt.

Was ist Körperexposition?

Der Begriff Körperexposition entstand in Anlehnung an das Expositionsverfahren, das vorwiegend bei Angst- und Zwangsstörungen eingesetzt wird. Weiterlesen „Ekel und Angst vor seinem Körper überwinden – Kann Körperexposition helfen?“